Neuer Tarifvertrag zum Personalaustausch

Die fünf Metall-Arbeitgeberverbände im Ruhrgebiet („arbeitgeber ruhr“) – zu denen auch der Unternehmerverband der Metallindustrie Ruhr-Niederrhein gehört – und die IG Metall NRW haben einen Tarifvertrag zur Arbeitnehmerüberlassung abgeschlossen. Damit wird den rund 350 tarifgebundenen M+E-Mitgliedsunternehmen von „arbeitgeber ruhr“ mit ihren etwa 70.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die Möglichkeit eingeräumt, Arbeitskräfte untereinander auszutauschen oder gegenseitig auszuleihen. „Dieser Tarifvertrag der fünf regionalen Metall-Arbeitgeberverbände ist in dieser Dimension bundesweit einmalig. Wir haben damit ein verbandsgebietsübergreifendes Instrument geschaffen, um die negativen Auswirkungen der Konjunkturkrise auf die Beschäftigung in den Metall- und Elektrounternehmen im Ruhrgebiet abzumildern“, erläutert Wolfgang Schmitz, Hauptgeschäftsführer des Unternehmerverbandes der Metallindustrie Ruhr-Niederrhein. Dessen Verbandsgebiet umfasst die Städte Duisburg, Oberhausen und Mülheim an der Ruhr sowie den rechten Niederrhein bis zu niederländischen Grenze und reicht damit weit über das eigentliche Ruhrgebiet hinaus.

Das Prinzip des neuen Tarifvertrags ist einfach: Unternehmen mit geringer Auslastung können jetzt Unternehmen mit hoher Auslastung zeitweise ihre Fachkräfte überlassen. Dabei bleiben die arbeitsvertraglichen Rechte der überlassenen Arbeitnehmer gegenüber ihrem Stammbetrieb unverändert. „Der Tarifvertrag schafft einen weiteren Baustein um Brüche in der Personalentwicklung und Entlassungen zu vermeiden. Wir machen so einen unkomplizierten Personalaustausch zwischen Unternehmen der selben Branche möglich”, unterstreicht Oliver Burkhard, IG Metall-Bezirksleiter für NRW. Der entsendende Arbeitgeber bietet dabei dem betroffenen Arbeitnehmer den Einsatz in einem anderen Unternehmen an. Eine Überlassung zur gemeinsamen Qualifizierung oder Weiterbildung ist aufgrund des neuen Tarifvertrags ebenfalls möglich. Besonders wichtig für die Betroffenen: „Finanziell stehen die ausgeliehenen Beschäftigten nicht wesentlich schlechter da“, so die Metallverbände und die IG Metall übereinstimmend. Die Bezahlung übernimmt nach wie vor der Stammbetrieb. Arbeitnehmer, die ein zusätzliches Leistungsentgelt bezogen haben, erhalten dies als durchschnittliche Pauschalzahlung auf Grundlage der letzten sechs Monate weiter. Finanziert wird der Personalaustausch über vertragliche Vereinbarungen zwischen den kooperierenden Unternehmen.

Mit diesem Ergänzungstarifvertrag ebnen die Tarifpartner den Weg für einen unbürokratischen Austausch von Personal und gegenseitige Hilfestellung. Durch diese neu erschlossenen Möglichkeiten der Kooperation soll Unternehmen, die unterschiedlich stark von der Krise betroffen sind, eine sozialverträgliche Alternative zu Kurzarbeit bzw. Entlassungen einerseits und zur wirksamen Bekämpfung von Fachkräftemangel andererseits angeboten werden. Einzigartig für NRW und – soweit ersichtlich – auch für ganz Deutschland wird damit ein die Verbandsgrenzen überschreitender Personalaustausch in der gesamten Region Ruhrgebiet, also von Wesel im Westen bis nach Unna im Osten und von Haltern im Norden bis nach Hattingen im Süden ermöglicht.

Der Tarifvertrag Arbeitnehmerüberlassung gilt ab sofort und ist unbefristet.

Folgende Verbände sind Unterzeichner des neuen Tarifvertrags zur Beschäftigungssicherung mit der IG Metall Bezirksleitung NRW, Düsseldorf:

Arbeitgeberverband der Eisen- und Metallindustrie für Bochum und Umgebung e.V., Bochum (AGV Bochum),

Unternehmensverband der Metallindustrie für Dortmund und Umgebung e.V., Dortmund (UV Dortmund),

Unternehmerverband der Metallindustrie Ruhr-Niederrhein e.V., Duisburg (UVM Duisburg),

Essener Unternehmensverband e.V., Fachgruppe Metall/Elektro, Essen (UV Essen),

Arbeitgeberverband der Eisen- und Metallindustrie Emscher-Lippe e.V., Gelsenkirchen (AGV Gelsenkirchen)

Ansprechpartner

Christian Kleff

Geschäftsführer "Wirtschaft für Duisburg" und Leiter Kommunikation und Marketing

Telefon: 0203 99367-225

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Jennifer Middelkamp

Regionalgeschäftsführung Kreise Borken / Kleve und Pressesprecherin

Telefon: 0203 99367-223

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Geraldine Klan

Referentin

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Sonja Kochem

Mitarbeiterin Marketing und Kommunikation

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