Anhaltend schwierige Wirtschaftslage in der M+E-Industrie

Unternehmen spüren die Auswirkungen der Pandemie weiterhin stark / Kurzarbeit sichert noch die Beschäftigtenzahlen / Kein Kaufkraft-, sondern ein Konsumproblem / Tarifabschluss muss Augenmaß und Optimismus verbinden

In den Unternehmen der nordrhein-westfälischen Metall- und Elektroindustrie (M+E) bleibt die Stimmung weiter angespannt. Dies zeigt eine aktuelle Befragung von landesweit 332 M+E-Betrieben, die auch im hiesigen Unternehmerverband Metall Ruhr-Niederrhein organisiert sind, mit ihren insgesamt über 111.000 Beschäftigten. Es war die fünfte vergleichbare Umfrage des größten Industriezweigs des Landes zu den Auswirkungen der Corona-Pandemie seit März 2020.
„Einige Konjunkturindikatoren haben sich zwar etwas aufgehellt, von einer echten Aufbruchstimmung sind unsere Unternehmen aber weiterhin weit entfernt“, sagte Wolfgang Schmitz, Hauptgeschäftsführer des Unternehmerverbandes. So sei es zwar erfreulich, dass die Kapazitätsauslastung gestiegen sei, mit durchschnittlich 80 Prozent lägen die Unternehmen aber weiterhin klar unter dem langjährigen Mittel (85 Prozent). Zudem spürten gut ein Fünftel der Betriebe die Auswirkungen der Pandemie weiterhin „stark“ oder „sehr stark“. 24 Prozent der Firmen rechneten auch im laufenden Jahr mit einem spürbaren Umsatzrückgang, nachdem viele Betriebe bereits 2020 massive Einbrüche verkraften mussten. Auch die wirtschaftlichen Perspektiven bleiben vielfach ungewiss: 35 Prozent der Befragten gaben an, dass es derzeit nicht absehbar sei, wann das Vorkrisenniveau wieder erreicht werde.
Für eine gewisse Stabilität bei den Beschäftigungszahlen sorgt nach wie vor die Kurzarbeit. 45 Prozent der Betriebe wenden dieses Kriseninstrument momentan an. Im Schnitt wurde die Arbeitszeit bei 57 Prozent der Beschäftigten um durchschnittlich 31 Prozent abgesenkt. „Es stimmt hoffnungsvoll, dass immerhin mehr als die Hälfte der Betriebe auch in 2021 mit einer stabilen Beschäftigung plant“, erklärte der Arbeitgebervertreter. Von großer Bedeutung sei in diesem Zusammenhang, dass die Industrie weiterhin geöffnet bliebe und mit Blick auf die internationalen Lieferketten Lan-desgrenzen nicht geschlossen würden.
Ganz entscheidend sei nun, dass die Konsumlust der Verbraucher zurückkehre. Viele Menschen hätten in diesen schwierigen Zeiten Sorge um ihren Arbeitsplatz und legten daher ihr Geld lieber auf die hohe Kante. Schon um der Arbeitsplatzsicherheit willen dürfe der Druck auf die Arbeitskosten nicht noch weiter zunehmen. „Wir haben kein Kaufkraftproblem, sondern ein Konsumproblem“, sagte Schmitz. Abseits dessen benötigten die nach wie vor geschlossenen Wirtschaftsbereiche eine klare und verlässliche Perspektive. Die fehlende Nachfrage habe sich in der Umfrage als der mit Abstand häufigste Grund für die eingeschränkte Produktion gezeigt. „Was in den Geschäften nicht verkauft werden kann, kann in den Firmen nicht produziert werden. Daher müssen wir sehr aufpassen, dass der massive und langandauernde Lockdown von Dienstleistungs-, Handels- und Handwerksbetrieben nun nicht auch auf die Industrie hinüberschwappt“, betonte Schmitz.
Mit Blick auf die laufende Tarifrunde in der M+E-Industrie sagte der Hauptgeschäftsführer: „Die Verhandlungen finden in einer Phase großer Unwägbarkeiten und Belastungen statt. Umso mehr brauchen wir jetzt einen Tarifabschluss, der Augenmaß und Optimismus verbindet.“ Die von den NRW-Metallarbeitgebern vorgeschlagene Struktur für den Tarifabschluss trage genau dieser Situation Rechnung und biete sowohl Unternehmen als auch Beschäftigten Lösungen mit betriebsnahen Perspektiven und Planungssicherheit. Die Auswirkungen der Pandemie beschäftigten die Unternehmen absehbar auch im laufenden Jahr. Hinzu kämen die Veränderungen durch die branchenübergreifende Transformation. „Die Sicherung möglichst vieler Arbeitsplätze muss jetzt absolute Priorität haben. Die Unternehmen brauchen jetzt Instrumente, die es ihnen erleichtern, die Belegschaften zu halten“, betonte Wolfgang Schmitz.

332 M+E-Betriebe haben Ende Januar ihre Einschätzung der aktuellen wirtschaftlichen Lage abgegeben. Diese Betriebe stehen für 111.425 Beschäftigte. (Grafik: METALL NRW)
Wolfgang Schmitz, Hauptgeschäftsführer des Unternehmerverbandes (Foto: Unternehmerverband)

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