KAoA: Zwischenbilanz mit Licht und Schatten

Unternehmerverband sieht noch Verbesserungspotenzial bei Landesvorhaben

„KAoA ist vom Ansatz her durchaus begrüßenswert. Doch es gibt noch viele Punkte, die verbesserungswürdig sind“, so Elisabeth Schulte vom Unternehmerverband anlässlich der Zwischenbilanz zum Landesvorhaben „Kein Abschluss ohne Anschluss“ (KAoA), die nun in Düsseldorf präsentiert wurde. Seit 2012 sollen Schüler in NRW ab der 8. Klasse systematisch auf Beruf oder Studium vorbereitet werden.

„Die Erfolgsbilanz ist eigentlich der harten Arbeit der vielfältigen Akteure vor Ort zu verdanken einschließlich auch der zahlreichen engagierten Unternehmen“, so Schulte. „Wenn man allein den Einsatz der nordrhein-westfälischen Unternehmen versucht, finanziell abzuschätzen, so kommt man schnell auf Größenordnungen von über 50 Millionen Euro pro Jahr allein für Berufsfelderkundungen, ganz zu schweigen von den Schülerbetriebspraktika in Jahrgang 9“, rechnet Schulte vor. In diesem Zusammenhang kritisiert sie die starren Vorgaben, die KAoA mit sich bringt. „Die Berufsfelderkundungen können nur in kurzen Zeitfenstern eines ersten Kalenderhalbjahres durchgeführt werden und haben eine Pflichtdauer von sechs Stunden.“ Das stelle die Unternehmen vor große Herausforderungen. Nicht überall könnten Schüler problemlos in den Arbeitsalltag integriert werden. Auch seien viele Schüler nach drei oder vier Stunden voller Eindrücke an der Grenze ihrer Belastbarkeit. Schulte plädiert für mehr Flexibilität. „Bei größerer Flexibilität statt einheitlicher Erkundungsschemata würde es auch gelingen, noch mehr Unternehmen für die Berufsorientierung zu gewinnen, aber eben je nach ihren Möglichkeiten.“

Schulte spricht sich deshalb dafür aus, Berufsfelderkundungen in anderen Formaten wie qualitativ hochwertigen Ausbildungsmessen oder beispielsweise im InfoTruck der Metall- und Elektroindustrie durchzuführen. Letzteres ist bereits gelungen: „Wir setzen die Berufsinformations-Busse an Schulen Hand in Hand mit unseren Mitgliedsunternehmen ein, die sich sehr engagieren. Ich bin froh, dass es nun gelungen ist, diese etablierte und erfolgreiche Aktion in KAoA einzubinden“, so Schulte.

Auch bei den Potenzialanalysen, die den Berufsfelderkundungen vorausgehen, sieht Schulte Verbesserungsbedarf. Die Schüler durchlaufen während der eintägigen Potenzialanalyse verschiedene Stationen. Dazu zählen praktische Übungen ebenso wie Gespräche und Tests. Erstellt werden die Potenzialanalysen durch Bildungsträger und nicht durch die Lehrer. „Es ist kaum möglich, die Stärken eines Schülers an einem einzigen Tag abzuschätzen“, gibt Schulte zu bedenken. Statt einer Analyse, die aus Kostengründen auf einen Tag begrenzt ist, plädiert sie dafür, die Lehrer mit Hilfe der Träger entsprechend zu qualifizieren. Die Pädagogen könnten so eine kontinuierliche Potenzialanalyse in Verbindung mit dem Unterricht über einen längeren Zeitraum durchführen.

Der Unternehmerverband bringt mit vielfältigen Aktionen die beiden Welten Schule und Wirtschaft zusammen. Mit seinen langjährigen Erfahrungen möchte er sich auch bei KAoA einbringen: „Betriebserkundungen, wie wir sie beispielsweise im Rahmen unserer Arbeitskreise anbieten, sind erprobt und sinnvoll. Es gibt kaum eine bessere Möglichkeit, Kontakte zu Unternehmen zu knüpfen", so Schulte abschließend.

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