„Jeder Streik schadet den Unternehmen – am Verhandlungstisch jetzt zu Lösungen kommen“

Der Metallverband Ruhr-Niederrhein zog eine Bilanz nach den ersten Warnstreiks in der Region und erläuterte seine Verhandlungsposition im aktuellen Tarifstreit

„Jeder Streik tut einem Unternehmen weh, auch ein Warnstreik. In einer international eng verflochtenen Wirtschaft, wirkt sich jeder Arbeitskampf nachteilig auf das Verhältnis zu Kunden, Abnehmern und Lieferanten aus“, so Wolfgang Schmitz, Hauptgeschäftsführer des Metallverbandes Ruhr-Niederrhein, bei einem Pressegespräch heute (10. Mai 2012) in Duisburg nach den ersten Warnstreiks in der Metall- und Elektroindustrie der Region. Der Metallverband Ruhr-Niederrhein vertritt rund 100 Unternehmen der M+E-Industrie in Duisburg, Mülheim, Oberhausen, am Niederrhein und im westlichen Münsterland. „In der Zeit vom 3. bis zum 9. Mai wurde in 26 unserer Mitgliedsunternehmen gestreikt. Insgesamt haben sich ca. 3.100 Mitarbeiter an den Streiks beteiligt. Gestreikt wurde in den Betrieben unterschiedlich lange: von 30 Minuten bis zu dreieinhalb Stunden“, so Schmitz.

Die konstruktiven Ansätze des Lösungsvorschlages der Metallarbeitgeber mit Warnstreiks zu beantworten, sei eine unnötige Verschärfung der laufenden Tarifrunde gewesen. „Wir brauchen jetzt wieder Bewegung am Verhandlungstisch und nicht auf der Straße“, fordert Schmitz die IG Metall zu Kompromissen auf. Die Arbeitgeber hätten der IG-Metall einen fairen und weitreichenden Lösungsvorschlag vorgelegt. Schmitz stellte einzelnen Komponenten des vorgeschlagenen Gesamtpaketes vor: „Wir haben der IG Metall eine Erhöhung der Tabellenentgelte um drei Prozent für 14 Monate bis zum 31. Mai 2013 angeboten. Wir haben ebenfalls unser Angebot erneuert, gemeinsam mit der IG Metall unser Modell zur Einstiegsqualifizierung für leistungsschwächere Jugendliche fortzuentwickeln. Und wir haben der IG Metall angeboten, an der Vereinbarung der tariflichen Übernahmepflicht für 12 Monate für Ausgebildete festzuhalten und das Bemühen unserer Mitgliedsunternehmen zu unterstützen, Ausgebildete möglichst unbefristet zu übernehmen.“

In Sachen Zeitarbeit dürfe es aber keine Überregulierung geben, die Betriebe bräuchten diese Flexibilität im knallharten internationalen Wettbewerb. Schmitz verwies darauf, dass man der Gewerkschaft zugesagt habe, ihre Verhandlungen mit den Arbeitgeberverbänden der Zeitarbeit über eine spürbare finanzielle Besserstellung von Zeitarbeitern weiterhin konstruktiv zu unterstützen. Schon die dadurch bedingte Kostensteigerung sei für die Betriebe enorm.

Mit Blick auf die von der IG Metall geforderte unbefristete Übernahme der Auszubildenden, bleibt der Metallverband bei seiner ablehnenden Position. „Hier wird ein Problem herbeigeredet, das keines ist“, so Schmitz. Bestehe die IG Metall auf ihrer Forderung nach einer unbefristeten Übernahme aller Ausgebildeten, dann erweise sie ausgerechnet jenen Jugendlichen einen Bärendienst, die der gemeinsamen Hilfe besonders bedürfen. „Leidtragende sind die schwächeren Bewerber, die heute vielfach noch eine Chance erhalten, künftig aber leer ausgehen“, so Schmitz. Und er ergänzt: „Kein Betrieb in NRW wird in die Förderung benachteiligter und leistungsschwächerer Jugendlicher investieren, wenn ihm deren unbefristete Übernahme abverlangt wird.“ Der Grundsatz „Ausbildung geht vor Übernahme“ müsse weiter gelten und dürfe nicht ins Gegenteil verkehrt werden. „Was ist das eigentlich für ein Motivationsanreiz für eine junge Frau oder einen jungen Mann von 18 oder 19 Jahren, wenn er weiß, dass er direkt unbefristet übernommen werden muss. Ich befürchte damit weniger statt mehr Leistung. Ich halte es im Übrigen auch für ungerecht gegenüber anderen Mitarbeitern, die auch zunächst eine Weile brauchen, um unbefristet übernommen zu werden“, so Schmitz.

Die Metallarbeitgeber würden ihren Mitarbeitern eine spürbare Steigerung der Realeinkommen und damit eine echte Teilhabe an der guten Entwicklung der Industrie anbieten. „Das ist mehr und fair“, so Schmitz. Die andere Seite müsse jetzt aber erkennen, wo die Grenzen liegen. „Faire Beteiligung der Arbeitnehmer ja, Abbau von Flexibilität nein“, so Schmitz abschließend.

Pressegespräch des Metallverbandes Ruhr-Niederrhein zur Tarifrunde im HAUS DER UNTERNEHMER: Hauptgeschäftsführer Wolfgang Schmitz (rechts), daneben Geschäftsführer Martin Jonetzko (links) (Foto: Unternehmerverband)

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