Kinder, Nachwuchs und Talente: Unternehmerverband will Mülheimer Potenziale thematisieren

Katerfrühstück mit über 120 Unternehmern / Physik-Professor Metin Tolan sieht deutschen WM-Gewinn als wahrscheinlich an

„Die Bildungschancen des Nachwuchses sind in unserer Stadt nur von einem Kriterium abhängig: der Geographie“, darauf wies der Vorsitzende des Unternehmerverbandes Mülheimer Wirtschaft, Hanns-Peter Windfeder, beim traditionellen Katerfrühstück seines Verbandes hin. Vor 120 heimischen Unternehmern sagte Windfeder zugespitzt: „Wachse ich in bestimmten Stadtteilen auf, habe ich schlechte Bildungschancen. Wachse ich wiederum in anderen Stadtteilen auf, habe ich gute Bildungschancen.“ Windfeder wies auf alle relevanten Kennzahlen hin, die diesen Befund untermauern. Zwar ginge es Mülheim im Durchschnitt gut, doch gebe es eine starke räumliche Polarisierung.

Das Bildungsgefälle in der Stadt sei keineswegs nur eine drängende soziale Frage. Es stelle auch eine Herausforderung für die Wirtschaft dar. „In Stadtteilen mit schlechten Bildungschancen haben wir mehr Kinder als in Stadtteilen mit guten Bildungschancen. Wir können es uns als Unternehmer jedoch nicht erlauben, die Potenziale unseres Nachwuchses einfach brach liegen zu lassen“, unterstrich Windfeder. Natürlich sei die Politik bei diesem Thema gefragt. Jedoch müssten sich auch die Unternehmen die Frage stellen, wie sie die Potenziale der Jugend in der gesamten Stadt nutzen können. „Stadt und Verwaltung machen schon einiges beim Thema. Doch wir haben als Unternehmen auch ein Eigeninteresse, uns damit zu beschäftigen“, betonte Windfeder. Er habe noch keine Lösungen parat, aber Windfeder will zur Diskussion anregen. „Chancen und Potenziale des Nachwuchses entdecken – darauf kommt es an“, so der Vorsitzende des Mülheimer Unternehmerverbandes.

Nach der Rede des Vorsitzenden des Unternehmerverbandes stand der Vortrag von Professor Metin Tolan im Mittelpunkt der Veranstaltung im HAUS DER WIRTSCHAFT. Das Katerfrühstück wird immer auch genutzt, um für die Bedeutung der Naturwissenschaften zu werben. Auch in dieser Hinsicht beschäftigte sich die Unternehmerschaft also mit dem Nachwuchs, der immer noch zu selten die Naturwissenschaften zum Beruf macht. Tolan ist Physikprofessor an der Universität Dortmund und findet Aufmerksamkeit für sein Fach, weil er einen heiteren Zugang zum manchmal schweren Stoff wählt.

Laut Tolan kann die Physik, was Netzer und Kahn nur versuchen: Fußball erklären. In diesem Jahr antwortet Tolan natürlich auf die Frage, wer Fußball-Weltmeister wird. Für das Team von Ecuador rechnet der Physiker eine Wahrscheinlichkeit von 0,11 Prozent aus, dass sie den WM-Sieg davon trägt. Mit über 20 Prozent gibt es für das deutsche Team laut Tolan die größte Wahrscheinlichkeit, den Pokal zu gewinnen. Er griff hierfür unter anderem auf die Anzahl der in der Qualifikation zur WM geschossenen Tore zurück. Augenzwinkernd fügte der Professor hinzu, dass es keine Garantie für den Sieg gebe, aber immerhin sei die Wahrscheinlichkeit 6,5-mal höher als die des durchschnittlichen WM-Teilnehmers. Die Zuhörer waren von dem Vortrag begeistert. „Wirklich fantastisch und witzig war Ihre physikalische Fußballbetrachtung. Dabei beleuchten Sie ein Thema, das uns gerade in diesem Jahr natürlich alle brennend interessiert“, dankte Windfeder dem Experimental-Physiker.

Mit einem mitreißenden Vortrag im Stile eines „Science Slams“ machte Professor Metin Tolan auf unterhaltsame und anschauliche Weise klar, warum Deutschland in diesem Jahr Fußball-Weltmeister wird. (Foto: Unternehmerverband)

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