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Arbeitgeber weisen 5-Prozent-Forderung der IG Metall entschieden zurück
Die Metall- und Elektro-Industrie steckt in einer tiefen Strukturkrise. Dennoch fordert die IG Metall fünf Prozent mehr Entgelt. Der Unternehmerverband Metall Ruhr-Niederrhein, der die hiesige M+E-Wirtschaft tarifpolitisch vertritt, warnt: Diese Forderung ignoriert die existenzielle Not vieler Betriebe und gefährdet die verbliebenen Industriearbeitsplätze.
Als „gänzlich falsches Signal zur Unzeit“ bezeichnet Christian Kleff, Hauptgeschäftsführer des Unternehmerverbandes Metall Ruhr-Niederrhein, die heute beschlossene Forderung der IG Metall. Die Gewerkschaft verlangt für die Tarifrunde 2026 eine Entgelterhöhung von fünf Prozent bei einer Laufzeit von zwölf Monaten sowie zusätzliche kostenträchtige Nebenkomponenten. Die erste Tarifverhandlung für die M+E-Industrie in NRW ist für den 7. Oktober 2026 in Düsseldorf angesetzt.
Strukturkrise statt Konjunkturdelle
„Wer in der schwersten Strukturkrise seit Jahrzehnten solche Forderungen aufstellt, verkennt den Ernst der Lage“, sagt Kleff. Die Fakten sprächen eine deutliche Sprache: Seit 2018 ist die Produktion in der M+E-Industrie um 27 Prozent eingebrochen, jeder zehnte Arbeitsplatz ist bereits verschwunden. Monat für Monat verliert die Branche allein in NRW rund 2.500 Stellen. „Das ist keine normale Tarifrunde. Wir kämpfen hier gegen die schleichende De-Industrialisierung unseres Landes“, so der Hauptgeschäftsführer weiter.
Arbeitskosten ersticken Wettbewerbsfähigkeit
Besonders kritisch bewerten die Arbeitgeber den hohen Lohnkostenanteil, der je nach Betrieb zwischen 20 und 30 Prozent des Umsatzes ausmacht. Weitere Steigerungen würden den Standort Nordrhein-Westfalen international weiter ins Abseits manövrieren. Kleff betont: „Unsere Unternehmen brauchen Luft zum Atmen, keine neuen Belastungen. Wer jetzt die Kostenspirale weiter dreht, beschleunigt den Personalabbau und treibt Investitionen ins Ausland.“
Zukunft des Flächentarifs steht auf dem Spiel
Die anstehenden Verhandlungen seien eine Belastungsprobe für das gesamte System. Die Erwartungshaltung der Mitgliedsunternehmen an Rhein und Ruhr sei eindeutig: Sie fordern einen Abschluss, der die Realität der Betriebe widerspiegelt und die Wettbewerbsfähigkeit stärkt. „Unser gemeinsames Ziel muss es sein, die industrielle Substanz zu erhalten und den Stellenabbau zu stoppen. Das gelingt nur mit Augenmaß und Verantwortungsbewusstsein – beides lässt die aktuelle Forderung der Gewerkschaft vermissen“, stellt der Hauptgeschäftsführer klar.
Ansprechpartner für die Presse


Jennifer Middelkamp
Pressesprecherin
Regionalgeschäftsführung Kreise Borken | Kleve





