Pflege-Azubis: Weiterbildung und Zeit für die Patienten wichtiger als Geld

Experten und Auszubildende aus der Pflege diskutierten gemeinsam mit den Mitgliedern des Unternehmerverbandes Soziale Dienste und Bildung über Mitarbeiterzufriedenheit und Nachwuchsgewinnung.

Was ist Euch in Eurem Betrieb wichtig? Wie können Pflegebetriebe junge Mitarbeiter an sich binden, beziehungsweise wie kann man die Mitarbeiterzufriedenheit fördern? Und – natürlich – wie kann man Nachwuchs für die Pflegeberufe gewinnen? Diese Fragen stellte der Unternehmerverband Soziale Dienste und Bildung im Rahmen seines Initiativkreises mit Vertretern von Behinderten-, Altenhilfe- und Bildungseinrichtungen.

Vier Auszubildende und junge Mitarbeiterinnen, davon zwei von der Pflege zu Hause Behmenburg GmbH (PzH) und zwei von der Lebenshilfe Heilpädagogische Sozialdienste gemeinnützige GmbH, gaben – teils überraschende – Antworten: Denn nicht das Gehalt steht bei den jungen Menschen im Mittelpunkt, sondern die Möglichkeit, sich zu entwickeln und Verantwortung zu übernehmen. Sie möchten sich weiterbilden, in flachen Hierarchien arbeiten und in einem guten Betriebsklima Spaß an der Arbeit haben. Zugleich erwarten sie aber vom Arbeitgeber klare Verantwortungsbereiche und Prioritätensetzung. Ganz wichtig: Die Nachwuchskräfte wünschen sich mehr Zeit für ihre Patienten.

Prof. Dr. Gerald Lux, Dekanatsbeauftragter Gesundheit und Soziales an der FOM, Hochschule für Oekonomie & Management gemeinnützige Gesellschaft mbH in Essen, schilderte die alarmierenden Herausforderungen in der Pflege: Neben einem spürbaren Fachkräftemangel – durch die geburtenschwachen Jahrgänge bei stark zunehmendem Bedarf an Pflegekräften – nehme die Qualität der Bewerbungen für eine Pflegeausbildung immer mehr ab.

Die Ergebnisse einer Mitgliederbefragung des Unternehmerverbandes belegen die Aussagen der Nachwuchskräfte und zeigen Chancen auf. „Eigenverantwortung, klare Prioritätensetzung, berufliche Entwicklungsperspektiven und ein gutes Arbeitsklima sind die wichtigsten Faktoren für mehr Zufriedenheit“, sagte Elisabeth Schulte, Geschäftsführerin des Unternehmerverbandes Soziale Dienste und Bildung. „Je höher die Zufriedenheit, desto besser die Chancen für eine exzellente Kundenbetreuung. Diese wiederum wirkt sich positiv auf den Ruf des eigenen Hauses aus. Und damit steigen dann auch wieder die Chancen, guten Nachwuchs zu gewinnen.“

Eine Auszubildende fasste zusammen: „Vertrauen in die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ist so wichtig – sonst lässt auch die Motivation schnell nach. Mit Anerkennung und Wertschätzung kann man viel erreichen. Da wünsche ich mir mehr von.“

Über den Unternehmerverband Soziale Dienste und Bildung

Der bundesweite Arbeitgeberverband zählt zu seinen Mitgliedern soziale Dienstleister beispielsweise aus Behinderten- und Seniorenbetreuung, ambulanten Pflegediensten, Kinder- und Jugendhilfe, Wohlfahrtsverbänden, Kliniken, Bildungseinrichtungen und Beschäftigungsförderung. Er gestaltet Arbeitsbeziehungen mit und ohne Tarifbindung – vor allem auch jenseits des TVöD. Zum Leistungsspektrum gehört auch die arbeitsrechtliche Beratung und Vertretung vor Gericht (auch z.B. für Personalgestellung, Tendenzbetriebe, Aus-, Neugründung, kirchliche Träger) und die politische Interessenvertretung bei Themen wie z.B. Mindestlohn oder Arbeitnehmerüberlassung. Der Unternehmerverband Soziale Dienste und Bildung wurde 1998 gegründet und hat seinen Sitz im HAUS DER UNTERNEHMER in Duisburg.

Weitere Informationen unter http://www.unternehmerverband.org/profil/einzelverbaende/soziale-dienste-und-bildung/.

Pflegeexperten und Azubis wünschen sich mehr Zeit für die Patienten. Im Vordergrund die vier Auszubildenden von PzH und Lebenshilfe, dahinter (v.l.) Ute Erdenberger, Techniker Krankenkasse Münster; Frank Oberpichler, Durian GmbH; Elisabeth Schulte, Geschäftsführerin Unternehmerverband Soziale Dienste und Bildung und Prof. Dr. Gerald Lux, FOM.

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