Kombilohn: UVG bleibt skeptisch

Nur mit Qualifizierung verknüpfte Modelle machen überhaupt Sinn

In der Debatte um Einführung von Kombilöhnen hat der Hauptgeschäftsführer der UnternehmerverbandsGruppe UVG, Wolfgang Schmitz, vor einer „neuen Sozialromantik“ gewarnt. Die entscheidende Schubkraft für den Abbau der Arbeitslosigkeit könne nur aus anhaltend guter Konjunkturlage entstehen. Die Subventionierung von Löhnen für Langzeitarbeitslose durch den Staat mache nur dort einen Sinn, wo reelle Chancen für einen Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt bestehen. Die derzeit diskutierten Kombilohn-Modelle beinhalteten jedoch, so Schmitz, keine wirksamen Strategien gegen Mitnahmeeffekte.

 

Schätzungen der Koalitionsparteien, dass Kombilöhne bis zu drei Millionen Arbeitsplätze schaffen könnten, hält Schmitz für „überzogen und Augenwischerei“. Es bestehe nicht zuletzt die Gefahr, dass durch die Lohnsubventionierung der Wettbewerb zwischen den Unternehmen verzerrt wird. Erfahrungen aus Frankreich und den USA zeigten außerdem, dass die angestrebte Kostenneutralität für die öffentlichen Haushalte sich sehr schnell in jährliche Belastungen in zweistelliger Milliardenhöhe verwandeln kann.

 

Wenn Kombilöhne eingeführt würden, müssten sie nach Ansicht der UVG auf bestimmte Zielgruppen konzentriert und untrennbar mit Qualifizierungsmaßnahmen verknüpft werden. Man dürfe vor allem nicht „die Fehler der Vergangenheit noch einmal machen“. So erinnert Schmitz daran, dass selbst beim erfolgreichsten aller Kombilohn-Projekte, dem 2002 eingestellten „Hamburger Modell“ über die Hälfte der geförderten Arbeitslosen den Job nach kurzer Zeit wieder aufgaben oder sich als ungeeignet erwiesen.

 

Der UVG-Hauptgeschäftsführer fordert auch einen „realistischen Umgang mit dem Thema Niedriglohnsektor“. Die Vorstellung, hier seien überwiegend gering Qualifizierte beschäftigt, sei falsch. Mehr als die Hälfte aller Niedriglohnbezieher haben eine Berufsausbildung oder sogar einen Hochschulabschluss und üben durchaus qualifizierte Jobs aus, arbeiten aber in Klein- oder Familienbetrieben.

 

Die UnternehmerverbandsGruppe mit Hauptsitz in Duisburg vertritt in sechs Einzelverbänden bundesweit rund 700 Unternehmen aus vielen Branchen. Die Mehrzahl der Mitgliedsbetriebe hat ihren Sitz im Ruhrgebiet und am Niederrhein.

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