Roboter „Panda“ ist neuer Mitarbeiter im InfoTruck

Rollende Berufsorientierung der Metall- und Elektroindustrie wieder unterwegs / Schülerinnen und Schüler aus Rhede, Isselburg und Bocholt lernen technische Berufe bei Grunewald, Pieron, Flender und Novoferm kennen

„Was will ich einmal werden?“ Diese Frage zu beantworten, war für Jugendliche noch nie leicht. Praktika, Betriebserkundungen oder Bewerbungstrainings können ihnen wichtige Impulse für die Berufswahl geben. All das ist in den vergangenen zwei Corona-Jahren weggefallen. „Umso glücklicher sind wir, dass sich unser InfoTruck nun wieder auf den Weg machen kann“, sagt Jennifer Middelkamp von der Regionalgeschäfts-führung des Unternehmerverbandes. „Und auch die Schulen signalisieren uns, dass die Berufsorientierung in Präsenz jetzt unbedingt wieder Fahrt aufnehmen muss.“ Der Unternehmerverband lädt nun 132 Achtklässler aus Rhede, Isselburg und Bocholt – unter Einhaltung der Corona-Hygieneregeln – in den InfoTruck ein. Stets schließt sich ein Betriebsrundgang in einem Unternehmen der Metall- und Elektroindustrie an, um die Eindrücke aus dem InfoTruck in einer „echten“ Produktion zu vertiefen.

Für die Achtklässler von insgesamt fünf hiesigen Schulen ist diese Erkundung eine so genannte „Berufsfelderkundung“ im Rahmen des Übergangssystems Schule – Beruf, „Kein Abschluss ohne Anschluss“, kurz: „KAoA“, des Landes NRW. Bei dieser besonderen Berufsorientierung steht im Fokus, den Jugendlichen einen bestmöglichen Einblick in die Berufe der Branche zu vermitteln. Deshalb sind auch Azubis dabei, die von Suche, Werdegang und Erfahrungen in ihrer Ausbildung berichten. In dieser Region machte der InfoTruck bei vier Firmen Halt: In dieser Woche bei der Grunewald GmbH & Co. KG, der Pieron GmbH und der Novoferm GmbH sowie im Juni noch einmal für einen Tag bei der Flender GmbH. (Hinweis an die Redaktionen: Beachten Sie dazu auch die „Stimmen aus den Unternehmen“ weiter unten.)

Zu Gast in der rollenden Berufsorientierung waren am vergangenen Mittwoch bei Pieron unter anderem Achtklässler der Gesamtschule Rhede. In Corona-konformen kleinen Gruppen haben sie tüchtig mitangepackt: Die Mädchen und Jungen steuerten Maschinen, fertigten Musterteile und erlebten Produktionsprozesse per 3D-Animation live. Besonders beliebt war der neue „Mitarbeiter“ im InfoTruck, der Roboter „Panda“. Das ist ein so genannter Cobot, der dafür konzipiert ist, mit Menschen zusammenzuarbeiten. „Gemeinsam mit ihm bauten die Jugendlichen ein Zahnradgetriebe zusammen“, erläutert Middelkamp und ergänzt: „Anfassen und Selbermachen – nur so bekommt man ein Gefühl für die Berufe. Technik ist alles andere als graue Theorie, das wollen wir heute vermitteln.“

Und Technik ist außerdem alles andere als dampfende, ölige und laute Maschinen von anno dazumal. Beispiel Pieron: Das Unternehmen stellt technische Federn z. B. für die Automobilindustrie her. „Schon in der Ausbildung setzen wir die jungen Leute an unseren vollautomatischen und hochmodernen Maschinen ein“, sagt der Geschäftsführende Gesellschafter Sven Pieron. Das Familienunternehmen beschäftigt derzeit 270 Mitarbeiter, davon zehn Azubis in den Berufen Maschinen- und Anlagenführer, Fachinformatiker sowie Industriemechaniker bzw. -kaufleute. Ausbildungsleiterin Jennifer Steffens möchte gerade junge Frauen ermutigen, sich für technische Berufe zu öffnen: „Als Facharbeiterin verdient man in der Metall- und Elektroindustrie richtig gutes Geld – das bedenken Mädchen nicht unbedingt bei der Berufswahl mit.“ Und Sven Pieron ergänzt, dass man als tarifgebundenes Unternehmen selbstverständlich alle Beschäftigten gleich, gut und fair bezahle.

Der Vormittag bei Pieron kam bei den Schülerinnen und Schülern sehr gut an, berichtet Gesa-Lehrer Tobias Siemen: „Die Verbindung von Berufsfelderkundung und InfoTruck bietet unseren SchülerInnen die Chance, modernste Technik hautnah zu erleben. Selber machen steht dabei für viele an erster Stelle. Das Kennenlernen neuer Berufsfelder und das eigenständige Anwenden fördert die Motivation und das Verständnis für die eigene Berufsorientierung. So fällt es vielen SchülerInnen leichter, geeignete Praktikumsplätze und den Weg zum passenden Beruf zu finden, wenn sie die Türen an solchen Tagen schon mal ein Stück öffnen konnten. Wenn der erste Kontakt zu einem Unternehmen in der Gruppe hergestellt wurde, fällt es umso leichter, sich auch mal persönlich vorzustellen.“

Für alle technisch interessierten Jugendlichen, die den InfoTruck verpasst haben, gibt es online weitere Informationen zu Berufsbildern oder Ausbildungsbetrieben in dieser Region: Zudem gibt es spezielle Seiten für Eltern, die dort die Talente ihrer Kinder mit Angeboten abgleichen können, sowie Hilfestellung für Bewerbung und Ausbildungsstart erhalten:www.me-vermitteln.de

 

Teilnehmende Schulen

132 Schülerinnen und Schüler folgender Schulen wurden in den InfoTruck eingeladen:

  • Albert-Schweitzer-Realschule
  • Arnold-Janssen-Schule
  • Gesamtschule Bocholt
  • Gesamtschule Rhede
  • Israhel-van-Meckenem-Realschule

 

Stimmen aus den Unternehmen

  • Grunewald GmbH & Co. KG, Bocholt
    Dr.-Ing. Jörg Detering, Personalleiter
    „Insgesamt 48 Schüler der Klasse 8 besuchten am Montag und Dienstag die Firma Grunewald. Unterstützung bekam Grunewald durch den Metall & Elektronik Truck. Die Schüler erhielten Berufsinformationen im Truck. Im Anschluss gab es eine Betriebsbesichtigung und praktische Arbeiten in der Lehrwerkstatt. Aus diesen Veranstaltungen sind in der Vergangenheit schon einige Erstkontakte für später Ausbildungsverhältnisse geknüpft worden. Alle Schüler haben eine Maske getragen und hatten einen negativen Test.“
  • Novoferm GmbH, Isselburg
    180 Mitarbeiter | davon 5 Azubis | Ausbildungsberufe: Industriekaufleute und Industriemechaniker
  • Flender GmbH, Bocholt
    Thorsten Fahrland, Ausbildungsleiter
    „Bei der Flender GmbH bieten wir unseren Auszubildenden und dualen Studenten in einer eigenen Academy die Möglichkeit, in einem großen Team und unter modernsten Voraussetzungen ihren Beruf zu erlernen. Darüber hinaus bieten wir eine sehr gute Übernahmechance bei bester Bezahlung an.“

4.000 Mitarbeiter an den deutschen Standorten | davon 150 Azubis und duale Studenten in Bocholt | Ausbildungsberufe: Industriekaufmann (m/w/d), Duales Studium Betriebswirtschaftslehre mit Industriekaufmann (m/w/d), Technischer Produktdesigner (m/w/d), Bachelor of Engineering in Maschinenbau mit Technischen Produktdesigner (m/w/d), Zerspanungsmechaniker (m/w/d), Bachelor of Engineering in Maschinenbau mit Zerspanungsmechaniker (m/w/d), Industriemechaniker (m/w/d), Mechatroniker (m/w/d), Fachkraft für Lagerlogistik (m/w/d), Bachelor of Arts in Wirtschaftsinformatik mit Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung (m/w/d), Bachelor of Arts in Wirtschaftsinformatik mit Fachinformatiker für Systemintegration (m/w/d)

Milena Reinhardt, Jaden Wyss und Lukas Keil (im Vordergrund von links) transportierten mit Roboter „Panda“ Zahnräder an die richtige Stelle. Nach dem Besuch des InfoTrucks erkundeten sie die Firmenhallen der Pieron GmbH, geführt von (im Hintergrund von links) Azubi Torben Wilting, Chef Sven Pieron und Ausbildungsleiterin Jennifer Steffens. Diese Berufsorientierung der besonderen Art hatte der Unternehmerverband organisiert; rechts hinten im Bild: Jennifer Middelkamp von der Regionalgeschäftsführung. (Foto: PIERON)

Ansprechpartner

Christian Kleff

Geschäftsführer "Wirtschaft für Duisburg" und Leiter Kommunikation und Marketing

Telefon: 0203 99367-225

E-Mail:kleff(at)unternehmerverband(dot)org

Jennifer Middelkamp

Regionalgeschäftsführung Kreise Borken / Kleve und Pressesprecherin

Telefon: 0203 99367-223

E-Mail:middelkamp(at)unternehmerverband(dot)org

Geraldine Klan

Referentin

Telefon: 0203 99367-224

E-Mail:klan(at)unternehmerverband(dot)org

Raphaela Joy Heuthe

Mitarbeiterin Kommunikation und Marketing

Telefon: 0203 99367-205

E-Mail:heuthe(at)unternehmerverband(dot)org