Vom Aufschwungmodus zurück in den Normalmodus

Unternehmerverband stellt Konjunkturumfrage vor / Lage stabil, aber Dämpfer erwartet / Beschäftigungs- und Ausbildungssaldo im Plus

Die wirtschaftliche Lage befindet sich zwar noch im Aufschwungmodus, aber es ist ein Dämpfer zu erwarten – so bilanzieren die Unternehmen an Rhein und Ruhr die Lage im Frühjahr 2019. Das zeigen die Ergebnisse der aktuellen Konjunktur-Umfrage des Unternehmerverbandes. Dazu befragte die Arbeitgeberorganisation gemeinsam mit den Verbänden von „arbeitgeber ruhr“ seine Mitglieder. „Die Ertragslage war im ersten Halbjahr sehr gut. Doch der Aufschwung schwächt sich ab. Die Ertrags- und Umsatzprognose ist negativ. Wichtig ist, dass die Unternehmen jetzt die richtigen Weichen stellen, um einen Dämpfer entsprechend abfedern zu können“, so der Vorstandsvorsitzende der Unternehmerverbandsgruppe, Dr. Marcus Korthäuer.

Rund drei Viertel der Befragten stufen die aktuelle Geschäftslage noch als gut oder befriedigend ein, bereits ein Viertel bzw. ein Drittel gibt aber an, dass sich die Auftragslage im In- bzw. Ausland verschlechtert. „Der seit 2016 anhaltende wirtschaftliche Aufschwung in der Region ist bereits ins Stocken geraten“, so Korthäuer mit Blick auf die Zahlen und bezieht sich auf den negativen Trend in der Gesamtwirtschaft bei der Ertrags- und Umsatzprognose. Auch die Investitionsbereitschaft ist im Inland für rund ein Drittel der Unternehmen gleichbleibend niedrig, im Ausland sogar für knapp die Hälfte. „Diese anhaltende Investitionsschwäche, die im Ruhrgebiet besonders ausgeprägt ist, belastet die Konjunktur sehr“, mahnt Korthäuer. Deswegen müssten die Investitionsbedingungen am Standort Ruhrgebiet deutlich verbessert werden. Die Ruhr-Konferenz, die sich zurzeit in der ersten von insgesamt drei Phasen befindet, sei hierbei eine große Chance. Erste Projektideen, die die Region weiterbringen sollen, wurden bereits vorgelegt. Schlussendlich entscheidet die Landesregierung über die Projekte, die dann ab 2020 in die Umsetzung gehen. „Die Ruhr-Konferenz treibt die Entwicklung zur Metropolregion voran. Die Ergebnisse der aktuellen Konjunkturumfrage zeigen abermals, wie wichtig das ist“, bilanziert Korthäuer.

Bei den Prognosen für den Arbeitsmarkt zeigt sich eine Schere zwischen der Gesamtwirtschaft und der Metall- und Elektroindustrie: Gesamtwirtschaftlich ist der Beschäftigungs- und Ausbildungssaldo deutlich im Plus, in der Metall- und Elektroindustrie ist der Beschäftigungssaldo negativ. Die Aussichten für junge Leute, die auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz sind, seien aber nach wie vor sehr gut. „Die Jugendlichen haben weiterhin beste Aussichten auf einen sicheren Job“, so Korthäuer. Die Ausbildungsbereitschaft bei den Unternehmen sei groß. Doch es gebe auch die Kehrseite: viele Unternehmen haben Mühe, ihre angebotenen Ausbildungsplätze zu besetzen. Gerade bei den technischen Berufen klaffe nach wie vor eine große Fachkräfte-Lücke. „Wir müssen die duale Ausbildung stärken“, fordert deshalb Wolfgang Schmitz, Hauptgeschäftsführer des Unternehmerverbandes. Um für technische Berufe zu begeistern, müsse schon sehr früh in den Schulen angesetzt werden. Der Unternehmerverband ist hier aktiv und unterbreitet Lehrern und Schülern konkrete Angebote, Ausbildungsberufe in den Betrieben zu erkunden, damit entsprechende Perspektiven Eingang in den Unterricht finden können.

Abschließend bilanziert Dr. Marcus Korthäuer: „Wir erwarten 2019 gesamtwirtschaftlich einen Dämpfer für die Konjunktur“. Dabei sei das genaue Ausmaß noch unklar. Gerade für die M+E-Konjunktur sei zu erwarten, dass sie vom Aufschwung- auf unter den Normalmodus falle. Von einer Krise zu sprechen sei aber deutlich verfrüht. Ein wichtiger Schritt sei es nun beispielsweise, in die digitale Infrastruktur zu investieren. „Wir müssen die digitale Zukunft unseres Landes gestalten – nicht mit kleinen, sondern am besten mit Siebenmeilenschritten“, so Schmitz.

Geschäftslage von Gesamtwirtschaft (schwarz) und der Metall- und Elektroindustrie (blau) in der langfristigen Betrachtung. (Grafik: arbeitgeber ruhr)
Wolfgang Schmitz, Hauptgeschäftsführer des Unternehmerverbandes (Foto: Unternehmerverband)
Dr. Marcus Korthäuer, Vorstandsvorsitzender der Unternehmerverbandsgruppe (Foto: Unternehmerverband)

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