Industriedenkmäler: Warnung vor Schlagseite

Unternehmerverband: Das Ruhrgebiet darf sich nicht selbst zum Freilichtmuseum erklären

„Mit einem lachenden und einem weinendem Auge blicken wir auf die nun vereinbarte Förderung der Industriedenkmäler im Revier“, erklärt der Sprecher der regionalen Wirtschaft des Unternehmerverbandes, Heinz Lison. Die Industriedenkmäler gelte es zweifellos zu erhalten. „Sie sind Anziehungspunkt für Millionen Besucher und damit auch ein wichtiger Wirtschaftsfaktor“, erklärt Lison. Gleichzeitig müsse das Revier aufpassen: „Wir sind kein industrielles Freilichtmuseum, sondern immer noch Standort einer modernen und zukunftsfähigen Industrie, der wir dringend den Rücken stärken müssen.“

Die industrielle Vergangenheit müsse vielmehr als Ansporn begriffen. Deswegen unterstützt Lison ausdrücklich die Aussage des Landesverkehrsministers Michael Groschek, dass die Industriedenkmäler das Revier vor allem mahnen, innovationsstark zu bleiben. Diese Zukunftsfähigkeit müsse auch stärker im Umgang mit den Industriedenkmälern betont werden. „Es wäre großartig, wenn es weiter gelingt, digitale Unternehmensgründer auf das Gelände der Zeche Zollverein zu lotsen, wie es das Duisburger Unternehmen Haniel bereits tut. Es ist ebenso vorbildlich, dass der Duisburger Landschaftspark das Event ‚Westvisions‘ beheimatet, wo über die digitale Zukunft gesprochen wird“, meint Lison.

Die nun vereinbarte Erhaltung der biologischen Vielfalt an den Industriedenkmälern dürfe deswegen nicht alleiniger Aspekt hinsichtlich der künftigen Entwicklung sein. „Das Ruhrgebiet hat bereits einen enormen Wandel hin zu mehr Grünflächen erlebt, aber das Revier darf eben auch kein Naturschutzgebiet werden. Neue Arbeitsplätze brauchen neue Flächen für eine moderne Wertschöpfung“, erklärt Lison.

Es komme für die Zukunft entscheidend darauf an, das Ruhrgebiet als modernen Wirtschafts- und Industriestandort zu positionieren. „Jeder Eindruck, dass im Ruhrgebiet die Industrie nur etwas von gestern sei, müssen wir entgegentreten, sonst werden Investitionen woanders landen. Im Gegenteil muss es heißen: Ohne Industrie hat das Revier keine Zukunft“, so Lison abschließend.

Die Unternehmerverbandsgruppe mit ihren sechs Einzelverbänden und ihren rund 700 Mitgliedsunternehmen gehört zu den größten Arbeitgeberverbänden Nordrhein-Westfalens. Mit Sitz in Duisburg reicht ihr angestammtes Verbreitungsgebiet vom westlichen Ruhrgebiet (Duisburg, Mülheim, Oberhausen) über den Kreis Wesel bis an die niederländische Grenze (Kreis Kleve) und ins Münsterland (Kreis Borken).

Heinz Lison, Sprecher der regionalen Wirtschaft (Foto: Unternehmerverband)

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