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Regenbogen Duisburg
Der Mensch im Mittelpunkt - Interview mit dem neuen Vorstandsvorsitzenden Dr. med. Marcus-Willy Agelink
Auf der Mitgliederversammlung von Regenbogen e.V. im Oktober, durften wir unseren neuen Vorstandsvorsitzenden begrüßen. Christof Schoppmann hat sich aus privaten Gründen aus dem Vorstand zurückgezogen.
Den ersten Vorsitz übernimmt nun Herr PD Dr. med. Marcus-Willy Agelink. Er ist seit 2021 Chefarzt der Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik in den Sana Kliniken in Duisburg Rheinhausen.
Herr Dr. med. Agelink, wie und wann sind Sie das erste Mal auf Regenbogen Duisburg aufmerksam geworden? (RB)
Zeitnah zu Beginn meiner Tätigkeit bei den Sana Kliniken Duisburg im Sommer 2021 hatte die Geschäftsführung des Regenbogens ein erstes Treffen zum Kennenlernen und zur Vorstellung der bestehenden Angebote verabredet. Dabei wurde schnell klar, dass wir im Sinne der uns anvertrauten Patienten eng kooperieren wollen, zunächst realisiert über intensive Kontakte unserer jeweiligen Sozialdienste.
Was motiviert Sie persönlich, neben Ihrer Tätigkeit als Chefarzt auch die Rolle des Vorstandsvorsitzenden zu übernehmen?
Nachdem man mich mehrfach gebeten hatte, das Amt zu übernehmen, darf ich kurz und knapp antworten: Meine persönliche Motivation ist das ehrenamtliche Engagement für eine gute und ganz wichtige Sache, sicher jedoch nicht die „fehlende Auslastung" im Rahmen meiner hauptberuflichen Tätigkeit als Chefarzt.
Was hat sich Ihrer Meinung nach in den letzten Jahren in der Versorgung der psychisch Erkrankten besonders verbessert?
Spontan muss ich, was Verbesserungen anbelangt, lange überlegen. Denn was die „Eingliederungshilfen und Teilhabe" psychisch Kranker betrifft, sehe ich in jüngster Zeit eher eine Verschlechterung der Gesamtsituation. Ein wesentlicher Grund dafür ist, dass die politische Wahrnehmung und das politische Interesse zumeist auf die (tatsächlich vorhandenen) großen Probleme im Bereich der Organisation und Finanzierung der „Pflege" fokussieren, und deshalb die (mindestens ebenso relevanten) Probleme im Bereich der Eingliederungshilfe zu wenig realisiert oder schlichtweg übersehen werden.
Es liegt auch an uns allen, in Diskussionen mit unseren politischen Entscheidern auf dieses Dilemma aufmerksam zu machen.
Thema Entstigmatisierung - was sind ihre Wünsche an die Politik oder an die Gesellschaft, die noch oft mit Vorurteilen gegenüber psychisch erkrankten Menschen kämpft?
In der gesellschaftlichen Wahrnehmung, Interpretation und Beurteilung psychischer Erkrankungen ist meiner Ansicht nach in den letzten 10-15 Jahren tatsächlich eine Verbesserung im Sinne einer Offenheit und Versachlichung eingetreten, nicht zuletzt mit induziert durch offene Selbstbekenntnisse psychisch erkrankter Promis.
Diesen Weg müssen wir weitergehen. Dies betrifft auch zukünftige Reformen der Unterbringungen nach PsychKG oder Betreuungsrecht.
Wünschenswert für unsere psychisch kranken Patienten wäre sicher auch das weitere Aufbrechen der immer noch sektoralen Versorgungsstrukturen, und nicht zuletzt wesentlich auch endlich der Abbau bürokratischer Hemmnisse in diesen Prozessen.
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Ansprechpartner für die Presse




Jennifer Middelkamp
Pressesprecherin
Regionalgeschäftsführung Kreise Borken | Kleve




