Staatssekretär Rouenhoff zeigte sich beim Rundgang durch die Flender-Montagehallen beeindruckt: „Flender zählt heute im Bereich von Windkraft-Antriebssträngen zu den globalen Marktführern. Das ist ein großer Erfolg.“

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Flender, Bocholt

Flender im Dialog mit Staatssekretär Stefan Rouenhoff

 

  • Austausch über Windenergie-Innovationen und industrielle Gemeinschaftsforschung am Flender-Standort Voerde 
  • Flender präsentiert REVO: wegweisendes Antriebskonzept mit Rekord Drehmomentdichte von 300 Nm/kg 
  • Appell an die Bundesregierung: Industrielle Gemeinschaftsforschung massiv stärken 

Flender empfing  Stefan Rouenhoff, Parlamentarischer Staatssekretär bei der Bundesministerin für Wirtschaft und Energie, an seinem Standort in Voerde. Im Mittelpunkt des Besuchs standen die Innovationskraft der deutschen Windenergie Industrie und die Bedeutung der industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF) für die deutsche Wirtschaft. Flender-CEO Andreas Evertz führte Staatssekretär Rouenhoff durch die Getriebemontage und präsentierte das neue Antriebskonzept REVO, das mit einer Drehmomentdichte von 300 Nm/kg einen neuen Maßstab in der Windenergie setzt. Der Besuch unterstreicht die Rolle von Unternehmen wie Flender als Innovationstreiber der Energiewende – und die Notwendigkeit verlässlicher Forschungsförderung für die Industrie. 

REVO: Innovationsschub für die Windenergie – entwickelt und produziert in Deutschland 

Ein zentrales Thema des Besuchs war die Vorstellung des neuen Antriebskonzepts REVO. Es erreicht als erstes Getriebekonzept die Schwelle von 300 Newtonmetern pro Kilogramm (Nm/kg) Drehmomentdichte – ein Quantensprung für die Branche. Für die gleiche Leistung kann der Außendurchmesser des Getriebes um bis zu 25 Prozent reduziert werden. Das Ergebnis: kompaktere, leichtere Gondeln, geringere Material-, Transport- und Installationskosten sowie die Erschließung neuer Standorte, die bisher logistisch nicht erreichbar waren. Im Vergleich zu Getrieben derselben Leistungsklasse aus dem Jahr 2010 ermöglicht REVO eine Reduktion der CO₂-Emissionen um rund 70 Prozent. Zudem bleibt die Straßentransportfähigkeit auch für aktuelle und zukünftige Turbinenklassen jenseits von 8 Megawatt erhalten. 

„Mit REVO zeigen wir, dass bahnbrechende Innovationen für die Energiewende hier in Deutschland entstehen“, sagte Andreas Evertz, CEO der Flender Gruppe. „Jede dritte Windturbine weltweit läuft mit Winergy-Antriebstechnik. An unserem Standort in Voerde arbeiten rund 1.300 Menschen daran, Windenergie immer effizienter und kostengünstiger zu machen. Die Branche schafft tausende hochqualifizierte Arbeitsplätze und ist ein Wachstumsmotor für den Industriestandort Deutschland.“ 

„Die Flender GmbH hat seine Position in der Windenergiesparte in den vergangenen Jahren durch Innovationen, den Ausbau des Servicegeschäfts und Investitionen in internationale Märkte gestärkt. Das Unternehmen zählt heute im Bereich von Windkraft-Antriebssträngen zu den globalen Marktführern. Das ist ein großer Erfolg. Hierzu haben vor allem die Beschäftigten am niederrheinischen Standort Voerde, aber auch die industrielle Gemeinschaftsforschung des Bundeswirtschaftsministeriums einen wichtigen Beitrag geleistet“, erklärte Staatssekretär Rouenhoff während seines Unternehmensrundgangs. 

Industrielle Gemeinschaftsforschung: Grundlage für den Innovationsvorsprung 

Die industrielle Gemeinschaftsforschung (IGF), das zentrale Förderprogramm des Bundeswirtschaftsministeriums für vorwettbewerbliche Forschung, wird auch von Flender als wichtiges Instrument der Forschungsförderung betrachtet. In der IGF schließen sich Unternehmen jeder Größe in gemeinnützigen Forschungsvereinigungen zusammen, um den Forschungsbedarf ihrer Branche zu definieren. Die öffentlichen Fördermittel fließen dabei zu 100 Prozent in die forschende Wissenschaft – an Universitäten und Forschungseinrichtungen – und adressieren exakt den Bedarf der Industrie. Der Wissenstransfer in die industrielle Praxis erfolgt schnell, diskriminierungsfrei und breitenwirksam. 

Flender arbeitet im Rahmen von IGF-Projekten eng mit Universitäten und Forschungseinrichtungen an Grundlagenthemen wie innovativen Härteverfahren für Verzahnungen, der Weiterentwicklung von Gleitlagertechnologie und der Entwicklung neuer Generatoren mit deutlich reduziertem Einsatz seltener Erden. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse fließen direkt in Produktinnovationen wie REVO ein – ein Paradebeispiel dafür, wie IGF-geförderte Grundlagenforschung zu marktreifen Innovationen führt. 

Allein im Maschinenbau sind über 800 Unternehmen mit rund 4.500 Expertinnen und Experten in den Forschungsvereinigungen des VDMA aktiv. Leider können jedoch rund 30 Prozent der durch die Industrie initiierten und positiv begutachteten Vorhaben mangels staatlicher Fördermittel nicht umgesetzt werden – vorhandenes Innovationspotenzial geht verloren. Der VDMA beziffert den notwendigen Mittelaufwuchs von derzeit rund 180 Millionen Euro auf 300 Millionen Euro. 

„Der Standort Voerde ist ein hervorragendes Beispiel dafür, wie erfolgreich industrielle Gemeinschaftsforschung wirkt“, betonte Evertz. „Technologien, die in Zusammenarbeit mit Universitäten im Rahmen von IGF-Projekten entstanden sind, stecken heute in REVO – unserem leistungsstärksten Antriebskonzept. Dieses Programm ist ein einzigartiges Instrument für den industriellen Mittelstand: Die Forschungsmittel fließen in die Wissenschaft, die Ergebnisse kommen der gesamten Branche zugute, und am Ende eines Projekts stehen junge Ingenieurinnen und Ingenieure bereit für den Wechsel in die Industrie – ein wirksames Mittel gegen den Fachkräftemangel. Wir appellieren nachdrücklich an die Bundesregierung, die IGF nicht weiter zu kürzen, sondern massiv zu stärken. Die Industrie muss in der Forschungsförderung den Stellenwert bekommen, den sie verdient.“ 

Staatssekretär Stefan Rouenhoff erklärte, dass angesichts der angespannten Haushaltslage im kommenden Bundeshaushalt erhebliche Einsparungen erforderlich seien. Ob und inwieweit hiervon auf die IGF betroffen ist, konnte Rouenhoff aufgrund des noch frühen Stadiums in den Haushaltsgesprächen nicht sagen. 

Beeindruckender Produktionsstandort für Windenergie-Antriebstechnik 

Im Anschluss an die Gespräche besichtigte Staatssekretär Rouenhoff die Getriebemontage am Standort Voerde, an dem rund 1.300 Mitarbeitende tätig sind. Dabei gewann er einen Eindruck von den hochmodernen Produktionsanlagen, der beeindruckenden Fertigungstiefe und den Qualitätsstandards, die Flender als Weltmarktführer im Bereich der Windenergie-Antriebstechnik auszeichnen. Der REVO-Prototyp konnte vor Ort im Vergleich zu herkömmlichen Antriebssystemen besichtigt werden – die Kompaktheit des neuen Konzepts ist unmittelbar sichtbar. Neben dem Windgeschäft präsentierte Flender dem Staatssekretär auch sein breites Portfolio an Industrieantrieben und Kupplungen für Schlüsselindustrien wie Zement, Rohstoffverarbeitung, Marine und Energieerzeugung. Das Unternehmen unterstreicht damit seine Rolle als ganzheitlicher Antriebstechnikspezialist mit globaler Reichweite und starker Verankerung in Deutschland.

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