Martin Jonetzko, stellv. Hauptgeschäftsführer des Unternehmerverbandes

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Sommer im Büro: So meistern Unternehmen heiße Tage

Unternehmerverband gibt Tipps zum Umgang mit hohen Temperaturen am Arbeitsplatz

 

Sommerliche Höchsttemperaturen machen das Arbeiten im Büro, in der Produktion oder im Homeoffice zunehmend zur Herausforderung. „Ein Recht auf Hitzefrei oder eine Klimaanlage gibt es im Arbeitsleben nicht“, betont Martin Jonetzko, stellvertretender Hauptgeschäftsführer des Unternehmerverbandes. Umso wichtiger sei es, frühzeitig gegenzusteuern und gemeinsam praktikable Lösungen zu finden.

Denn Hitze ist mehr als nur ein unangenehmes Gefühl: Sie beeinträchtigt Konzentration und Leistungsfähigkeit und kann gesundheitliche Risiken wie Kreislaufprobleme erhöhen. Unternehmen und Beschäftigte können jedoch aktiv gegensteuern.

Bewährte Mittel sind konsequenter Sonnenschutz, richtiges Lüften in den kühlen Morgenstunden sowie ausreichendes Trinken. „Indem Getränke bereitgestellt werden, kann der Arbeitgeber schon viel zur Entlastung beitragen“, so Jonetzko. Ergänzend helfen leichte, ausgewogene Ernährung, möglichst luftige Kleidung im Rahmen der betrieblichen Vorgaben sowie kleine Abkühlungen – etwa durch kaltes Wasser an Handgelenken oder im Nacken.

Die Arbeitsstättenregeln geben Orientierung: Ab 26 °C sollten Maßnahmen geprüft werden, ab 30 °C besteht konkreter Handlungsbedarf. Steigt die Raumtemperatur über 35 °C, ist ein Büro ohne Gegenmaßnahmen nicht mehr geeignet. Unternehmen können hier mit technischen Lösungen wie Ventilatoren oder Klimageräten, aber auch mit organisatorischen Maßnahmen reagieren – etwa durch zusätzliche Pausen, Trinkangebote oder kühle Rückzugsorte.

Bei Hitzeperioden bietet es sich an, Arbeitszeiten flexibler zu gestalten, etwa durch einen früheren Arbeitsbeginn oder die Verlagerung belastender Tätigkeiten in kühlere Tageszeiten. Auch mobiles Arbeiten kann eine sinnvolle Entlastung sein. Gleichzeitig gilt: Besonders schutzbedürftige Beschäftigte, wie ältere Menschen oder Schwangere, benötigen zusätzliche Rücksicht und Unterstützung.

Und wie sieht es mit der Kleidung aus? Shorts statt Sakko und Sommerkleid statt Kostüm? „Auch wenn es zurzeit wieder sehr heiß ist, sollten sich Beschäftigte in hiesigen Büros nicht allzu leger kleiden“, rät Jonetzko. Seine Empfehlung lautet, zunächst das Gespräch mit der Geschäftsleitung zu suchen. „Über Krawattenzwang für Männer lässt sich beispielsweise oft sprechen.“ Gleichzeitig gilt: Viele Unternehmen zeigen sich in Hitzephasen pragmatisch und erlauben angepasste Kleidung, solange ein gepflegtes Erscheinungsbild gewahrt bleibt und betriebliche Anforderungen – etwa Kundenkontakt oder Arbeitssicherheit – berücksichtigt werden.

Hitze am Arbeitsplatz ist längst keine Ausnahme mehr, sondern eine dauerhafte Herausforderung. „Unternehmen, die rechtzeitig handeln, schützen nicht nur ihre Beschäftigten, sondern sichern auch ihre Produktivität“, so Jonetzko.

Über den Unternehmerverband

Die Unternehmerverbandsgruppe ist einer der großen Arbeitgeberverbände in Nordrhein-Westfalen. Den sieben Einzelverbänden gehören bundesweit über 700 Mitgliedsunternehmen mit mehr als 100.000 Beschäftigten an.

Die Gruppe vertritt die Interessen der Arbeitgeber und bietet umfassende Expertise im Arbeits- und Sozialrecht, der Gestaltung von Arbeitsbedingungen mit und ohne Tarifbindung sowie der Arbeitsorganisation. Die Verbände sind Stimme der Unternehmerinnen und Unternehmer in der Region, im Land, im Bund und ihren Branchen; sie setzen sich für den Wirtschaftsstandort ein und bilden ein starkes Netzwerk.

Der Sitz des Unternehmerverbandes ist das HAUS DER UNTERNEHMER in Duisburg. Das Kern-Verbandsgebiet reicht vom westlichen Ruhrgebiet rechtsrheinisch über den Niederrhein bis hin zur niederländischen Grenze. Drei der Einzelverbände sind bundesweit aktiv.

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Jennifer Middelkamp

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