Ruhr-Konjunktur weiterhin auf der Überholspur

30. Umfrage des Unternehmerverbandes zu Geschäftslage und Beschäftigung / Metall- und Elektroindustrie holt weiter auf / Niedrige Investitionsbereitschaft bereitet Sorgen / Industrie-Arbeitsplätze bedroht

Die Ruhr-Wirtschaft befindet sich konjunkturell weiterhin auf der Überholspur. Das ist das Ergebnis der aktuellen Konjunktur-Umfrage von „arbeitgeber ruhr“, der Arbeitsgemeinschaft der Ruhrgebiets-Arbeitgeberverbände, der auch der hiesige Unternehmerverband angehört.

Für die Städte Duisburg, Mülheim an der Ruhr und Oberhausen bewertet Wolfgang Schmitz, Hauptgeschäftsführer des Unternehmerverbandes, die Ergebnisse so: „Seit Anfang 2017 haben wir anhaltend Spitzenwerte bei Geschäftslage, Beschäftigung und Geschäftserwartungen – das ist das bislang stabilste Konjunktur-Hoch seit Beginn unserer Umfrage im Jahr 2002.“ Schmitz freut sich besonders, dass auch die Leitbranche der Ruhr-Region ihren Rückstand zur Gesamtwirtschaft reduzieren konnte. „Auch die Metall- und Elektroindustrie befindet sich aktuell im Aufschwung-Modus.“

Ein Unternehmen dieser Branche repräsentiert Dr. Marcus Korthäuer, Geschäftsführer der Espera-Werke GmbH in Duisburg, dem Marktführer bei der Auszeichnung vorverpackter Lebensmittel. Vor wenigen Tagen wurde Korthäuer zum neuen Vorstandsvorsitzenden des Metallverbandes Ruhr-Niederrhein gewählt. „Aus den guten Konjunkturzahlen leitet sich ein klarer Handlungsauftrag ab. Wir müssen die Chance nutzen, jetzt das Ruhrgebiet stark zu machen.“ Die gute Lage in den Betrieben dürfe nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Regionen im Vergleich zu anderen Landesteilen immer noch hinterher hinke. Dr. Marcus Korthäuer nennt die zu hohe Arbeitslosigkeit, aber auch die anhaltende Investitionsschwäche. „Wir haben jetzt die Gelegenheit, dem Ruhrgebiet einen Schub für die Zukunft zu geben.“

Der Chef der Duisburger Espera-Werke nennt drei Bereiche, die in der Region angepackt werden müssen. „Wir müssen der Spitzenforschung im Revier einen höheren Stellenwert einräumen. Das Potenzial ist mit über 200.000 Studenten vorhanden“, so der Unternehmer. Die Verkehrspolitik sei eine weitere Großbaustelle. „Es ist gut, dass dringend notwendige Investitionen in die Straßen nun getätigt werden. Klar ist aber auch, dass das nur der Anfang ist. Der gesamte Verkehr, insbesondere auch der öffentliche Nahverkehr, muss für die Zukunft besser aufgestellt werden“, sagt Korthäuer. Als dritten Punkt nennt der Verbandsvorsitzende die zu hohen Steuern und Abgaben in den Revierstädten. „Von der besten Haushaltslage des Landes NRW seit Jahrzehnten müssen nun auch die Wirtschaftsstandorte im Ruhrgebiet profitieren.“

Damit die Region bei diesen Themen vorankommt, setzt der Unternehmerverband insbesondere die bevorstehende Ruhrgebietskonferenz, wie Hauptgeschäftsführer Wolfgang Schmitz betonte: „Hierauf bereiten wir uns intensiv vor. Es gab nie bessere Rahmenbedingungen, um etwas in der Region zu bewegen. Klar ist, dass insbesondere die Landesregierung nun auch liefern muss.“

Die Ergebnisse der Gesamtwirtschaft in der Ruhr-Region im Überblick

Mit Blick auf die Gesamtwirtschaft an der Ruhr meldeten 88 % der befragten Unternehmen eine gute bzw. befriedigende Geschäftslage; auch bei Aufträgen, Umsätzen und Erträgen lagen die Positivmeldungen immerhin gleichbleibend hoch. Aber kein Licht ohne Schatten: Bei den Auslandsinvestitionen äußert sich nur eine Minderheit (46 %) positiv, bei den Inlandsinvestitionen (61 % Positivmeldungen) ist die Lage nur eingeschränkt optimistisch. Korthäuer: „Die nachlassenden Investitionsplanungen bereiten mir Sorgen. Aber das darf uns angesichts des immer unsicheren Umfeldes – Brexit, Handelsschranken, Krisenherde, um hier nur einige Parameter zu nennen – nicht verwundern.“

Eins zeige sich nach Korthäuers Einschätzung in jedem Fall: „Die Konjunktur-Party kann nicht unendlich dauern und es kann auch wieder schwächere Phasen geben.“ Das bezieht er vor allem auf die Metall- und Elektroindustrie, die zwar in der aktuellen Befragung Boden gutmachen konnte, der Gesamtwirtschaft aber konjunkturell weiter hinterherhinkt. Korthäuer, selbst M+E-Unternehmer, sieht weiterhin strukturelle Defizite der M+E-Industrie, die häufig Zulieferer für schrumpfende oder ganz verschwindende Abnehmerbrachen wie Stahl, Kraftwerke und Bergbau sind. Er mahnt: „Nicht alle Unternehmen profitieren von der anhaltenden allgemeinen Konjunktur-Sonne, viele haben am Weltmarkt mit Billig-Wettbewerb und zunehmendem Protektionismus zu kämpfen. Das dürfen wir nicht aus dem Auge verlieren bei dem Bemühen, Industrie-Beschäftigung in der Region zu halten.“

Eine Detail-Analyse der Konjunkturumfrage enthält die Pressmeldung von arbeitgeber ruhr.

Dr. Marcus Korthäuer, Vorstandsvorsitzender der Unternehmerverbandsgruppe

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