Metallarbeitgeber im Ruhr-Niederrhein: Gewerkschaftsforderung „wirklichkeitsfremd“

Hauptgeschäftsführer Wolfgang Schmitz zur Tarifrunde 2021: „Beschlüsse der IG Metall gefährden viele Arbeitsplätze“

Als „nicht nachvollziehbar und wirklichkeitsfremd“ haben die Metallarbeitgeber in der Region Ruhr-Niederrhein den Forderungsbeschluss der IG Metall zur Tarifrunde 2021 zurückgewiesen. Einkommensverbesserungen in einem Volumen von vier Prozent für die rund 20.000 Beschäftigten dieses Industriezweigs in der Region passten nicht zur schwierigen wirtschaftlichen Lage in den Unternehmen. „Wenn die Betriebe jetzt zusätzliche Arbeitskosten-Lasten befürchten müssen, dann wird das den Druck auf die Arbeitsplätze massiv erhöhen“, sagte Wolfgang Schmitz, Hauptgeschäftsführer des Unternehmerverbandes. Aufträge, Produktion und Umsätze bewegten sich vielerorts seit vielen Monaten im zweistelligen Minusbereich, zahlreiche Unternehmen befänden sich in Kurzarbeit. Seit dem Frühjahr 2020 habe sich die Lage zudem in vielen Unternehmen zugespitzt. Viele hätten massiv Eigenkapital verloren und kämpften mit Liquiditätsengpässen. Auch wenn das dritte Quartal in mehreren M+E-Branchen wieder freundlicher aussehe, würde eine teure Tarifrunde den Aufholprozess gefährden. „Nach wie vor herrscht in den meisten Unternehmen eine große Unsicherheit über die wirtschaftlichen Aussichten in 2021“, betonte Schmitz. Die ungewisse Entwicklung der Pandemie sowie zahlreiche weltwirtschaftliche Risikofaktoren ließen gegenwärtig keine verlässlichen Prognosen zu. Der nächste Tarifabschluss müsse dem zwingend Rechnung tragen.

Eine klare Absage erteilte Schmitz der Behauptung der Gewerkschaft, Einkommenssteigerungen seien aus Gründen der Stabilisierung der Kaufkraft notwendig. Bei einem Durchschnittsverdienst von 56.000 Euro im Jahr mangele es den M+E-Beschäftigten in Nordrhein-Westfalen nicht an Kaufkraft. „Wir haben aber ein Konsumproblem, weil sich viele Menschen Sorge um ihren Arbeitsplatz machen und deshalb ihr Geld lieber zurücklegen. Unsere Mitarbeiter haben doch auch ein feines Gespür dafür, ob im Unternehmen etwas zu tun ist oder nicht“, sagte Schmitz. Ein sicherer Arbeitsplatz stehe da sicher ganz oben auf ihrer Prioritätenliste. Zusätzliche Belastungen bei den Arbeitskosten aber würden die Beschäftigungssituation in vielen Betrieben eher verschärfen. Überdies sei die Forderung auch ökonomisch nicht begründbar. Produktivität und Teuerungsrate bewegten sich aktuell im Minusbereich. „Das ist reine Umverteilung in einer Zeit, in der Unternehmen ihr Geld zusammenhalten müssen, um auch Zukunftsinvestitionen umzusetzen.“

Wolfgang Schmitz, Hauptgeschäftsführer des Unternehmerverbandes (Foto: Unternehmerverband)

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