90 Prozent der Beschäftigten sind mit der Arbeitszeit zufrieden

Umfragen zur Arbeitszeit / Politik muss „Arbeitszeitrecht 4.0“ auflegen

Smartphone, Tablet und Internetanbindungen selbst im entlegensten Winkel der Bundesrepublik – die Technik macht es heute möglich, ganz neu über das Thema „Arbeitszeit“ nachzudenken. Doch während Gewerkschaften und Politik beklagen, dass hierzulande ständige Erreichbarkeit und wenig Zeitsouveränität vorherrschten und die Wünsche der Arbeitnehmer nach mehr Flexibilität unerfüllt blieben, nennt Wolfgang Schmitz, Hauptgeschäftsführer der Unternehmerverbandsgruppe, völlig gegenteilige Ergebnisse. „Gut 90 Prozent der 39,7 Millionen Erwerbstätigen im Alter von 15 bis 74 Jahren sind – nach einer Erhebung des Statistischen Bundesamtes – mit ihren Arbeitszeiten zufrieden.“

Zwei aktuelle Umfragen der bundesweiten Dachorganisation Gesamtmetall und der landesweiten METALL NRW – beiden Organisationen gehört der hiesige Unternehmerverband Metall Ruhr-Niederrhein an – drehen sich zudem um die Arbeitszeit. Bundesweit war die Umfrage angelegt, in der Gesamtmetall die Beschäftigten befragte. Ein zentrales Ergebnis: „Die Beschäftigten haben schon heute einen großen Gestaltungsspielraum bei ihrer eigenen Arbeitszeit – für noch mehr selbstbestimmten Spielraum wollen sie nicht auf Geld verzichten“, so Wolfgang Schmitz. Zudem sei für zwei Drittel aller Beschäftigten ihre Arbeitszeit planbar, „kurzfristige Änderungen der Arbeitszeit sind selten, und wenn, dann mehrheitlich im gegenseitigen Einvernehmen“, so der Hauptgeschäftsführer des Unternehmerverbandes. Kaum ein Beschäftigter der Branche muss laut der Studie wirklich nach Feierabend erreichbar sein.

„Die Mitarbeiter erleben im Alltag ein ausgewogenes Geben und Nehmen“ lautet Schmitz‘ Fazit. Gleichberechtigt neben den Interessen der Beschäftigten müsse aber der Bedarf des Betriebes stehen. „Die Mehrheit der M+E-Unternehmen sieht dringenden Änderungsbedarf beim Arbeitszeitrecht.“ Aus Sicht von Schmitz sind die gesetzlichen Vorschriften wie die mindestens elfstündige Ruhezeit zwischen Arbeitsende und -beginn oder die tägliche Höchstarbeitszeit von zehn Stunden unzeitgemäß: „Das passt nicht mehr in das Handy- und Laptop-Zeitalter – wir brauchen ein neues Arbeitszeitrecht 4.0.“

Dass für die Metall-Arbeitgeber dringend Änderungen beim Thema Arbeitszeit nötig sind, zeigt auch die Umfrage unter NRW-Betrieben. „Aufgrund der voranschreitenden Digitalisierung werden wir einen rasanten Wandel der Arbeitsbedingungen bekommen – insbesondere der Arbeitszeit", sagt Wolfgang Schmitz vom hiesigen Unternehmerverband. „Zugleich ist die Generation Y in den Betrieben angekommen. Sie erwartet viel mehr Flexibilität. Beides zusammen stellt uns vor große Herausforderungen.“ In der NRW-Umfrage erklärten 75 Prozent der befragten Betriebe, dass sie damit rechneten, dass ihre Mitarbeiter während ihres Berufslebens flexibler sein wollen – etwa für Kinderbetreuung oder die Pflege eines Angehörigen. Deswegen sind neue Regulierungen der Arbeitszeit – wie beispielsweise die geplante Familienarbeitszeit – aus Sicht des Unternehmerverbandes absolut kontraproduktiv.

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