Digitale Bildung: Versäumnisse jetzt aufholen, Chancen nutzen

Studien zeigen deutlich, dass bei Ausstattung der Schulen umfassend nachgebessert werden muss

Schüler, die via Laptop mit ihren Lehren regelmäßig in Kontakt stehen, Unterrichtsstoff erklärt bekommen, Fragen stellen und sich mit Mitschülern austauschen können: wünschenswert, aber in Deutschland weitestgehend noch keine Realität. „Corona hat die digitale Bildung in den vergangenen Wochen in den Fokus gerückt und uns damit auch noch einmal deutlich aufgezeigt, was wir versäumt haben“, sagt Wolfgang Schmitz, Hauptgeschäftsführer des Unternehmerverbandes. Eine Umfrage des Deutschen Schulbarometers Spezial ergab, dass 66 Prozent der Lehrkräfte die schlechte Vorbereitung ihrer Schule in Bezug auf technische Ausstattung bemängeln. Eine Studie der Vodafone Stiftung liefert noch alarmierendere Ergebnisse: Demnach gelang es nur 35 Prozent der Lehrkräfte in den vergangenen Wochen, Kontakt zu ihren Schülern zu halten.

Der Blick ins Ausland zeigt: Es kann auch anders laufen, wie beispielsweise in Neuseeland. Dort versorgten die Schulen zu Beginn des Lockdowns ihre Schüler flächendeckend mit Laptops. Die deutschen Studien belegen, dass hierzulande die mangelnde digitale Ausstattung der Schüler das Hauptproblem ist, gepaart mit fehlenden Kompetenzen. „Für den Arbeitsmarkt der Zukunft sind umfassende digitale Kenntnisse essenziell. Hierauf müssen die Schüler frühzeitig vorbereitet werden“, so Schmitz deshalb. Wer sich in der Schule in einem digitalen Umfeld bewege, habe ganz andere Voraussetzungen und die Möglichkeit, früh Interesse an Naturwissenschaften und Technik zu entwickeln. Der Unternehmerverband macht sich seit vielen Jahren dafür stark, bei Schülern das Interesse an MINT-Fächern zu wecken. Beispielsweise mithilfe des InfoTrucks der Metall- und Elektroindustrie und verschiedener MINT-Wettbewerbe.

Ein wichtiger Aspekt sei zudem eine umfassende Klarstellung und Hilfestellung für die Schulen in Sachen Datenschutz, so Schmitz weiter. „Wenn die Schulaufsichtsbehörden den Schulen lediglich aufzählen, was sie alles beachten müssen, wenn sie beispielsweise eine Videokonferenz organisieren möchten, dann schreckt das ab. Stattdessen braucht es einen klaren Rahmen, mit dem Land und Schulaufsichtsbehörden den Schulen helfen und sie in die Lage versetzen, digital zu denken und zu handeln.“

Wichtige Schritte seien nun, in die digitale Ausstattung der Schulen zu investieren, den Schulen in Sachen Datenschutz zu helfen und die Ausbildung und Weiterbildung von Lehrkräften im MINT-Bereich auszubauen. Auch die Fortbildung müsse auf den Prüfstand gestellt werden, appelliert das Leibniz-Instituts für die Pädagogik der Naturwissenschaften und Mathematik (IPN). „Wirksame Fortbildungen münden in einem messbaren Lernerfolg der Schülerinnen und Schüler“, ergänzt Schmitz.

Studien zeigen, dass bei der digitalen Ausstattung der Schulen noch Aufholbedarf besteht. (Foto: iStock)

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