Gesellschaftliches Engagement als Chance für Unternehmen

70 Bocholter Unternehmer informierten sich bei Unternehmerfrühstück über politische und rechtliche Rahmenbedingungen für ihr soziales Handeln

Johannes Pöttering, Geschäftsführer bei der Landesvereinigung der Unternehmensverbände Nordrhein-Westfalen e. V., betonte gleich zu Beginn seines Vortrages die großen Chancen des sogenannten CSR (Corporate Social Responsibility). „Die Öffentlichkeit schaut immer genauer hin, was die Unternehmen für die Gesellschaft tun“, so Pöttering. In Punkto soziale Verantwortung von Unternehmen sei eine große Dynamik erkennbar, nicht zuletzt, weil sich viele Betriebe davon eine Imageverbesserung versprechen, so Pöttering. Er weist darauf hin, dass es beim CSR nicht bloß darum gehe, besonders auf die Einhaltung von Gesetzen zu achten, sondern dass das freiwillige Engagement im Mittelpunkt stehe. Und bei diesem freiwilligen Engagement von Unternehmen öffnet sich naturgemäß ein breites Feld: Es geht von der unterstützenden Arbeit in Schulen und Hochschulen über Aktivitäten im Umweltschutz bis hin zur Beteiligung an konkreten sozialen Projekten vor Ort.

Die Arbeitgeberseite sei sich mit der Bundesregierung vollkommen einig, dass es beim CSR beim Prinzip der Freiwilligkeit bleiben müsse. „Unterstützung ja, neue Vorschriften für die Unternehmen nein“, brachte es Pöttering auf den Punkt. Ganz anders und aus Sicht der Unternehmen besorgniserregend stelle sich aber die Debatte auf europäischer Ebene da. Hier plane man die Abkehr vom Prinzip der Freiwilligkeit und somit einen Paradigmenwechsel. Die Europäische Union wolle künftig von Unternehmen mit über 250 Mitarbeitern die Berücksichtigung von sozialen, ethischen, ökologischen, Menschenrechts- und Verbraucherbelangen in Betriebsführung und Kernstrategie verlangen. Hierzu würden Verhaltenskodizes erarbeitet. Diese seien, so Pöttering, nichts anderes als neue Berichtspflichten für die Unternehmen. „Wenn man aus Freiwilligkeit Zwang macht, gefährdet man aber das vielfältige, bereits vorhandene Engagement von Unternehmen“, so Pöttering. Er rief die anwesenden Unternehmer auf, nach dem Motto „Tue Gutes und rede darüber“, ihr bisheriges positives Engagement herauszustellen und damit auch der Politik zu signalisieren, dass man von einer CSR-Pflicht nichts halte.

Berthold Klein-Schmeink, Geschäftsführer der EWIBO Entwicklungs- und Betriebsgesellschaft der Stadt Bocholt GmbH, stellte gemeinsam mit Klaus Mertens, CSR-Manager der PSA Bocholt, im Anschluss noch ein konkretes Vorhaben in Sachen CSR in Bocholt vor. Man wolle das vielfältige soziale Engagement von Unternehmen und Initiativen in der Stadt bündeln und so noch effektiver machen. Es gehe dabei um den Aufbau eines CSR-Netzwerkes. Ein Schwerpunkt sieht das neue Netzwerk bei dem Thema Bildung. Hierbei gehe es z. B. um enge Kooperationen von Unternehmen und Bildungsträgern, die man mit der CSR-Initiative fördern wolle. Hiermit könne man auch konkret etwas gegen den aufkommenden Fachkräftemangel tun. Ideen oder Anregungen von den Unternehmern zum CSR-Projekt seien herzlich willkommen.

In der anschließenden Diskussion zeigten sich bereits viele Beispiele für das jetzt schon vorhandene Engagement der Bocholter Unternehmerschaft. „Mit CSR verbinden sich große Chancen für die Bocholter Unternehmen. Wichtig ist, dass wir dabei immer die Stärkung des Wirtschaftsstandortes Bocholt im Blick haben und mit konkreten Projekten unsere Region voranbringen“, sagte Jürgen Paschold vom Unternehmerverband zum Abschluss des Unternehmerfrühstücks.

Das Bocholter Unternehmerfrühstück wird regelmäßig als gemeinsame Veranstaltung vom Unternehmerverband und der Wirtschaftsförderung organisiert. Es dient dem Austausch der heimischen Unternehmerschaft und soll auf neue Entwicklungen für Unternehmen aufmerksam machen.

Johannes Pöttering, Geschäftsführer bei der Landesvereinigung der Unternehmensverbände Nordrhein-Westfalen e. V., sagt „Ja“ zu mehr sozialer Verantwortung der Unternehmen, aber „Nein“ zu neuen Vorschriften. (Foto: Unternehmerverband)

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