Wirtschaft weist Kritik von Jäger in Sachen Ausbildung zurück

Die Unternehmerverband mahnt den SPD-Politiker: Politik muss eigene Hausaufgaben bei der Ausbildungsfähigkeit machen

„Manchmal sollten Politiker lieber auf eine schnelle Schlagzeile verzichten“, diesen Rat gibt ein verärgerter Sprecher der regionalen Wirtschaft, Heinz Lison, dem Duisburger SPD-Vorsitzenden Ralf Jäger. Jäger hatte jüngst die heimische Wirtschaft kritisiert und die Unternehmen für Probleme auf dem Ausbildungsmarkt verantwortlich gemacht. „Für die Politik ist es einfach, den Betrieben den schwarzen Peter zuzuschieben. Doch mit der Realität hat das nur sehr wenig zu tun“, erklärt Lison, der eine differenzierte Betrachtung des Ausbildungs-Themas einfordert.

Zunächst einmal sei festzuhalten, dass es in Duisburg deutlich mehr offene Stellen als Bewerber gebe. Zu berücksichtigen sei ferner, dass längst nicht alle offenen Stellen bei der Arbeitsagentur gemeldet seien. Das große Engagement der Ausbildungsbetriebe in Duisburg dürfe nicht geschmälert werden. „Wir sagen aber auch ganz klar: Die Bewerber müssen flexibler bei der Wahl ihres Ausbildungsberufes werden. Neben dem individuellen Traumberuf gibt es viele andere attraktive Ausbildungschancen, denen sich junge Leute öffnen sollten“, erläutert Lison. Oftmals seien Jugendliche über die Vielfalt der Ausbildungsberufe schlecht oder gar nicht informiert. Hier gebe es auch in den Schulen viel Aufholbedarf. Der Unternehmerverband engagiere sich deswegen sehr intensiv für Schülerinnen und Schüler, um ihnen beim Übergang von der Schule in den Beruf zu helfen.

Darüber hinaus falle die Wahl der Jugendlichen oftmals allein auf große und bekannte Unternehmen. Kleine und mittlere Unternehmen würden gar nicht in Betracht gezogen. „Gerade auf diese Unternehmen sollten junge Leute zugehen. Hier liegen große Chancen. Eigeninitiative wird in der Regel belohnt“, so Lison.

Das größte Problem gerade in Duisburg sei aber, dass viele junge Leute nicht ausbildungsreif seien. Dies sei eine ganz eindeutige Rückmeldung der Betriebe, die das erst in der jüngsten Ausbildungsumfrage deutlich zum Ausdruck gebracht hätten. Hier gebe es eindeutig einen Negativ-Trend. „Längst achten Betriebe nicht mehr nur auf Noten, aber wenn grundlegende Fertigkeiten wie Pünktlichkeit und Einsatzbereitschaft fehlen, dann wird es schwer“, erklärt Lison. 

Die Unternehmen seien trotz allen Engagements bei der Ausbildung nicht die Reparaturbetriebe für Versäumnisse in Schulen und Elternhäusern. Die Landesregierung, der auch Herr Jäger angehöre, müsse da schon die eigenen Hausaufgaben erledigen. „NRW ist beim jüngsten Bildungsmonitor wieder auf den vorletzten Platz aller Bundesländer abgerutscht. In den Schulen muss die Politik anpacken, statt mit dem Finger auf andere zu zeigen“, so Lison abschließend.

Die Unternehmerverbandsgruppe mit ihren sechs Einzelverbänden und ihren rund 700 Mitgliedsunternehmen gehört zu den größten Arbeitgeberverbänden Nordrhein-Westfalens. Mit Sitz in Duisburg reicht ihr angestammtes Verbreitungsgebiet vom westlichen Ruhrgebiet (Duisburg, Mülheim, Oberhausen) über den Kreis Wesel bis an die niederländische Grenze (Kreis Kleve) und ins Münsterland (Kreis Borken).

Heinz Lison, Sprecher der regionalen Wirtschaft (Foto: Unternehmerverband)

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