„Innovation gelingt bei der Abwesenheit von Angst“

Diskussionsrunde im HAUS DER UNTERNEHMER beschäftigte sich mit der Arbeitswelt der Zukunft

Wie arbeiten wir in Zukunft? Dass wir Grund haben trotz aller Unwägbarkeiten der fortschreitenden Digitalisierung, den Entwicklungen in der Arbeitswelt zuversichtlich entgegen zu sehen, wurde bei einer Veranstaltung im HAUS DER UNTERNEHMER deutlich. Die Digitalisierung und daraus resultierende Umbrüche seien kein neues Phänomen, sagte der ehemalige Chef der Bundesagentur für Arbeit, Florian Gerster (SPD). Und trotzdem erlebt die Bundesrepublik Deutschland derzeit ein „zweites Wirtschaftswunder“. Das Land steuere auf Vollbeschäftigung zu. Die großen Herausforderungen sollten deshalb mit Zuversicht statt Angst angepackt werden. Gerster warb für eine ambitionierte Reformagenda, um den Wirtschaftsstandort Deutschland auf die Zukunft vorzubereiten.

In diese Richtung argumentierte auch der FDP-Bundestagsabgeordnete Johannes Vogel. Vogel, der auch Generalsekretär der FDP in NRW ist, vermisst in Deutschland derzeit die Bereitschaft, mutig die Zukunftsthemen anzupacken. Als Beispiel nannte Vogel die Rentenpolitik. In der neuen Arbeitswelt seien starre Renteneintrittsalter nicht mehr zeitgemäß. „Die Menschen wollen selbst entscheiden, wann sie in Rente gehen. Genauso wie sie selbst entscheiden, wann sie mit dem Berufsleben beginnen“, warb Vogel für mehr Flexibilität. Auf die Bedeutung digitaler Kompetenzen für die zukünftige Arbeitswelt wies der CDU-Landtagsabgeordnete Florian Braun hin. Digitale Techniken müssten einen viel größeren Raum in der Schule einnehmen. „Daran arbeiten wir derzeit in Nordrhein-Westfalen. Wir müssen erkennen, welche großen Möglichkeiten uns die Digitalisierung für ein gutes Lernen bietet“, so Braun.

Basis für die digitale Arbeitswelt der Zukunft sei aber nicht nur die Vermittlung in der Schule, sondern auch der flächendeckende Breitbandausbau. Darin waren sich alle Diskussionsteilnehmer einig. Florian Gerster schlug vor, für das Vorankommen bei diesem Thema die Bundesanteile an den ehemaligen Staatsunternehmen Post und Telekom zu verkaufen.

Für den Blick einer jungen Branche auf das Thema sorgte in der Diskussion der Duisburger Unternehmer Alexander Kranki, der auch Vorsitzender des neuen Unternehmerverbandes Wirtschaft für Duisburg ist. Das, was für viele Arbeitgeber noch Zukunftsmusik bedeutet, zum Beispiel Vertrauensarbeitszeiten, wird bei KRANKIKOM bereits selbstverständlich umgesetzt. Kranki warb dafür, den kulturellen Wandel durch die Digitalisierung ernst zu nehmen und anzunehmen. Auch mutige Unternehmensgründer bräuchten allerdings ein Mindestmaß an Sicherheit, um nicht ins Bodenlose zu fallen, wenn es einmal schief geht. Zur Digitalisierung gehöre auch das Scheitern und auch die Möglichkeit, Fehler zu machen. „Innovation entsteht bei der Abwesenheit von Angst“, brachte es Kranki auf den Punkt. Der Unternehmer setzt sich dafür ein, dass junge Kreative und Existenzgründer mehr Rückenwind erhalten.

Matthias Heidmeier, Geschäftsführer bei der Unternehmerverbandsgruppe, begrüßte die rund 100 Gäste im HAUS DER UNTERNEHMER. Er zeigte auf, wie der Unternehmerverband konkret und vor Ort versucht, die Betriebe auf die Arbeitswelt der Zukunft vorzubereiten. So habe der Verband unter anderem neue Netzwerkformate auf den Weg gebracht. Unternehmer tauschen sich in kleinen Gruppen über Strategien zu Digitalisierung aus, um voneinander zu lernen. Und in Workshops mit Schülern, Auszubildenden und Studenten lernen Unternehmer mehr über die Bedürfnisse und Wünsche jener Generation, die die Arbeitswelt der Zukunft maßgeblich gestalten wird. Die Veranstaltung wurde von der Friedrich-Naumann-Stiftung gemeinsam mit der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) organisiert und vom Unternehmerverband unterstützt. Ziel der Akteure ist es, Reformideen für Zukunft der Arbeitswelt zu diskutieren und für ein wenig mehr Optimismus in der öffentlichen Debatte zu sorgen.

„New Work“ Thema im HAUS DER UNTERNEHMER (v. l. n. r.): Alexander Kranki (KRANKIKOM), Moderatorin Bianca Thomas, Florian Gerster (Staatsminister a. D), Johannes Vogel MdB (FDP) und Florian Braun MdL (CDU) (Foto: INSM)

Ansprechpartner

Matthias Heidmeier

Geschäftsführer Kommunikation

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E-Mail: middelkamp(at)unternehmerverband(dot)org