Eine moderne Arbeitswelt gestalten

Medienstatement von Wolfgang Schmitz, Hauptgeschäftsführer des Unternehmerverbandes, zum Ende der Homeoffice-Verpflichtung

„Mit dem Auslaufen der Bundesnotbremse zum 30. Juni entfällt auch die Verpflichtung für Arbeitnehmer und Arbeitgeber, die Arbeit – wenn möglich – nach zu Hause zu verlagern. Das begrüßt der Unternehmerverband. Die in der Pandemie gemachten umfassenden Erfahrungen helfen nun, in die ‚neue Normalität‘ zu starten. Wir warnen zugleich und weiterhin eindringlich davor, ein Recht auf Home-Office gesetzlich regeln zu wollen. Viel wichtiger für New Work: Die EU-Arbeitszeitrichtlinie muss endlich in deutsches Recht umgesetzt werden.

Homeoffice hat einen wichtigen Beitrag geleistet, das Infektionsgeschehen einzudämmen. Deshalb wurde mobiles Arbeiten von den Unternehmen auch schon vor der Verpflichtung umfassend genutzt. Dass die Verpflichtung jetzt ausläuft, ist das richtige Signal zum richtigen Zeitpunkt. Die Inzidenz ist auf einem sehr niedrigen Level. Wenn man sich abends in Kneipen und Fußballstadien treffen darf, kann man tagsüber auch in den Unternehmen zusammenarbeiten. Die Arbeitgeber haben direkt mit Beginn der Pandemie umfassende Maßnahmen zur Kontaktreduktion ergriffen und Hygienekonzepte etabliert. Die Arbeitsplätze waren und sind sicher! Über Teststrukturen in den Betrieben kann eventuelles Infektionsgeschehen gut nachverfolgt werden.

Die neue Normalität in den Unternehmen basiert auf den gemachten Erfahrungen in der Pandemie. Viele Arbeitgeber haben schon vor Corona den strukturellen Wandel der Arbeitswelt gestaltet. Die Ereignisse der vergangenen 15 Monate haben diese Entwicklung enorm beschleunigt. Nun wird sich vielerorts sehr schnell ein neues Verhältnis zwischen Präsenz im Betrieb und mobiler Arbeit einpendeln – so wie es individuell am besten passt. Ein von Teilen der Politik nach wie vor gefordertes allgemeines Recht auf Homeoffice würde diese Dynamik ausbremsen, neue Bürokratie schaffen und nachhaltig in die unternehmerische Freiheit eingreifen. Die Betriebe können – natürlich gemeinsam mit ihren Beschäftigten und den Sozialpartnern – selbst am besten beurteilen und regeln, wie die Arbeit sinnvoll für beide Seiten organisiert wird. Der Staat sollte lieber veraltete Rahmenbedingungen modernisieren, damit die gewollte Freiheit auch gelebt werden kann.

Für eine von allen gewünschte flexible Arbeitszeitgestaltung muss die EU-Arbeitszeitrichtlinie endlich in deutsches Recht umgesetzt werden. Sie ermöglicht es, die rechtlich zulässige Höchstarbeitszeit nicht auf den Tag, sondern auf die Woche zu beziehen. Nach geltender Rechtslage müssen Beschäftigte nach Beendigung der täglichen Arbeitszeit eine ununterbrochene Ruhezeit von mindestens elf Stunden einlegen. Wer sich also den Nachmittag für Familienzeit freinimmt und deshalb um 23 Uhr noch E-Mails beantwortet, darf am nächsten Tag frühestens ab 10 Uhr wieder die Arbeit aufnehmen. Diese Regelung geht an der Lebensrealität vieler Menschen komplett vorbei. Hier muss die neue Bundesregierung handeln, wenn sie es mit der neuen Arbeitswelt ernst meint.“

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Wolfgang Schmitz, Hauptgeschäftsführer des Unternehmerverbandes (Foto: Unternehmerverband)

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