Die Maschinenbauer von morgen

„Duales Orientierungspraktikum Technik“ in 9. Auflage / Firmen aus dem Kreis Borken stellten technische Berufe vor / Zertifikate für 26 Teilnehmer

26 Oberstufenschüler aus Bocholt, Borken und Ahaus erhielten Ende Januar ihre Urkunden für ihr absolviertes „Duales Orientierungspraktikum Technik“, kurz: DOP. „Ihr habt Eure Winterferien und nun noch eine Woche während der Schulzeit damit verbracht, Euch aus erster Hand über ein Ingenieurstudium zu informieren“, lobte Jürgen Paschold die engagierten Schüler. Paschold ist Verbandsingenieur und organisierte das Praktikum des Unternehmerverbandes in neunter Auflage. Die erste Januarwoche verbrachten die Schüler hiesiger Gymnasien, der Gesamtschule und zweier Berufskollegs an der Westfälischen Hochschule, die zurückliegende Zeugniswoche in einem von 13 Betrieben.

18 Jahre jung, Abiturient am Berufskolleg Borken, Berufswunsch: Ingenieur. Jannis Grömping war einer dieser 17 Jugendlichen: „Ich bin sehr technik-interessiert und finde dabei gerade die Maschinenbautechnik sehr spannend. Während der Berufskolleg-Schulzeit konnte ich Einblicke gewinnen, die ich gerne vertiefen wollte.“ Seine betriebspraktische Woche absolvierte er bei der Spaleck GmbH & Co. KG. Das traditionsreiche Maschinenbau-Unternehmen in Bocholt knüpfte über das DOP erneut den Kontakt zu technikaffinen Nachwuchskräften, wie Personalleiterin Karin Spaleck erläutert: „Wir arbeiten eng mit der Westfälischen Hochschule zusammen, bilden Dual Studierende aus und vernetzen uns bei der Forschung.“ Für ihr Team, Spaleck beschäftigt am Standort Bocholt 285 Mitarbeiter, darunter 36 Azubis, sucht sie immer technischen Nachwuchs. Fabian Weiß, bei Spaleck für die technische Ausbildung zuständig, berichtet, dass Praktikanten bei ihm generell sehr alltagsnah mitarbeiten dürfen: „Die Jugendlichen konstruieren an einem Büro-Arbeitsplatz mit einer 3D-Software Bauteile und erstellen Zeichnungen.“ Zudem kämen sie mit Auszubildenden bzw. Dual-Studierenden ins Gespräch, „da bekommen sie Infos und Tipps, wie es nach der Schule weitergehen kann, aus erster Hand.“ Jannis Grömping hätte zudem spontan die Möglichkeit erhalten, an einem Kundenbesuch teilzunehmen und eine Spaleck-Maschine in einer Recyclinganlage in Aktion zu sehen.

Wie Grömping schnupperten die 17 Schüler also Betriebsluft und lernten technische Berufsfelder, Produkte und Fertigungsprozesse sowie die Informationsverarbeitung kennen. Dazu schauten sie Ingenieuren und IT-Fachkräften über die Schulter oder begleiteten Kollegen mit technischen Berufsschwerpunkten. „So mancher Schüler hat nach dem DOP bei der Praktikumsfirma als Dual-Studierender angefangen. Aber auch das ‚Weitersagen‘ der Eindrücke führt dazu, dass technische Berufe mehr ins Blickfeld der hiesigen Jugendlichen geraten“, betont Paschold. 189 Schüler haben in den neun Jahren das besondere Praktikum durchlaufen und dabei auch engen Kontakt zu den Betrieben geknüpft, die dem Nachwuchs echte Perspektiven bieten.

In und rund um Bocholt nahmen 17 Schüler der Oberstufe mit technischem Berufswunsch an dem Praktikum teil. Nach der Westfälischen Hochschule (WH) Anfang Januar öffneten nun 13 Betriebe ihre Tore für den Nachwuchs. Partnerschulen sind die vier Bocholter Gymnasien, die Berufskollegs in Bocholt und Borken sowie erstmals die Städtische Gesamtschule Bocholt. In der studienpraktischen Woche in der WH wurden die jungen Leute gezielt an technische Projekte, praktische Arbeiten, Labor, Grundlagenversuche herangeführt und besuchten auch Vorlesungen. Prof. Dr. Gerhard Juen warb für den Ingenieurberuf: „Ob Künstliche Intelligenz, selbstfahrende Autos oder nachhaltige Produkte – überall ist Ingenieur-Know-how gefragt. Und Dual-Studierende sind bestens gerüstet, weil sie parallel in Hochschule und Betrieb eine berufsnahe Ausbildung erhalten.“ www.duales-orientierungspraktikum.de

Schülerinnen und Schüler – insgesamt 26 aus dem gesamten Kreis Borken – absolvierten das Duale Orientierungspraktikum Technik. Nun erhielten sie ihre Zertifikate bei der Abschlussveranstaltung in der Westfälischen Hochschule. (Foto: Unternehmerverband)

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