Arbeitszeit: Digitalisierung erfordert moderne Antworten

Unternehmerverband greift Diskussion in Jamaika-Verhandlungen auf

Gesetzeswidrig handelt, wer nach dem Zubettbringen der Kinder noch eine dienstliche Mail liest, um sich so auf eine Besprechung am nächsten Vormittag vorzubereiten. Gleiches gilt für jenen Mitarbeiter, der während der Heimfahrt im Auto mit den Geschäftspartnern aus Übersee telefoniert, und beim Frühstück das Büro-Postfach checkt. „Unser Arbeitszeitgesetz schreibt nach der täglichen Arbeitszeit eine ununterbrochene Ruhepause von elf Stunden vor. Natürlich hat sich der Arbeitnehmerschutz in Deutschland bewährt. Er passt aber nicht mehr in unsere digitalisierte Welt“, sagt Wolfgang Schmitz. Für den Hauptgeschäftsführer des Unternehmerverbandes ist klar: „Die Vorstellung, dass man morgens im Büro den Arbeitstag beginnt und mit dem Verlassen der Firma beendet, ist veraltet. Die Digitalisierung braucht moderne Antworten.“

Der Unternehmerverband greift damit eine Diskussion in den aktuellen Jamaika-Verhandlungen auf, laut der sich das Arbeitszeitgesetz immer weiter von der Lebensrealität der Menschen entferne. Viel eher sollten sich die deutschen Regelungen an die EU-Arbeitszeitrichtlinie anpassen, die statt einer täglichen Höchstarbeitszeit von acht Stunden eine wöchentliche Maximaldauer von 48 Stunden vorsieht. „Ließen sich diese 48 Arbeitsstunden im Wochenverlauf flexibel und individuell aufteilen, würde das für mehr Freiheit und damit Chancen sorgen“, betont Wolfgang Schmitz. Der gleichen Meinung ist auch der „Rat der Wirtschaftsweisen“, ein Beratergremium der Bundesregierung: Flexiblere Arbeitszeiten seien wichtig für die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen. Firmen, die in der digitalisierten Welt bestehen wollten, müssten agil sein und schnell ihre Teams zusammenrufen können.

Mehr Zeitsouveränität wünschen sich auch die Arbeitnehmer selbst, wie bundesweite Mitarbeiter-Befragungen, teils von Gewerkschaften durchgeführt, ergeben haben. „Um Familie und Beruf unter einen Hut zu bekommen, wünschen sich auch die Beschäftigten mehr Flexibilität“, verdeutlicht Schmitz. Entgegen der Befürchtungen der Gewerkschaften führe die Abkehr vom bisherigen Modell nicht generell zu längeren Arbeitszeiten. „Eine flexiblere Gestaltung bringt Vorteile für die Beschäftigten, die bei Bedarf abends von zu Hause aus arbeiten können, weil sie sich zuvor ihren Kindern betreuend oder ihren Eltern pflegend widmen wollen. Wer hier souverän entscheiden kann, ist am Ende des Tages sicherlich zufriedener“, ist sich Schmitz sicher.

Wolfgang Schmitz, Hauptgeschäftsführer des Unternehmverbandes. (Foto: Unternehmerverband)

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