„Auch noch so lautes Streikgetöse kann die Probleme der Metall- und Elektroindustrie nicht übertönen“

Nach der 2. Verhandlungsrunde wirft der Unternehmerverband der IG Metall vor, die Lage in den Betrieben auszublenden

Als „unverantwortlich und unangemessen“ haben die regionalen Metallarbeitgeber den Aufruf der IG Metall zur Durchführung massiver Warnstreiks in den Unternehmen der Branche bezeichnet. „Die IG Metall vergibt die Chance, Verhandlungen in einer vernünftigen Atmosphäre fortzuführen“, sagt der Hauptgeschäftsführer des Unternehmerverbandes Metall Ruhr-Niederrhein, Wolfgang Schmitz. Auch das am 28. April in Neuss von den Arbeitgebern vorgelegte alternative Angebot für 24 Monate bedeute ein klares Reallohn-Plus für die rund 700.000 Beschäftigten des Industriezweigs an Rhein und Ruhr. Es sei nicht nachvollziehbar, warum dieses Signal schon fast reflexartig mit Arbeitsniederlegungen beantwortet würde.

„Noch so lautes Streikgetöse kann die Probleme der Metall- und Elektroindustrie nicht übertönen. Die Fakten zeigen ganz eindeutig, dass die Betriebe und ihre Arbeitsplätze unter Druck stehen. Streiks verschärfen diese Probleme weiter“, so Wolfgang Schmitz, der für die Arbeitgeber der Region gemeinsam mit dem Vorsitzenden des Metallverbandes Ruhr-Niederrhein, Wim Abbing, selbst mit am Verhandlungstisch in Neuss saß.

Schmitz bezeichnet die Tarifrunde 2016 als „eine entscheidende für die Zukunftsfähigkeit des Flächentarifs im bedeutendstem Industriezweig der Region und ganz Deutschlands“. Von ihrem Ergebnis hänge es ab, ob verloren gegangenes Vertrauen in die Gestaltungsfähigkeit des Flächentarifs zurückgewonnen werden könne. Durch die zu hohen Abschlüsse der letzten Jahre habe der Flächentarif bei vielen Mitgliedern erheblich an Reputation verloren. „Die Tarifbindung in den Verbänden muss dringend wieder gestärkt werden“, erklärte Schmitz. Massive Warnstreiks seien hierfür aber genau der falsche Weg.

Die Gewerkschaft solle deswegen auf die schädlichen Rituale rund um den 1. Mai verzichten und sich stattdessen ein Bild von der realen Lage der Betriebe machen. „Die hohe Forderung der Gewerkschaft hat mit der Realität der Branche gerade in unserem Verbandsgebiet – in Duisburg, Mülheim, Oberhausen, dem Kreis Wesel, dem Kreis Borken und dem Kreis Kleve – nichts zu tun“, so Schmitz. Aktuelle Umfragen zeigten, dass die Metall- und Elektroindustrie der Region bei allen Konjunktur-Parametern zum Teil deutlich unterhalb der Gesamtwirtschaft liege, trendmäßig etwa 10 Prozent.

Wolfgang Schmitz, Hauptgeschäftsführer des Unternehmerverbandes (Foto: Unternehmerverband)

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