Megathema Fachkräfte: Mehr tun für Bildung und Betreuung

Auftaktveranstaltung des Unternehmerverbandes zur neuen Reihe „Dringend gesucht: Fachkräfte!“

Fast 100 Teilnehmer konnte der Hauptgeschäftsführer der Unternehmerverbandsgruppe, Wolfgang Schmitz, heute im HAUS DER UNTERNEHMER begrüßen. „Die hohe Teilnehmerzahl zeigt mir, dass wir bei der Themenwahl richtig liegen“, so Schmitz. Nicht nur die Zahl der Teilnehmer sollte die Wahl auf das Fachkräfte-Thema als Schwerpunkt im Jahr 2012 bestätigen, auch die Diskussionsbeiträge und das Engagement des Publikums zeigten sehr schnell, dass die Fachkräfte-Frage mehr und mehr zum Megathema der heimischen Wirtschaft wird. Die Themen Bildung und Betreuung standen dabei im Zentrum der Diskussion. „Wir haben zu viele ungeeignete Bewerber“, beklagte der Personalchef eines Unternehmens aus der Metallindustrie. „Bei der Bildung muss sich endlich was bewegen. Zu viele Schulen sind baulich in einem katastrophalen Zustand. Viele Lehrer sind von ständigen Veränderungen bei Schulstrukturen und Lehrplänen schlicht frustriert“, so der Geschäftsführer eines weiteren Unternehmens.

Michael J. Walter, Vorstandsvorsitzender der Unternehmerverbandsgruppe, hob deswegen in seiner Rede die Bedeutung von Bildung und Betreuung hervor. Zu lange seien Wirtschaftsstandorte ausschließlich nach Kriterien wie Verkehrsanbindung und steuerlicher Belastung beurteilt worden. Da hätten die Arbeitgeber durchaus auch einen Anteil daran. Doch eine nur darauf konzentrierte Sichtweise sei eindimensional. „Ich sage mit allem Nachdruck: Die Fachkräfte-Problematik wird uns lehren, dass Infrastruktur mehr als nur Verkehr bedeutet. Wenn es um die Fachkräfte der Zukunft geht, werden aus früher weichen Standortfaktoren wie Bildung, Betreuung und sogar Kultur ganz schnell ganz harte Standortfaktoren.“

Die Erkenntnis, dass familienfreundliche Arbeitgeber es oft leichter haben, wenn es darum geht, Fachkräfte zu finden, betonte Wolfgang Schmitz in seiner Rede. „Wir wollen deswegen gute Beispiele für Familienfreundlichkeit weiter herausstellen. Wir haben unter anderem die Initiative für das überaus erfolgreiche Bündnis für Familie in Mülheim an der Ruhr ergriffen.“ Eine wichtige Aufgabe dieses Bündnisses sei es, familienfreundliche Unternehmen auszuzeichnen. „Ich darf deswegen ankündigen, dass wir Ähnliches in anderen Städten auch auf den Weg bringen wollen. Ich habe diesbezüglich etwa bereits den Oberbürgermeister von Duisburg angeschrieben. Wir haben hier positive Signale und ich bin mir sicher, dass nach den derzeitigen politischen Auseinandersetzungen schon bald auch in Duisburg ein Bündnis für Familie die Arbeit aufnehmen kann. Für die Stadt wäre das ein echter Gewinn.“

Für den Unternehmerverband gelte der selbstformulierte Anspruch, so Schmitz, dass man ein kompetenter Lotse beim Megathema Fachkräfte sein wolle. Die Zahl der Projekte, Fördermaßnahmen, Handlungsmöglichkeiten und Beratungsangebote sei gewaltig. Doch oft sehe man vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr. Die Fachkräfte-Frage sei eine Frage mit fast unendlich vielen Antworten. „Unternehmen, gerade auch kleine und mittlere Unternehmen, tun sich oft schwer, die für sie richtigen Antworten zu finden. Und genau da wollen wir ansetzen.“

Im Mittelpunkt der heutigen Veranstaltung stand nach den Eingangsreden die Frage „Was macht uns als Arbeitgeber attraktiv?“. Hierzu hatte der Unternehmerverband kompetente Referenten eingeladen. Dr. Carsten Pohl vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung sprach über die Frage „Fachkräftegewinnung und das Image von Berufen“. Annett Christin Kraushaar und Dr. Thomas Hoffmann vom Rationalisierungs- und Innovationszentrum der Deutschen Wirtschaft referierten über „Arbeitgeberattraktivität und personalwirtschaftliche Handlungsfelder“. Um sein eigenes Angebot im Fachkräfte-Bereich weiterzuentwickeln und um den Unternehmen passgenau helfen zu können, waren die anwesenden Unternehmensvertreter zum Mitmachen und Mitdiskutieren eingeladen. Bereits im kommenden Monat sind weitere Veranstaltungen zum Thema im HAUS DER UNTERNEHMER geplant. Vorstandsvorsitzender Michael J. Walter resümierte: „Ein Thema ist vom Theoretischen ins Praktische gekommen. Jetzt müssen wir handeln, um auch in Zukunft Fachkräfte zu finden.“

Michael J. Walter (links) auf dem Podium der heutigen Auftaktveranstaltung, rechts daneben (in der Reihenfolge): Dr. Carsten Pohl, Annett Christin Kraushaar und Dr. Thomas Hoffmann

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