UVG-Unternehmerpreis geht an Dieter Fitscher

Im Rahmen des Unternehmertages Herbst 2006 ist Dieter Fitscher mit dem UVG-Unternehmerpreises 2006 ausgezeichnet worden.

Der geschäftsführende Gesellschafter der Ed. Fitscher GmbH & Co. KG in Oberhausen erhielt die mit der Ehrung verbundene Skulptur „Der Traum vom Fliegen“ am Abend des 16. Novembers 2006 aus den Händen des Präsidenten der UVG, Heinz Lison. Vor 200 Gästen aus Wirtschaft, Politik und Kultur war Oberhausens Oberbürgermeister Klaus Wehling erster Gratulant des sichtlich überraschten und gerührten Preisträgers.

In seiner Laudatio nannte Lison den 66-jährigen Fitscher einen „Unternehmer, wie er im Buche steht“. Er erinnerte daran, dass der Preisträger nach dem plötzlichen Tod des Vaters mit 26 die Ausbildung abbrechen und den Betrieb übernehmen musste. Er habe in seiner Jugend selbst am Stahlabstich gestanden, was ihn offenbar für alle Zeiten „geerdet“ habe. Deshalb, so berichtete der UVG-Präsident, „schlagen nicht selten Mitarbeiter gute Angebote aus, um weiter mit Fitscher arbeiten zu können. Denn dieser greife neue Ideen aus seinem Team stets gerne auf, tüftele ständig gemeinsam mit Universitäten an Innovationen und strotze geradezu vor Energie. 

Das alles habe dazu geführt, das Oberhausener Unternehmen zum führenden europäischen Lieferanten von Schneckenradrohlingen zu machen. Kaum ein Fahrstuhl, ein Fließband oder Laufband zumindest in Deutschland komme heute ohne Fitscher-Produkte aus.  

Die Skulptur „Der Traum vom Fliegen“ wurde von der Ruhrgebiets-Künstlerin Annette Seiler geschaffen und ist, so Lison, „ein Sinnbild für den unternehmerischen Geist, der immer hoch hinaus strebt, seine Basis aber nicht vergisst, die Erdenschwere und die Mühsal der täglichen Arbeit“.  

Geehrt werde nicht nur Fitschers Lebenswerk, sondern auch das soziale Engagement im Lions Club. Dem Motto des Lions-Gründers Melvin Jones habe sich der Preisträger mit Leib und Seele verschrieben: „Du kommst nicht sehr weit, bis Du beginnst, etwas für andere zu tun“. Der Preis sei außerdem Anerkennung für Fitschers Wirken im Vorstand des Unternehmerverbandes der Metallindustrie Ruhr-Niederrhein. Im Vorjahr hatte die Unternehmerin, Dressur-Olympiasiegerin und vielfältig sozial engagierte Mülheimerin Gabriela Grillo den Preis entgegengenommen. 

Die Verleihung war Abschluss und Höhepunkt des Herbst-Unternehmertages der UVG, der diesmal im Duisburger Haus der Unternehmer stattfand. Vorher gegangen war eine Podiumsdiskussion zum Thema „Lobbying – Wissenstransfer oder Schattenpolitik“, unter anderen mit dem Hauptgeschäftsführer der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, Dr. Reinhard Göhner.  

Moderiert von der Reporterlegende Manfred Erdenberger traf Göhner auf Dr. Rudolf Speth, den Herausgeber des Buches „Die fünfte Gewalt“, das den Lobbyismus sehr kritisch behandelt sowie auf UVG-Präsident Heinz Lison. In einem Punkt waren sich alle einig: Der Einfluss der Interessenvertretungen im Bundestag nimmt eher ab.  

Speth wies darauf hin, dass sich noch vor 20 Jahren niemand daran störte, wenn ein Gewerkschaftsfunktionär neben dem Angeordnetenentgelt noch seine Gewerkschaftsbezüge hatte. Göhner beklagte an diesem Punkt, dass es immer mehr Berufspolitiker gebe: „Lehrer, Rechtsanwälte und Leute ohne Beruf, die in die Diäten rutschen.“ Erforderlich seien aber Abgeordnete, die jederzeit in ihren Beruf zurückkehren können: „Nur dann sind sie unabhängig, wenn es ihnen nicht nur um die Wiederwahl geht.“ 

Göhner wie Speth betonten die Wichtigkeit von Interessenvertretungen, von denen eine parlamentarische Demokratie lebe. In der Frage der Regeln schieden sich allerdings die Geister: Während Speth auf das amerikanische Modell verwies, wo jeder Lobbyist am Jahresende präzise über seine Kontakte Auskunft geben muss und die Geschäftsessen auf Fingerfood am Stehtisch begrenzt sind, sprachen sich Lison und Göhner zwar für Transparenz, aber gegen solche Auflagen aus. Lison: „Ein Kontaktgespräch in Wien findet immer beim guten Essen statt“. Göhner führte als negatives Beispiel an, dass die Einladung zu einem Fußballspiel in Deutschland bereits in die Strafbarkeit führen könne. 

Lison erklärte kurzerhand alle Mittelständler im Auditorium des Hauses der Unternehmer zu Lobbyisten: „Wir sind alle Meister im Überleben und im Beziehungsmanagement. Daran ist nichts Unredliches oder gar Kriminelles“.

Kritisch betrachtet wurden die zunehmenden Kosten für die Interessenvertretungen. In Brüssel, wo laut Speth „20.000 eingetragene Lobbyisten auf 14.000 Beamte“ treffen, könnten sich nur noch finanzkräftige Organisationen eine starke Präsenz leisten. Deshalb erfuhren die deutschen Malerbetriebe erst im Nachhinein, dass die EU die Einführung von Fahrtenschreibern in ihre Fahrzeuge vorgeschrieben habe. 

Göhner nannte das Anwachsen der Ministerialbürokratien eine echte Gefahr: „Von denen werden die Politiker über den Tisch gezogen“. Dass Lobbying ein entscheidender Machtfaktor sei, bestritt der BDA-Geschäftsführer hingegen vehement: „Schauen Sie sich die große Koalition an: Der scheint es ziemlich egal zu sein, was die Wirtschaftsorganisationen von ihrer Politik halten“. 

Die UVG vertritt rund 700 Unternehmern aus mehreren Branchen, vor allem im Ruhrgebiet und am Niederrhein.

v.l.: Dr. Reinhard Göhner, Dr. Rudolf Speth und Heinz Lison
v.l.: Dr. Reinhard Göhner, Dr. Rudolf Speth und Heinz Lison

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