Arbeitgeber warnen vor Rolle rückwärts auf dem Arbeitsmarkt

Die regionalen Unternehmen schauen sorgenvoll auf die Verhandlungen über eine Große Koalition

Die Unternehmer der Region schauen gespannt nach Berlin. Welche Ergebnisse werden die Koalitionsverhandlungen liefern? Alle Alarmglocken schrillen nach Angaben des Sprechers der regionalen Wirtschaft, Heinz Lison, derzeit beim Thema Arbeitsmarkt. „Eine Rolle rückwärts in die Zeit vor die Agenda 2010 darf es nicht geben. Und damit wir uns ganz klar verstehen: Allein in unserer Region sind tausende Jobs in Gefahr, wenn man flexible Beschäftigungsformen abschafft oder massiv einschränkt“, so Lison.

Mit flexiblen Beschäftigungsformen bezeichnet man unter anderem Leiharbeit, Minijobs und befristete Beschäftigungsverhältnisse. „Die in unserem Arbeitgeberverband organisierten Unternehmen sind ebenfalls gegen Dumping-Löhne und sittenwidrige Beschäftigung. Für einige schwarze Schafe auf Unternehmensseite darf man nicht die ganze Wirtschaft und die betroffenen Beschäftigten in Haftung nehmen“, erklärt Lison zu denen vor allem von der SPD bekräftigten Forderungen nach neuen Regulierungen auf dem Arbeitsmarkt.

Der Sprecher der regionalen Wirtschaft verweist darauf, dass gerade auf dem heimischen Arbeitsmarkt die vielen Geringqualifizierten oft durch flexible Beschäftigungsformen überhaupt erst eine Jobchance erhalten könnten. „Wir dürfen diese Brücken in eine feste Beschäftigung nicht kappen. Das wäre unverantwortlich“, so Lison. Wer glaube, dass die Warnung der Arbeitgeber nur Ausdruck der üblichen Lobbyinteressen sei, der täusche sich gewaltig. „Hier geht es um den Arbeitsmarkterfolg insgesamt. Die durch Schröders rot-grüne Regierung beschlossene Reform des Arbeitsmarktes hat wesentlich zum heutigen Rekordstand bei der Beschäftigung beigetragen. Mir scheint, dass viele Politiker die Zeiten der Massenarbeitslosigkeit schon wieder verdrängt haben“, bemängelt Lison.

Wenn das Ergebnis der Koalitionsverhandlungen ein politischer Mindestlohn gepaart mit neuen Schranken auf dem Arbeitsmarkt sei, werde dies auch die heimischen Unternehmen schmerzhaft treffen. Der Unternehmerverband appelliert deswegen an die Bundestagsabgeordneten der Region, ihren Einfluss im Sinne der Beschäftigen und ihrer Betriebe geltend zu machen. „Bevor weitreichende Entscheidungen über neue Regulierungen auf dem Arbeitsmarkt getroffen werden, sollten sich die Abgeordneten anschauen, wie verantwortlich die große Mehrheit der heimischen Betriebe mit flexiblen Beschäftigungsformen umgeht. Dazu laden wir die Politik gerne ein“, so Lison abschließend.

 

Die Unternehmerverbandsgruppe mit ihren sechs Einzelverbänden und ihren rund 700 Mitgliedsunternehmen gehört zu den größten Arbeitgeberverbänden Nordrhein-Westfalens. Mit Sitz in Duisburg reicht ihr angestammtes Verbreitungsgebiet vom westlichen Ruhrgebiet (Duisburg, Mülheim, Oberhausen) über den Kreis Wesel bis an die niederländische Grenze (Kreis Kleve) und ins Münsterland (Kreis Borken).

Heinz Lison, Sprecher der regionalen Wirtschaft (Foto: Unternehmerverband)

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