Stadtspitze und Wirtschaft im Dialog (von links): Bürgermeister Marc Buchholz, Kommunikationschef Christian Kleff und die scheidende Geschäftsführerin Kerstin Einert-Pieper vom Unternehmerverband, Vorsitzender Hanns-Peter Windfeder sowie vom Unternehmerverband Hauptgeschäftsführer Wolfgang Schmitz und Erhan Köse, der neuer Geschäftsführer des Mülheimer Verbandes wird.

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Die Richtung stimmt in Mülheim – jetzt dranbleiben und Tempo erhöhen

Beim traditionellen Katerfrühstück des Mülheimer Unternehmerverbandes, zu dem sich Wirtschaft, Stadtspitze und Landes- und Kommunalpolitik versammelten, wurde Geschäftsführerin Kerstin Einert-Pieper nach 25 Jahren in den Ruhestand verabschiedet.

 

Wenn andernorts am Aschermittwoch das närrische Treiben endet, beginnt beim Unternehmerverband Mülheimer Wirtschaft traditionell der politische Realitätscheck. Rund 120 Gäste aus Wirtschaft, Stadtspitze sowie Landes- und Kommunalpolitik folgten der Einladung zum Katerfrühstück und nutzten den Rahmen für eine Bestandsaufnahme der wirtschaftlichen Lage und formulierten Perspektiven für den Standort.

„Aschermittwoch ist alles vorbei? Mit Blick auf das Weltgeschehen fragt man sich eher: Ist das ganze Jahr Karneval? Das macht es für die Wirtschaft nicht einfacher“, sagte Hanns-Peter Windfeder, Vorstandsvorsitzender des Mülheimer Unternehmerverbandes. Die konjunkturelle Lage bleibe angespannt. In einigen Branchen entstünden neue Chancen, in anderen dominierten Personalabbau und Zurückhaltung. „Die Stimmung stagniert leider auf niedrigem Niveau – gerade in Industrie und Handel. Viele Betriebe stehen zwischen Hoffen und Bangen. Die Signale sind da. Jetzt muss es auch losgehen.“

Mit Blick auf Mülheim freute Windfeder sich, dass in den vergangenen fünf Jahren wirtschaftspolitisch einiges in Bewegung gekommen sei. „Wirtschaft ist in Politik und Verwaltung wieder ein zentrales Thema – das ist wichtig und richtig.“ Nun komme es auf belastbare Ergebnisse an. Als Maßstab zog Windfeder das Städteranking der 71 größten NRW-Kommunen heran. Mülheim verbesserte sich im Dynamikvergleich von Platz 59 (2021) auf jetzt Platz 20 – ein deutlicher Sprung, so Windfeder, und ein wichtiger Fingerzeig, dass es in die richtige Richtung gehe. Viel Applaus für seinen Appell, den Gewerbesteuerhebesatz zu senken – es ist der zweithöchste in NRW und eine echte Bürde für den Wirtschaftsstandort Mülheim.

Entwarnung wollte der Vorstandsvorsitzende dennoch nicht geben. Zwei Prioritäten formulierte er klar: Erstens müsse die Stadt konsequent dranbleiben und bei keiner wirtschaftsrelevanten Entscheidung nachlassen. Zweitens brauche es deutlich mehr Tempo. „Schneller und effizienter werden – das gilt besonders für die Digitalisierung der Verwaltung.“ Hier zeigten Rankings leider keine positive Entwicklung. „Digitalisierung ist keine reine Technikfrage, sondern Ausdruck von Veränderungswillen. KI & Co. entwickeln ein enormes Tempo. Wir dürfen nicht irgendwann mit Wehmut zurückblicken.“

Apropos Wehmut: Im zweiten Teil des Katerfrühstücks verabschiedete der Verband seine langjährige Geschäftsführerin, Rechtsanwältin Kerstin Einert-Pieper, nach 25 Jahren in den Ruhestand. Sie baute den Verband seit 2001 entscheidend mit auf. Windfeder würdigte ihr außerordentliches Engagement: Sie habe sich „extrem tief in Mülheim hineingekniet“, Netzwerke aufgebaut, Unternehmen und die Menschen dahinter persönlich kennengelernt – nicht aus Pflicht, sondern aus Überzeugung. Neben der arbeitsrechtlichen Beratung und Vertretung der Mitgliedsunternehmen entwickelte sie Veranstaltungsformate wie dieses Katerfrühstück, Business Breaks und Unternehmertreffen, initiierte neue Netzwerke und begleitete Vorstand und Mitglieder. „Sie überzeugten einfach – mit fachlicher Klarheit, Empathie, Sympathie und vor allem ganz viel Herzblut.“

Kerstin Einert-Pieper selbst erinnerte an ihren durchaus skeptischen Start in Mülheim – und an eine „wunderbare Verbandsgeschichte“, die daraus wurde. Sie sprach über vertrauensvolle Zusammenarbeit mit Geschäftsführern und Personalleitern und über den besonderen Reiz der Verbandsarbeit zwischen Politik, Öffentlichkeit und betrieblicher Praxis. Ihr Dank galt dem Vorstand, dem Vorsitzenden und dem Team – insbesondere ihren langjährigen Büroleiterinnen Erika Matschke und Claudia Fischer. 

Mit stehenden Ovationen verabschiedeten die Gäste eine Geschäftsführerin, die den Verband fachlich wie menschlich geprägt hat. Zugleich verband Einert-Pieper ihren Abschied mit einem Appell: Wirtschaft, Politik und Stadtgesellschaft sollten weiterhin gemeinsam Verantwortung übernehmen – für eine Stadt, die ihr sehr ans Herz gewachsen sei. Die Nachfolge von Kerstin Einert-Pieper tritt nun Rechtsanwalt Erhan Köse an. Er ist seit 17 Jahren in Duisburg für viele Mitgliedsunternehmen einer der versierten juristischen Ansprechpartner und wird neuer Geschäftsführer in Mülheim.

Für Entertainment sorgte beim Katerfrühstück René Steinberg, der in Mülheim geboren ist und auch hier lebt. Mit optimistischem und verbindendem Humor begeisterte der preisgekrönte Kabarettist das Publikum – in wechselnden Rollen als Ruhrgebietsmensch, ausgebildeter Germanist, gelerntes Radiogesicht und als Friedrich Merz-, Donald Trump-, Horst Schlämmer- und Udo Lindenberg-Imitator. Seine Themen reichten von Kommunikation – Rentner in beiger Multifunktionsjacke seien doch eigentlich anonyme Comedy-Schreiber –, über heimliche Unarten wie Prinzenrollen-mit-den-Schneidezähnen-Fräsen bis hin zu den ganz detailverliebten Zeitgenossen, die ihre Geldscheine im Portmonee nach Größe, Registriernummer oder Zahlen staffeln. Sein Appell an alle Gäste: „Make den Wutdrucksenker Humor great again!“

Alles über unsere Katerfrühstücke finden Sie hier.

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Geschäftsführer #WirtschaftfürDuisburg

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Jennifer Middelkamp

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