Tarifpolitische Muskelspiele passen nicht in diese Zeit!

Gastkommentar von Hauptgeschäftsführer Wolfgang Schmitz im Bocholter Borkener Volksblatt

Die Arbeit niederlegen, wenn andere um ihre Existenz bangen, weil sie in Kurzarbeit sind oder Pandemie-bedingt gar nicht arbeiten dürfen. Streiken, wenn die übliche Frühjahrsbelebung am Arbeitsmarkt ausbleibt und Deutschland sich in der schwersten Wirtschaftskrise der Geschichte befindet. Sichere Arbeitsplätze und zugleich mehr Geld fordern. Das passt nicht zusammen und zudem nicht in eine Zeit, in der Corona die Welt in Atem hält.

Die Industriegewerkschaft Metall sieht das anders, deutschlandweit führt sie Warnstreiks durch, auch in Bocholt vor dem Rathaus und auf dem Berliner Platz. Streiks, egal ob virtuell oder auf der Straße, sind als tarifpolitische Muskelspiele in diesem Jahr unnötig, überflüssig und völlig unangemessen! Denn ich kenne alle tarifgebundenen Bocholter Metall- und Elektro-Unternehmer persönlich: Viele führen ihre Betriebe in Familienhand oder sind persönlich haftend; und sie leben hier, weshalb sie sich ganz besonders für den Standort und jeden einzelnen Arbeitsplatz verantwortlich fühlen. 2020 gingen die Umsätze in der M+E-Industrie bundesweit um 15 Prozent zurück, daran gemessen ist der Beschäftigungsrückgang sehr gering. Die Jobs lassen sich aber bestimmt nicht besser sichern, wenn die Gewerkschaft eine 32-Stunden-Woche mit Lohnausgleich fordert. Das verteuert den Faktor Arbeit, und macht ihn weniger wettbewerbsfähig.

Statt sich bei Streiks in Bewegung zu setzen, wäre dies am Verhandlungstisch notwendig. Das versäumte die Gewerkschaft auch am vergangenen Montag bei der fünften Verhandlungsrunde auf NRW-Ebene, bei der es um die 700.000 Beschäftigten in 2.000 Metall- und Elektrofirmen geht. Unser Unternehmerverband verhandelt auf Seiten der Arbeitgeber in dieser Region mit. Wichtig ist uns, dass der nächste Tarifabschluss der extrem unterschiedlichen Lage in den Unternehmen gerecht wird. Es geht um einen tragfähigen und verlässlichen Flächentarifvertrag, der eine verkraftbare Lösung für alle Betriebe ermöglicht. Um die Zukunft der Betriebe zu sichern, müssen Arbeitgeber und Gewerkschaften jetzt gemeinsam anpacken. Das nennt man Sozialpartnerschaft.

Dieser Gastkommentar erschien am 19. März 2021 im Bocholter Borkener Volksblatt.

Wolfgang Schmitz, Hauptgeschäftsführer des Unternehmerverbandes (Foto: Unternehmerverband)

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