Premiere in Duisburg für eine Wachstums-Branche

Die Wirtschafts-Zweige Instandhaltung und Industrieservice haben im Rahmen eines gemeinsamen Symposiums des Unternehmerverbands Industrieservice (UIS) und des Forums Vision Instandhaltung (FVI) selbstbewusst auf sich aufmerksam gemacht

„Unsere Studenten haben fast schon eine Arbeitsplatzgarantie“, fasste Bernhard Kock von der Fachhochschule Dortmund zusammen, als er den neuen, sehr praxisorientierten Studiengang „Industrielles Service-Management“ vorstellte. Der Bedarf an Ingenieuren und anderen Fachkräften ist in den miteinander verflochtenen Wirtschaftszweigen des Industrieservice und der Instandhaltung enorm; das wurde in fast jedem Diskussionsbeitrag auf dem ersten „FORUM Industrieservice“ im HAUS DER UNTERNEHMER deutlich. Und das nicht nur, weil man wie alle anderen Wirtschaftsbereiche vom zunehmenden Fachkräftemangel durch die demographische Entwicklung betroffen ist. Der Arbeitskräftebedarf zeigt vor allem zweierlei: Zum einen das kräftige Wachstum der Branche, zum anderen aber auch ein immer noch bestehendes Image-Problem. „Viele gute Ingenieure gehen direkt zu den großen Namen der Industrie, wie den Automobilherstellern. Wir sind da nicht sexy genug mit Instandhaltung und Industrieservice“, so ein Teilnehmer in der Diskussion.

Die offenkundigen Imageprobleme haben mit der Realität der Branche wenig zu tun. „Ohne die Instandhaltung läuft in den Industriebetrieben gar nichts mehr, das setzt heute allerdings hochqualifiziertes Personal voraus“, so Harald Neuhaus, Vorsitzender des Vorstandes vom Forum Vision Instandhaltung. Das Forum Vision Instandhaltung ist ein Netzwerk, das es sich u.a. zur Aufgabe gemacht hat, Wissenschaft und Praxis im Bereich der Instandhaltung zusammenzuführen. Hinter diesem Verein stehen bedeutende Unternehmen der Branche. Die Mitglieder sind u. a. Evonik, ThyssenKrupp, Alstom, Strabag, RWE, Siemens oder SMS Meer. Neuhaus verwies in seinem Vortrag auf immer komplexere Anlagen, die es Instand zu halten gelte. Die Anforderungen für die Instandhaltung wüchsen beständig. Als Ursachen hierfür nannte Neuhaus die steigende Automatisierung, die zunehmende Verkettung von Anlagen und Maschinen, den angestrebten geringeren Ressourcenverbrauch und die hohen Standards im Bereich der  Arbeitssicherheit. Neuhaus Fazit: „Die Instandhaltung wandelt sich von einer unternehmensinternen Fachdisziplin hin zu einer umfassenden Wirtschaftsbranche. In der „neuen“ Branche Instandhaltung arbeiten ca. 515.000 Beschäftigte in Deutschland.“

Der Unternehmerverband Industrieservice stellte im Rahmen des Symposiums seine Angebote für die Unternehmen der Branche vor. Martin Jonetzko, Stellvertretender Hauptgeschäftsführer des Unternehmerverbandes, machte vor allem auf die Leistungen des Verbandes im Tarif- und Arbeitsrecht aufmerksam: „Für den Industrieservice haben wir ein passgenaues Tarifkonzept entwickelt.“ Weil man Dienstleister für die Industrie sei, sei große Flexibilität für die Branche unabdingbar. Zudem unterscheide der hohe Anteil der Personalkosten den Industrieservice von anderen Branchen. Dies alle berücksichtige der vom UIS ausgehandelte Flächentarifvertrag.

Peter Wieseler und Jürgen Paschold vom Unternehmerverband berichteten über die Maßnahmen des Unternehmerverbandes, Fachkräfte für den Industrieservice zu gewinnen. „Wir fangen in der Schule an, junge Menschen für Technik zu begeistern“, so Jürgen Paschold, der unter anderem auf das neue „Duale Orientierungspraktikum“ des Unternehmverbandes verwies. Gezielt sei man hier mit Hilfe der Lehrkräfte auf Schüler der gymnasialen Oberstufe zugegangen und habe dafür geworben, sich im Rahmen eines Praktikums, ein Bild von den Betrieben und der Fachhochschule zu machen. „Wir können hier bereits auf vielfältige Erfolge unserer Arbeit in den Schulen verweisen“, so Peter Wieseler. „Der Fachkräftebedarf der Zukunft wird riesig sein – auch für den Industrieservice. Die Kooperation von Schule und Wirtschaft ist unabdingbar, um dem frühzeitig entgegenzuwirken“, so Wieseler.

Abschließend betonten sowohl Harald Neuhaus für das Forum Vision Instandhaltung als auch Martin Jonetzko für den Unternehmerverband, dass man sich eine weitere Zusammenarbeit beider Organisationen sehr gut vorstellen könne. Im Interesse der Mitglieder von UIS und FVI könne man Synergien nutzen und mit vereinten Kräften mehr für Instandhaltung und Industrieservice erreichen.

Harald Neuhaus vom Forum Vision Instandhaltung spricht über die Bedeutung der industriellen Instandhaltung
Martin Jonetzko, Stellvertretender Hauptgeschäftsführer der Unternehmerverbandsgruppe, erläutert tarifliche und arbeitsrechtliche Rahmenbedingungen für den Industrieservice

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