Oberhausen muss jetzt handeln

Das Oberhausener Wählervotum zur Straßenbahnlinie 105 darf nach Ansicht des Unternehmerverbandes nicht zur Resignation führen

„Das Wählervotum ist ein schwerer Schlag für den Wirtschaftsstandort Oberhausen. Die Investitionen hätten die heimischen Betriebe und Arbeitsplätze dringend brauchen können. Resignation ist aber trotzdem fehl am Platze“, mahnt der Sprecher der regionalen Wirtschaft, Heinz Lison. Es sei jetzt die Pflicht der Kommunalpolitik, über Alternativen nachzudenken. „Ich wünsche mir dabei mehr Mut und Weitsicht als in der Vergangenheit“, betont Lison.

Lison bemängelt insbesondere, dass ein Verkehrskonzept für das Ruhrgebiet insgesamt noch fehle. „In diesem Fall können wir die Kritik der Grünen nur unterstützen“, so der Vertreter der heimischen Wirtschaft. Der Grünen-Verkehrsexperte Rolf Beu hatte bemängelt, dass die Ruhrgebietsstädte nach wie vor nicht an einer gemeinsamen Strategie arbeiteten. Die einen wollten die Straßenbahnen abschaffen, die anderen ausbauen. An einer noch engeren Kooperation der Verkehrsgesellschaften führe zum Beispiel kein Weg vorbei. Der aktuelle Eindruck im Revier, dass Straßenbahnen nicht gebaut, Brücken gesperrt und der Wachstum des Flughafens Düsseldorf nicht gewollt ist, sei „katastrophal“.

Der kommende OB-Wahlkampf sei eine gute Gelegenheit für Oberhausen, über die wirtschaftliche Zukunft der Stadt zu diskutieren. „Wir müssen hier dringend darüber nachdenken, wie wir dem Wirtschaftsstandort wieder Impulse geben können“, fordert Lison. Er verweist in diesem Zusammenhang auch auf die Initiative des Unternehmerverbandes zu einem „Runden Tisch“, der ein wichtiges Instrument sein könne. Außerhalb werde Oberhausen als hochverschuldete Stadt mit hohen Steuern wahrgenommen, die sich jetzt auch mit Infrastrukturprojekten schwer tue. „Dieser Eindruck ist fatal. Da müssen wir gegensteuern. Das ist ein entscheidender Anspruch an alle Kandidaten für das Amt des Oberbürgermeisters“, so Lison.

Entscheidend für die Zukunft der Stadt sei ein Bekenntnis zum Industriestandort. „Wir müssen den Bürgern deutlich machen, dass die Arbeitsplätze hier von einer guten Verkehrsanbindung abhängig sind“, erklärt Lison. Trotz nötiger Überzeugungsarbeit und viel Transparenz müsse man den Sinn von Bürgerbegehren und Volksentscheiden hinterfragen. „Hier setzen sich zu oft Minderheiten gegen eine schweigende Mehrheit durch“, kritisiert Lison. Regieren und Entscheiden sei deswegen zu allererst Sache der Politik, die dafür vom Volk gewählt sei.

Die Unternehmerverbandsgruppe mit ihren sechs Einzelverbänden und ihren rund 700 Mitgliedsunternehmen gehört zu den größten Arbeitgeberverbänden Nordrhein-Westfalens. Mit Sitz in Duisburg reicht ihr angestammtes Verbreitungsgebiet vom westlichen Ruhrgebiet (Duisburg, Mülheim, Oberhausen) über den Kreis Wesel bis an die niederländische Grenze (Kreis Kleve) und ins Münsterland (Kreis Borken).

Heinz Lison, Sprecher der regionalen Wirtschaft (Foto: Unternehmerverband)

Ansprechpartner

Christian Kleff

Geschäftsführer "Wirtschaft für Duisburg" und Leiter Kommunikation und Marketing

Telefon: 0203 99367-225

E-Mail:kleff(at)unternehmerverband(dot)org

Jennifer Middelkamp

Pressesprecherin

Telefon: 0203 99367-223

E-Mail:middelkamp(at)unternehmerverband(dot)org

Geraldine Klan

Referentin

Telefon: 0203 99367-224

E-Mail:klan(at)unternehmerverband(dot)org

Sonja Kochem

Mitarbeiterin Marketing und Kommunikation

Telefon: 0203 99367-205

E-Mail:kochem(at)unternehmerverband(dot)org