NRW stark bei MINT, leider schwach bei beruflicher Bildung

NRW verharrt im Bildungsmonitor auf Platz 12 / Unternehmerverband fordert: Jetzt Bewegung für bessere Bildung

Die Corona-Pandemie hat Schwachpunkte der Bildungssysteme schonungslos offengelegt, zeigt der aktuelle INSM-Bildungsmonitor. „Die Aufholjagd der Schulen in NRW muss jetzt starten. Der Schaden ist groß, weil bei der Digitalisierung vieles versäumt wurde und Online-Unterricht zu oft konzeptlos war!“ Wolfgang Schmitz, Hauptgeschäftsführer des Unternehmerverbandes, analysiert mit Sorge aktuelle Zahlen des Bildungsmonitors der INSM, Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft: Nordrhein-Westfalen rangiert dort auf dem zwölften Platz der 16 Bundesländer. In die seit 2004 jährlich erstellte Studie fließen 93 Indikatoren ein; sie reichen von der Zahl der Schulabbrecher pro Bundesland bis hin zur Zahl der frisch gekürten Doktoren.

Stärken hat NRW bei den MINT-Absolventen – hier erreicht das Bundesland einen erfreulichen zweiten Platz. Dass man hier über dem Bundesdurchschnitt liege, zeige, dass die jahrelangen Bemühungen Früchte tragen, so Schmitz: Der Unternehmerverband setzt sich seit vielen Jahren dafür ein, Schüler für technische Berufe zu begeistern – beispielsweise mit dem InfoTruck der Metall- und Elektroindustrie und Wettbewerben wie „Schüler macht MI(N)T!“. Da aufgrund der Corona-Pandemie viele Veranstaltungen zur Berufsorientierung wegfielen, rief der Unternehmerverband Corona-konform die Initiative „Meine berufliche Zukunft in …“ ins Leben. Dabei informieren Unternehmen Schüler im Rahmen eines kurzen Videos über ihre Ausbildungsmöglichkeiten. In einem zweiten Schritt besuchen die Azubis die Klassen und beantworten Fragen – je nach Lage auch per Videokonferenz.

Die Kehrseite der Medaille: Schwächen weist NRW laut INSM-Bildungsmonitor beispielsweise bei der beruflichen Bildung auf. Der Anteil an erfolgreichen Absolventen aller Abgänger von Berufsfachschulen, Fachoberschulen und Fachschulen betrug 2019 nur 67,4 Prozent und war damit so niedrig wie in keinem anderen Bundesland.

Gute Bildung sei ein entscheidender Faktor für Wettbewerbsfähigkeit, Wohlstand und gesellschaftlichen Fortschritt, betont Schmitz: „Deshalb drängt die Zeit: Die Schulen müssen jetzt besser ausgestattet und auch Lehrkräfte entsprechend weitergebildet werden.“ Das ist laut Schmitz vor allem mit Blick auf die Digitalisierung nötig, Tablets sollten beispielsweise als Unterrichtsmittel weiter verbreitet werden, interaktive Bücher, Video-Tutorials, Recherchemöglichkeiten im Internet und Lern-Apps vermehrt zum Einsatz kommen. Das Homeschooling während der Corona-Pandemie habe gezeigt, dass dies eine Erleichterung wäre. Die Herausforderung Digitalisierung müsse konsequent angenommen werden: „Bundesmittel allein werden dafür nicht ausreichen. Die Länder sind aufgefordert, zusätzliche eigene Mittel bereitzustellen“, fordert Schmitz. „Bildungspolitikerinnen und -politiker müssen entschlossen zusammenarbeiten.“

Gleichzeitig wurde deutlich, dass nichts über Unterricht in Präsenz geht und nichts ohne Know-how im Umgang mit der Technik: „Ausstattung und Geld allein reichen nicht, wenn Lehrer und Schüler nicht im Umgang mit der Technik geschult sind“, betont Schmitz. Des Weiteren müsse alles getan werden, einen erneuten Schul-Lockdown zu vermeiden.

Den Bildungsmonitor 2021 sowie weitere Informationen stehen online unter: www.insm-bildungsmonitor.de

Platz 2 bei den MINT-Absolventen darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass in Sachen Bildung in NRW noch vielen im Argen liegt. (Foto: iStock)

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