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AWO Kreisverband, Mülheim an der Ruhr
AWO gegen Rassismus - Neue Servicestelle Antidiskriminierungsarbeit in Mülheim
100% Menschenwürde – zusammen gegen Rassismus! Neue Servicestelle für Antidis kriminierungsarbeit bei der AWO Mülheim
Im Rahmen der Internationalen Wochen gegen Rassismus vom 16. bis 29. März engagiert sich die AWO bundesweit mit ihren Gliederungen, Einrichtungen und Projekten in ganz Deutschland unter dem Motto 100% Menschenwürde – zusammen gegen Rassismus! mit Veranstaltungen, Aktionen und Infoangeboten für eine offene, solidarische und demokrati sche Gesellschaft (#awogegenrassismus).
Auch die AWO Mülheim beteiligt sich wie jedes Jahr und fordert mehr denn je ein klares Be kenntnis der Zivilgesellschaft zur Menschenwürde. Menschenrechte sind nicht verhandelbar und gelten ohne Ausnahme für alle Menschen. Populistische und menschenfeindliche Politik hat viele Gesichter, nicht nur die offensichtli chen Entgleisungen wie bei der sog. „Stadtbild-Debatte“, den Remigrationsphantasien insbe sondere rechtsextremer Parteien oder den Überlegungen, dass der Sozialstaat sich be stimmte Assistenzleistungen für Menschen mit Behinderungen "künftig nicht mehr leisten" könne.
Auch die aktuellen Streichungen der für die Integration unerlässlichen Integrationskurse, die angekündigte Streichung der behördenunabhängigen Asylberatung wie auch die Kürzung der europäischen Mittel aus den Programmen ESF/EFRE reihen sich ein in eine Politik, die nicht länger auf Integration, sondern Ausgrenzung und Spaltung setzt.
Diese Politik der Spaltung, Ausgrenzung und Diskriminierung hat jedoch nicht nur Folgen für die Betroffenen selbst, sie führt zu gesellschaftlicher Polarisierung, einem sinkenden Demo kratievertrauen und fördert Radikalisierungstendenzen.
Diskriminierung kostet nicht nur Lebensqualität, sondern auch Wohlstand: Durch die Beein trächtigung z.B. der Teilhabe am Arbeitsmarkt entstehen wirtschaftliche Folgen wie weniger Fachkräfteintegration, geringere Produktivität, höhere soziale Kosten.
Die soziale Ungleichheit verschärft sich, wenn bestimmte Gruppen systematisch benachtei ligt werden, die Armutsrisiken verfestigen sich.
Eine Politik der Ausgrenzung, Diskriminierung und Spaltung schwächt sowohl die Einzelnen als auch das Land/die Kommunen als Ganzes – sozial, wirtschaftlich und demokratisch.
Die im Februar 2026 veröffentlichten Studienergebnisse der Untersuchung „Institutionen und Rassismus“ (InRa) des Forschungsinstituts Gesellschaftlicher Zusammenhalt (FGZ) weist in den untersuchten Institutionen – von Jobcentern, Ausländerbehörden, über Gesundheits-, Jugend- und Ordnungsämter bis hin zu Polizei, Zoll, Justiz und in der Sozialen Arbeit – Un gleichbehandlung nach, die sich etwa im Umgang mit Beschwerden oder der Ausgestaltung von Ermessensspielräumen zeige.
Insbesondere Sprachbarrieren zeigten sich als strukturelles Diskriminierungsrisiko: So wür den Personen mit geringen Deutschkenntnissen bei ihren Anträgen seltener unterstützt. Sprachkenntnisse sind – auch im Umgang mit Behörden – unverzichtbar, um Zugang zu ge sellschaftlichen Ressourcen zu erhalten.
Migrant*innen erfahren jedoch auch im Alltag Diskriminierung, die über Äußerungen und Handlungen von Einzelpersonen hinausgeht, auch der strukturelle Rassismus z.B. am Woh nungs- und Arbeitsmarkt ist hinlänglich belegt.
Vor diesem Hintergrund freuen wir uns sehr, dass wir die Bewilligung einer Servicestelle für Antidiskriminierungsarbeit im Rahmen des Landesprogramms der Integrationsagenturen erhalten haben. Damit wird in Mülheim an der Ruhr eine der 44 Servicestellen für Antidiskri minierungsarbeit angesiedelt.
Zentrale Aufgabe ist zum einen die Unterstützung und das Empowerment von Menschen, die von Diskriminierung betroffen sind, zum anderen die Beratung von Einrichtungen, Institutio nen und Unternehmen zur Antidiskriminierungsarbeit.
In der Beratungsstelle in Mülheim wird der Schwerpunkt künftig auf der sog. intersektionellen Diskriminierung liegen, der Verschränkung verschiedener Ungleichheitsdimensionen, bei der Menschen gleichzeitig aufgrund mehrerer Merkmale, hier Herkunft und (psychische) Behin derung abgewertet werden. Im Bereich der institutionellen Beratung wird sich die Mülheimer Beratungsstelle an Unternehmen und Organisationen richten, die bei der Implementierung von Prozessen der interkulturellen Öffnung Unterstützung suchen.
Die AWO Mülheim steht seit ihrer Gründung 1920 u.a. für Solidarität, Toleranz, Gleichheit und Gerechtigkeit. Diese Werte gilt es gerade dann in unserer Gesellschaft zu verteidigen, wenn rassistische und rechtsextreme Positionen immer weiter von Politik und Medien norma lisiert werden. Mit der neuen Beratungsstelle, die nach Abschluss des Bewerbungsverfah rens voraussichtlich zum 1.05.2026 eröffnet werden wird, können wir kontinuierlich und dau erhaft einen Beitrag in Mülheim an der Ruhr leisten, um diesen Tendenzen entgegenzuwir ken und Betroffene zu begleiten und unterstützen.
Ansprechpartner für die Presse




Jennifer Middelkamp
Pressesprecherin
Regionalgeschäftsführung Kreise Borken | Kleve




