Wirtschaft und Stadtspitze wollen den Aufbruch

Halbzeit bei der Arbeit am Masterplan Wirtschaft

„Der wirtschaftliche Aufbruch in Duisburg ist möglich. Es gibt viele gute Chancen“, so lautet die Zwischenbilanz der Wirtschaftsvertreter, die gemeinsam an einem neuen Masterplan für die Stadt arbeiten. Vor einem Jahr gaben Stadtspitze, die Niederrheinische Industrie- und Handelskammer Duisburg-Wesel-Kleve und der Unternehmerverband den Startschuss für die Erarbeitung eines „Masterplans Wirtschaft für Duisburg“.

Oberbürgermeister Sören Link, der Präsident der Niederrheinischen IHK Burkhard Landers und der Sprecher der regionalen Wirtschaft des Unternehmerverbandes Heinz Lison erklärten schon beim Start vor einem Jahr, dass man zu den wichtigsten Herausforderungen des Standorts Duisburg konkrete Handlungsempfehlungen verabreden wolle. Gemeinsames Ziel der Masterplan-Initiatoren ist es, dem Wirtschaftsstandort Duisburg Wachstumsimpulse für die Zukunft zu geben.

Eine umfassende Bestandsaufnahme zur Lage am Standort Duisburg, die den Unternehmensvertretern besonders wichtig ist, zeigt vor allem eines: Es gibt zahlreiche Herausforderungen, die die Stadt anpacken muss. Und es gibt auch Meinungsunterschiede, die der Masterplan-Prozess nicht ausklammert. Im Gegenteil: Die gemeinsame Suche nach Lösungen und Perspektiven für strittige Themen wie Gewerbesteuer und die Ausweisung von Flächen für die Industrie, werden intensiv diskutiert. Auch der städtische Klimaschutzplan und die lokale Umsetzung der Energiewende gehören dazu. Die Sorge um die Zukunft der Stahlbranche ist für alle Beteiligten zentral.

Vor allem aber zeigt diese Bestandsaufnahme eines: Der Standort Duisburg verkauft sich insgesamt deutlich unter Wert. „Am Beginn eines jeden Aufbruchs steht der Dialog und dafür haben wir mit dem Masterplan das passende Werkzeug zur Hand. Gemeinsam haben wir die Möglichkeit, erfolgreich zu gestalten“, sagt Oberbürgermeister Sören Link.

„Es gibt keinen Grund, dass die Stadt ihr Licht unter den Scheffel stellt“, sagt Landers. Duisburg habe eine einmalige strategische Lage in Deutschland und Europa. Genau deswegen sei der Hafen Wachstumsmotor in der Stadt. „Diesen Standortvorteil müssen wir viel besser zur Geltung bringen“, fordert auch Heinz Lison. Duisburg brauche ein Bewusstsein darüber, dass es im Zentrum der Rhein/Ruhr-Region liegt. Die unterschiedlichen regionalen Identitäten in der Stadt – Rheinland, Niederrhein, Ruhrgebiet – seien nicht Hemmschuh, sondern Chance. Es gäbe deswegen eine gute Basis, um eine neue „Willkommenskultur“ für Investitionen, aber auch potentielle Neubürger in der Stadt zu etablieren.

Auf das Image von Duisburg zahlt beispielsweise die Broschüre „Made in Duisburg“ ein, die die Vielfalt des Industriestandorts aufzeigt und für ihn werben soll. Sie ist im Zuge des Masterplans entstanden. Konkret sind auch die Bemühungen, Duisburg als China-Kompetenz-Zentrum auszubauen, nicht zuletzt um Investoren aus Fernost in die Stadt zu locken. Auch gibt es als Resultat der Masterplan-Arbeit bereits Gespräche darüber, den Duisburger Bildungsbericht wieder aufleben zu lassen. Ziel ist es hier, nach einer detaillierten Analyse passgenaue Bildungsangebote für Duisburg zu entwickeln. Zentral ist für alle Akteure des Masterplan-Prozesses die umfassende Kooperation mit der Universität. Große Erwartungen hat man in diesem Zusammenhang auch an das neue Kompetenzzentrum für Innovation und Unternehmensgründung, das die Entwicklung und Umsetzung von Projektideen und Geschäftskonzepten aus der Universität Duisburg-Essen heraus befördern soll. Viele große und kleine Projekte nehmen die Masterplan-Schreiber darüber hinaus in den Blick und wollen sie vorantreiben: die Integration von Flüchtlingen durch Qualifizierung, die Bekämpfung der Langzeitarbeitslosigkeit, ein ausreichendes Ausbildungsangebot für ausbildungsfähige und –willige Jugendliche oder die Bündelung aller Aktivitäten rund um das Thema familienfreundliche Stadt.

„Bei einer Arbeitslosigkeit von aktuell über 13 Prozent müssen wir uns zur Decke strecken und über die wirtschaftliche Zukunft der Stadt gemeinsam nachdenken. Wir brauchen mehr Wachstum und neue Arbeitsplätze in der Stadt“, erklärt Heinz Lison. Der gute Austausch zwischen Wirtschaft und Stadtspitze, den der Masterplan-Prozess ermöglicht habe, sei ein wichtiger Schritt und bereits ein Erfolg der gemeinsamen Arbeit. Ausdrücklich gelobt wird dann auch das Engagement der Stadtverwaltung bei der Erstellung des Masterplans. „Wir merken, dass es der Stadtspitze ernst ist. Duisburg hat noch viel mehr Entwicklungsmöglichkeiten und dafür wollen wir  gemeinsam die Rahmenbedingungen verbessern“, so Landers.

Darüber, wie man die Potenziale der Stadt besser nutzen kann, und wie die Ideen des Masterplans umgesetzt werden können, beraten die einzelnen Arbeitskreise intensiv – auch mit Experten, die von außen auf die Stadt und ihre Möglichkeiten schauen. Der Diskussionstand in den einzelnen Arbeitskreisen zeigt zweierlei: Es geht auf der einen Seite um ganz konkrete und vor allem realisierbare Schritte. „Wir gehen da pragmatisch vor. Gute Ideen setzen wir um oder bringen sie auf den Weg“, erläutert Burkhard Landers. Auf der anderen Seite werden aber auch langfristige Perspektiven erarbeitet.

Das Projekt ist auf insgesamt zwei Jahre angelegt. In fünf Arbeitskreisen, die jeweils mit Vertretern der Wirtschaft, der Stadtverwaltung und weiteren Repräsentanten der Stadtgesellschaft besetzt sind, werden wichtige Zukunftsthemen entwickelt. Es werden Vorschläge erarbeitet, wie in den Bereichen Image, Infrastruktur, Bildung, Gründung und Familienfreundlichkeit Verbesserungen erreicht werden können. Ein namhaft besetzter Lenkungskreis steuert das Gesamtprojekt.

Ziehen an einem Strang: (v. l. n. r.) Oberbürgermeister Sören Link, IHK-Präsident Burkhard Landers und der Sprecher der regionalen Wirtschaft, Heinz Lison (Foto : Unternehmerverband)

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