Forderung nach 30-Stunden-Woche ist „Schlacht von gestern"

Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohnausgleich würde den Verlust von Beschäftigung bedeuten

Der heimische Unternehmerverband lehnt die Forderungen nach einer 30-Stunden-Woche entschieden ab. „Weniger Arbeiten fürs gleiche Geld – das mag nett klingen, würde aber in der Realität Arbeitsplätze vernichten“, so der Vorstandsvorsitzende der Unternehmerverbandsgruppe, Michael J. Walter. Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohnausgleich würde die Arbeitskosten für die Unternehmen dramatisch steigen lassen. Die Folge wäre ein Verlust der Wettbewerbsfähigkeit und der Abbau von Beschäftigung.

Ein Bündnis aus Wissenschaftlern, Politikern und Gewerkschaftern hatte sich zu Beginn der Woche in einem Offenen Brief für die 30-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich ausgesprochen. „Es scheint so, als ob die Initiative gar nicht mitbekommen hätte, dass in vielen Branchen mittlerweile Fachkräfte händeringend gesucht werden. Eine Verkürzung der Arbeitszeit würde auch dieses Problem weiter verschärfen“, so Walter.

Gründe für Arbeitslosigkeit lägen nicht in den Arbeitszeiten, sondern vor allem in mangelnder Qualifizierung. „Wir müssen in Bildung investieren. Das ist die entscheidende Stellschraube“, erklärt Michael J. Walter. Bei den Arbeitszeiten gehe es hingegen nicht um eine pauschale Verkürzung, sondern um mehr Flexibilität. „Die 30-Stunden-Woche ist eine Schlacht von gestern. Intelligente Arbeitszeitmodelle sind heute gefragt, damit zum Beispiel Mütter und Väter Kindererziehung und Berufstätigkeit miteinander vereinbaren können“, erläutert der Vorstandsvorsitzende des Unternehmerverbandes. Das Bündnis habe offenbar weniger die wirtschaftliche Realität als vielmehr parteipolitische Motive im beginnenden Wahlkampf im Blick.

Michael J. Walter, Vorstandsvorsitzender der Unternehmerverbandsgruppe (Foto: Unternehmerverband)

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