Fremdenfeindlichkeit hat keinen Platz in unseren Betrieben

Rede des Hauptgeschäftsführers der Unternehmerverbandsgruppe, Wolfgang Schmitz, anlässlich der heutigen gemeinsamen Kundgebung von DGB Niederrhein, Unternehmerverband und Bündnis für Toleranz und Zivilcourage in Duisburg zum heutigen Gedenken an die Opfer der rechtsextremistischen Terror-Gruppe.

„Meine sehr verehrten Damen und Herren,

als Vertreter der Unternehmerschaft in Duisburg und am Niederrhein und als Bürger dieses Landes bin ich wütend, wenn ich auf die Schandtaten blicke, die diese rechtsextremistische Verbrecherbande uns hinterlassen hat. Ich hätte es nicht für möglich gehalten, dass eine Terrorgruppe so viele Jahre unbehelligt ihr mörderisches Werk verrichten kann.

Dass wir es hier mit einem gravierenden Versagen zu tun haben, ist unbestritten. Wichtig ist die volle Aufklärung, wie es dazu komme konnte. Wir begrüßen, dass die deutsche Politik in dieser Frage das parteipolitische Gezänk bislang außen vor lässt und einmütig und entschlossen handelt.

Am Tag der Schweigeminute heute stehen die Opfer und ihre Angehörigen im Mittelpunkt. Sie haben einen Anspruch auf umfassende Aufklärung der Hintergründe und sie haben vor allem Anspruch auf unsere Solidarität. Für die Unternehmerschaft erkläre ich nachdrücklich, dass Fremdenfeindlichkeit keinen Platz in unseren Betrieben hat.

In den Betrieben im Ruhrgebiet hat sich ein beispielhaftes Miteinander aller Kollegen, egal welcher Herkunft, vorbildlich etabliert. Ich wünsche mir, dass dieses gute Miteinander überall im Land zum Vorbild genommen wird.

Für viele Unternehmen gehört Internationalität und Völkerverständigung längst zum Tagesgeschäft. Das nicht nur durch die vielen Kulturen, die sich in der eigenen Mitarbeiterschaft in den Betrieben hier wiederfinden, sondern auch und gerade durch die internationale Ausrichtung der Unternehmen in einer globalisierten Welt. Da hat Fremdenhass nicht nur aus ethischen Gründen überhaupt keinen Platz.

Nirgendwo auf der Welt, gerade auch nicht bei uns in Deutschland, gibt es irgendeine hinreichende politische oder religiöse Begründung für Terror.
Unser aller Aufgabe ist es, vor allem die junge Generation so stark zu machen, dass sie nicht auf falsche Signale hereinfällt.

Klar ist für mich, dass Perspektivlosigkeit von jungen Menschen gleichzeitig eine offene Flanke für Extremisten und Fanatiker bietet. Und genau gegen diese Perspektivlosigkeit müssen wir entschieden eintreten. Wir müssen in Kindergärten und Schulen investieren und den Erziehern und Lehrern für ihre wichtige Aufgabe den Rücken stärken. Bildung ist der Schlüssel gegen Gewalt jedweder Art.

Ich möchte nicht in einer Gesellschaft leben, in der wir alle einer Meinung sind. Das sind Arbeitgeber und Gewerkschaften auch nicht immer.
Aber ich möchte in einer Gesellschaft leben, wo man den Andersdenkenden, den Andersgläubigen oder den Andersfarbigen respektiert.
Die Würde des Menschen ist unantastbar heißt es dazu im Grundgesetz. Diese Würde steht jedem Menschen in Deutschland zu. Und gemeinsam mit den Gewerkschaften werden wir die Würde eines jeden Einzelnen Mitbürgers beständig gegen Extremisten jedweder Art verteidigen.

In diesem Sinne vielen Dank für Ihre Einladung. Danke, dass ich heute hier als Vertreter der Unternehmerschaft sprechen durfte.“

Wolfgang Schmitz: Bildung ist Vorbeugung gegen Gewalt (Foto: Unternehmerverband)

Ansprechpartner

Christian Kleff

Geschäftsführer "Wirtschaft für Duisburg" und Leiter Kommunikation und Marketing

Telefon: 0203 99367-225

E-Mail:kleff(at)unternehmerverband(dot)org

Jennifer Middelkamp

Regionalgeschäftsführung Kreise Borken / Kleve und Pressesprecherin

Telefon: 0203 99367-223

E-Mail:middelkamp(at)unternehmerverband(dot)org

Geraldine Klan

Referentin

Telefon: 0203 99367-224

E-Mail:klan(at)unternehmerverband(dot)org

Sonja Kochem

Mitarbeiterin Marketing und Kommunikation

Telefon: 0203 99367-205

E-Mail:kochem(at)unternehmerverband(dot)org