Seminar für Auszubildende: Mit Feuereifer Tarife verhandelt

„Soziale Marktwirtschaft in der Praxis“ – der Titel des Seminars, das nun elf Auszubildende aus Mülheim, Oberhausen und Emmerich für eine Woche lang besuchten, lässt zunächst nicht erahnen, was die jungen Leute alles erwartete: Sie handelten mit Feuereifer Tarifverträge aus, stellten bei einem Planspiel am Computer ihre Unternehmer-Qualitäten unter Beweis oder trainierten bei einem „Business-Knigge“ ihr Verhalten im Job. Die Studienwoche wird regelmäßig von arbeitgeber ruhr angeboten. Das Netzwerk regionaler Arbeitgeberverbände im Ruhrgebiet, zu dem auch die UnternehmerverbandsGruppe mit Sitz in Duisburg gehört, verfolgt mit diesem Seminarangebot gleich mehrere Ziele: „Junge Leute kennen häufig unsere Wirtschaftsordnung und die Marktgesetze nicht, in der Schule gibt es nur selten ein Fach ‚Wirtschaft’, welches schon früh Lust am ‚Unternehmen’ macht“, erklärt Wolfgang Schmitz, Hauptgeschäftsführer des Arbeitgeberverbandes in Duisburg. Deshalb sorgt der Unternehmerverband vor, „denn sehr wahrscheinlich sind ja künftige Führungskräfte unter den Teilnehmern.“

Begeistert zeigt sich der Azubi Alexander Dromann von PROBAT-Werke von Gimborn Maschinenfabrik GmbH aus Emmerich: „Durch das Seminar hat sich mein Verhalten beim Arbeiten sehr verändert, weil mir dort klar geworden ist, dass alle ihren Teil zum Erhalt unseres Betriebes beitragen müssen.“ Dazu gehöre z. B. künftig, in der eigenen Abteilung auf die Verschwendung von Materialien zu achten. In dem Planspiel, das die Azubis in kleinen Gruppen mit sehr viel Ergeiz bearbeitet haben, bekamen sie einen Einblick, wie so ein großer Betrieb geführt wird. „Zum Unternehmen gehören viele kleine und große Abteilungen, die natürlich auch geleitet werden müssen. Am Ende des Seminars sind wir alle zu der Einsicht gekommen, dass es eine große Aufgabe und Herausforderung ist, einen Betrieb ‚am Laufen’ zu halten.“ Der PROBAT-Ausbildungsleiter Karl Schneider, der zum wiederholten Mal Auszubildende, in diesem Jahr insgesamt acht, auf das Seminar entsandt hat, ist überzeugt: „Für die Auszubildenden ist es sehr wichtig, den Betrieb auch einmal aus der Sicht der Unternehmensleitung kennen zu lernen, sodass sie in die Lage versetzt werden, notwendige Entscheidungen zu verstehen und mitzutragen. Auch in Zukunft werden wir von diesem Angebot wieder Gebrauch machen.“

Sollen wir im Ausland investieren oder lieber den heimischen Standort stärken? Wie bauen wir unseren Marktanteil aus? Können wir überhaupt genug Produkte herstellen, wenn wegen der verstärkten Vermarktung auch die Nachfrage steigt? Wie viel Gehalt dürfen wir unseren Mitarbeitern gemäß des neu zu verhandelnden Tarifvertrages zahlen, ohne unsere Wettbewerbsfähigkeit zu gefährden? Diese und viele weitere Fragen stellten sich die künftigen Fachkräfte bei dem Seminar. Ganz konkret eingeübt, so das positive Feedback der Azubis auch von der Mülheimer Firma von Rössing GmbH und der Oberhausener Firma MAN Turbo AG, wurden Verhandlungsgespräche, die für den weiteren beruflichen Werdegang sehr nützlich sein werden. Heiß her ging es bei Fragen rund um den Preis, Materialeinkauf und Wettbewerb. Bei den Verhandlungen mit der Gewerkschaft waren im Planspiel gute Argumente, Geschick und Strategie gefragt. Dazu Wolfgang Schmitz vom Unternehmerverband: „Spätestens jetzt sind die Azubis in der ‚Sozialen Marktwirtschaft’ angekommen, bei der unternehmerische Tätigkeit auch mit gesellschaftspolitischer Verantwortung verbunden ist.“

Für das kommende Jahr sind schon Studienwochen, die sich an Auszubildende des zweiten und dritten Lehrjahres richten, für Mai und Juni avisiert. Interessierte wenden sich an Elisabeth Schulte, Tel: 0203 99367-125, E-Mail: schulte@uvgruppe.de

Ansprechpartner

Christian Kleff

Geschäftsführer "Wirtschaft für Duisburg" und Leiter Kommunikation und Marketing

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Jennifer Middelkamp

Pressesprecherin

Telefon: 0203 99367-223

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Geraldine Klan

Referentin

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