Agentur für Arbeit und Unternehmerverband starten „Vertiefte Berufsorientierung"

Telefonieren ist doch kinderleicht! Schließlich verbringen die Kids heute am Telefon oder Handy Stunden – oft zum Kummer der Eltern, die hinterher die Rechnung bezahlen müssen. Doch ist es ein großer Unterschied, wenn am anderen Ende der Leitung ein Ausbilder oder Personalleiter sitzt, bei dem es um die Bewerbung für einen Praktikums- oder Ausbildungsplatz geht. Dass es hier einige Regeln zu beachten gibt, übte der Unternehmerverband jetzt mit Neuntklässlern der Realschule im Gustav-Heinemann-Schulzentrum Dinslaken. Das Telefon-Coaching fand im Rahmen der „Vertieften Berufsorientierung“ statt. Bei diesem Projekt unterstützt der Unternehmerverband praxisnah mit vielen Unternehmen Schüler in Wesel und Dinslaken bei der Berufsorientierung. Finanziert wird die Vertiefte BO von der Agentur für Arbeit Wesel.

Im Rollenspiel werden die Realschüler gecoacht, um Erfolg bei der telefonischen Bewerbung zu haben. Kann ich einfach wählen und losplappern wie bei einem Freund? Wie bereite ich das Telefonat vor? Und: Wie mache ich schnell klar, dass ich genau der richtige Bewerber um den Ausbildungsplatz bin? Beim Telefon-Training werden auch viele typische, für die Schüler aber ungewohnte Situationen simuliert, z. B. dass der Schüler nach der Bewerbung nichts mehr hört und beim Betrieb nachhakt oder dass der Schüler um eine Terminverlegung bitten will. „Dies ist nur ein Beispiel von vielen, mit denen der Unternehmerverband in den nächsten Monaten Schulen verschiedenster Schulformen in Dinslaken und Wesel unterstützen wird, sehr praxisnah und mit vielen Unternehmenskontakten die Schüler auf die Berufswahl intensiv vorzubereiten“, erläutert Elisabeth Schulte vom Unternehmerverband das Konzept. 

Astrid Dames, Koordinatorin für Studien- und Berufsorientierung an der Realschule im Gustav-Heinemann-Schulzentrum: „Die erste Kontaktaufnahme mit einem Unternehmen ist ganz entscheidend für den weiteren Erfolg einer Bewerbung unserer Schüler. Hier lernen sie spielerisch, aber zugleich sehr professionell, was sie beachten müssen, um Erfolg am Telefon zu haben.“ Dies wie auch weitere Kontakte mit Unternehmen und verschiedene wirtschaftsbezogene Schulprojekte des Unternehmerverbandes gingen weit über das hinaus, was Lehrer im normalen Unterricht den Schülern vermitteln können. „Wir freuen uns daher über diese Zusammenarbeit“, so Dames. An der Realschule im Gustav-Heinemann-Schulzentrum ist das Telefontraining Bestandteil von Projekttagen zur Berufswahlorientierung. Die Schüler können aus einem Angebot von ca. 20 Worksshops vier Einheiten auswählen und dort Übungen zum Bewerbungsverfahren durchführen, sich über Anforderungen in verschiedenen Berufsfeldern informieren oder sich über die Weiterbildungsmöglichkeiten nach einer betrieblichen Ausbildung beraten lassen. „Es ist uns wichtig, die Schüler auf die bevorstehenden Entscheidungen zur Zukunftsgestaltung nach der Realschulzeit einzustimmen“, stellt Dames dazu fest. Die Workshoparbeit an der Realschule ist nur möglich, weil zahlreiche Einrichtungen und Betriebe seit Jahren ihr Wissen in den Schulalltag einbringen. In diesem Jahr sind neben der UVG und der Agentur für Arbeit die Barmer Ersatzkasse, die Technikerkrankenkasse, die IHK, das Berufsbildungszentrums des Bauhandwerks, der Verband Garten- und Landschaftsbau, die FOM (Fachhochschule für Ökonomie und Management), die Firma Pintsch-BAMAG, die Handelskette edeka sowie des Berufskollegs Dinslaken für die Workshopgestaltung verantwortlich.

Die Agentur für Arbeit Wesel sieht in der vertieften Berufsorientierung die Möglichkeit, dass Schüler frühzeitig Kontakt zu Unternehmen knüpfen, bei denen sie später einen Ausbildungsplatz erhalten können. Dr. Peter Glück, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Wesel: „Diejenigen Schüler, die mit Hilfe unserer vertieften Berufsorientierung schon früh üben , welche Spielregeln im Bewerbungsverfahren zu beachten sind, werden diese dann auch bei der konkreten Ausbildungsplatzsuche anwenden können und damit neben einer viel besseren Entscheidungsgrundlage bei der Berufswahl auch größere Erfolgschancen bei ihren Bewerbungen haben.“ Außerdem, so Dr. Glück, erfahren die Schüler so hautnah, welche Anforderungen im Unternehmen wirklich gestellt und welche Kompetenzen gefordert werden. „Das kann man mit reiner Theorie nicht vermitteln.“ Aus Glücks Sicht ist die Vertiefte BO eine wertvolle Ergänzung zu den weiteren Dienstleistungsangeboten der Berufsberatung, die die Agentur für Arbeit an Schulen und im Berufsinformationszentrum leistet.

er Unternehmerverband unterstützt über den Arbeitskreis Schule/Wirtschaft Wesel bereits seit vielen Jahrzehnten die Schulen bei Kontakten zur Wirtschaft und hat bereits Vorgänger-Schulprojekte wie z. B. „ABBEO“ im Auftrag des Landes durchgeführt. Elisabeth Schulte: „Als Arbeitgeberverband haben wir beste Kontakte zu Personalleitern und Ausbildern. Mit der vertieften Berufsorientierung haben wir die Chance, die Brücke zu den Schulen zu schlagen und die Schüler damit systematisch auf die Praxis in der Wirtschaft vorbereiten.“ Schwerpunkt bei der Arbeit wird sein, den Schülern mit verschiedensten Aktionen ihre Stärken und Schwächen bewusst zu machen und sie so zu einer passenden Berufswahl zu leiten. Für die Vertiefte BO im Kreis Wesel hat der Unternehmerverband eigens einen Mitarbeiter eingestellt: Oliver Höppner, der als Hotelkaufmann langjährige Berufserfahrung hat, ist seit 2007 in der Weiterbildung tätig und bereitet Schüler auf das Berufsleben vor. Ein von ihm initiiertes Projekt, das Wirtschaft in die Klassenzimmer bringt, ist preisgekrönt.

Im Kreis Wesel nehmen insgesamt fünf Schulen an der Vertieften BO teil: Konrad-Duden-Realschule (Wesel), Städtische Realschule (Wesel-Mitte), Hauptschule und Realschule im Gustav-Heinemann-Schulzentrum (Dinslaken) und Ernst-Barlach-Gesamtschule (Dinslaken).

 

Kontakt:

UVG UnternehmerverbandsGruppe e. V.
Oliver Höppner
Friedrich-Ebert-Straße 44-46
46535 Dinslaken
Tel. 02064 4587-124
E-Mail: hoeppner@uvgruppe.de

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