Ingenieur-Praktikum interessierte viele Mädchen

Unternehmerverband organisierte Duales Orientierungspraktikum / Elf Firmen und Westfälische Hochschule machten mit

Praxisnah, prägend, persönlich – auf diesen Dreiklang lässt sich das „Duale Orientierungspraktikum“ bringen, das am Freitag in Bocholt mit der feierlichen Zertifikatsübergabe seinen Abschluss fand: Neun Schülerinnen und neun Schüler absolvierten während der Herbstferien zunächst eine studienpraktische Woche an der Westfälischen Hochschule und hospitierten dann eine Woche lang in einem von elf hiesigen Betrieben. Dort begleiteten sie Ingenieure, Gesellen und Azubis durch ihren Arbeitsalltag. So lernten sie sehr konkret Berufe, Anforderungen und einen potenziellen Arbeitgeber in ihrer Stadt kennen.

„Wir freuen uns besonders, dass in diesem Jahr so viele Mädchen mitgemacht haben. Gerade sie möchten wir für technische Berufe begeistern“, sagte Jürgen Paschold vom Unternehmerverband. Er verwies nicht nur auf die guten Verdienstmöglichkeiten beispielsweise in der Metall- und Elektroindustrie, sondern auf die veränderten Anforderungen: „Statt im Blaumann hart in der Produktion zu arbeiten, ist heute in vielen Betrieben vor allem Köpfchen gefragt, weil Maschinen, Anlagen und Fertigung vom Computer gesteuert werden“, so Paschold.

Einer der 18 Teilnehmer des diesjährigen Praktikums war Julius Leon Brillert, 16-jähriger Oberstufenschüler am St. Georg-Gymnasium, der seine berufspraktische Woche bei der Spaleck Oberflächentechnik GmbH & Co. KG absolvierte. „Ich interessiere mich für die Elektrotechnik. Weil ich beim Praktikum die Möglichkeit hatte, viele Abteilungen wie Labor, Einzelfertigung, Verfahrenstechnik, Vertrieb und eben die Elektrotechnik zu durchlaufen, hat sich dieses Berufsziel verfestigt.“ Darüber freute sich Firmenchef Alwin Keiten-Schmitz: „Wir wollen jungen Menschen etwas zeigen, ihnen Perspektiven bieten. Zugleich wollen wir uns als Arbeitgeber aber auch einen Namen in der Region machen und angehende bzw. ‚fertige‘ Fachkräfte für uns gewinnen.“ Keiten-Schmitz, selbst Vater von vier Kindern, engagiert sich deshalb auch stark in der Ausbildung: Spaleck Oberflächentechnik bildet Azubis in vier Berufsbildern und mehreren Jahrgängen sowie dual Studierende aus. Mit Blick auf seinen Personalbedarf an Ingenieuren, Technikern und ganz normalen Facharbeitern machte Keiten-Schmitz bei diesem Praktikum zum wiederholten Male gerne mit.

Die 18 Teilnehmer besuchen eigentlich eins der vier Bocholter Gymnasien bzw. das Berufskolleg Bocholt-West und in Borken das Berufskolleg Technikgymnasium bzw. das Gymnasium Remigianum. Eine Woche lang mischten sie sich aber nun unter die Studierenden an der Westfälischen Hochschule (WH). „In einer Kombination aus praktischer Arbeit in Labors und dem Besuch ausgewählter Lehrveranstaltungen gaben engagierte Studierende den Schülerinnen und Schülern einen realistischen Einblick in das Studium verschiedenster Ingenieurdisziplinen. Aufgrund der sehr positiven Resonanz bei den Teilnehmern wird es auch im kommenden Jahr wieder ein ,Duales Orientierungspraktikum‘ geben“, so Prof. Dr. Gerhard Juen, Dekan im Bocholter WH-Fachbereich „Wirtschaft und Informationstechnik“.

Nachdem die Oberstufenschüler Campusluft geschnuppert hatten, ging es in der vergangenen Woche in einen von elf Betrieben, um technische Berufsfelder in Fertigung, Konstruktion, Maschinenbau, Elektrotechnik, Labor und Prozesskette kennenzulernen. Mit von der Partie waren die Bocholter Firmen Benning, Gigaset, Olbrich, Pieron, Siemens, Antony Systemhaus, Spaleck Oberflächentechnik und Lebo sowie die Firmen RST (Hamminkeln), Rademacher (Rhede) und Vesuvius (Borken). „In diesen Unternehmen liefen die Schüler mit einem Ingenieur mit oder begleiteten Kollegen mit anderen technischen Berufsschwerpunkten“, erläuterte Verbandsingenieur Jürgen Paschold. Mit diesen Erfahrungen sollen u. a. spätere Studienabbrüche vermieden werden: „Frühzeitig Einblicke in eine akademische Ausbildung und die damit verbundene Jobperspektive zu erhalten, ist eine Erfahrung, die für Schüler im Rahmen ihrer Berufsfindung sehr wertvoll ist.“

Weitere Informationen unter: www.duales-orientierungspraktikum.de und www.unternehmerverband.org 

Firmenchef Alwin Keiten-Schmitz und Mitarbeiter Herbert Hoffrichter (v. l.) von der Spaleck Oberflächentechnik geben Julius Leon Brillert Einblick in Auftrags- und Fertigungsabläufe. Jürgen Paschold (r.) vom Unternehmerverband hatte Unternehmer und Schüler im Rahmen des Dualen Orientierungspraktikums zusammengebracht. (Foto: Unternehmerverband)

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