Unternehmerverband bezieht Stellung: Nagels Vorwürfe undifferenziert und falsch

Als „undifferenziert und falsch“ weist der Unternehmerverband die Vorwürfe des Kreisvorsitzenden der CDA Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft, Hans-Jürgen Nagels, zurück. Dieser behauptet, die Situation auf dem Ausbildungsmarkt werde nur schön geredet und sei ein Skandal. „Herr Nagels selbst eröffnet eine Milchmädchenrechnung, wenn er zu den Bewerbern sämtliche Altbewerber hinzu addiert und dann den aktuellen Ausbildungsstellen gegenüberstellt“, sagt Elisabeth Schulte vom Unternehmerverband. Die Ausbildungsexpertin beim Arbeitgeberverband ist wie Nagels Mitglied des Verwaltungsausschusses der Arbeitsagentur Oberhausen. Somit kennt sie die Zahlen ebenso wie die Hintergründe bestens.

Nagels Rechnung sei schlichtweg falsch, dass nur jeder Zweite eine Lehrstelle bekommt. Der Statistik entnimmt Elisabeth Schulte, „dass 82 unversorgten Bewerbern 86 unbesetzte Stellen gegenüberstehen. Es gibt also rein rechnerisch eine Überversorgung.“ Das sei umso bemerkenswerter, weil damit trotz Wirtschaftskrise 34 Prozent mehr Stellen derzeit unbesetzt seien als im Vorjahr. Denn über den Ausspruch Nagels, dass das eigentliche Übel die nach wie vor schlechte Ausbildungsbereitschaft vieler Unternehmen sei, ärgert sich Schulte am meisten: „Gerade die Mittelständler legen auch aus der Erfahrung des Fachkräftemangels in der Zeit vor der Krise hohen Wert auf die Ausbildung und bilden trotz Auftragseinbrüchen mehr oder weniger unverändert aus.“

Das Problem der Altbewerber kennt auch Elisabeth Schulte und sieht Handlungsbedarf: „Es stimmt: Viele Schüler drehen Warteschleifen in Schulen und Maßnahmen.“ Sie tun dies aber wider besseren Wissens oder in gewisser Gleichgültigkeit gegenüber der Berufswahl. „Für viele scheint der Weg in die Vollzeitschule vermeintlich leichter.“ Dabei, so Schulte, verpassen die Jugendlichen den Absprung in die Praxis und werden nicht fitter für den Arbeitsmarkt, sondern einfach nur älter. Genau an der Stelle der besseren Berufsvorbereitung setzt der Unternehmerverband an. Im Auftrag der Arbeitsagentur Oberhausen führt er das Schulprojekt „Vertiefte Berufsorientierung“ an Oberhausener Schulen durch. In das Projekt sind auch die hiesigen Unternehmen eng eingebunden, die den Jugendlichen so schon frühzeitig aufzeigen, worauf es bei der Bewerbung und allgemein im Berufsleben ankommt. Schulte: „Gerade das enorme ehrenamtliche Engagement der Oberhausener Unternehmen an Schulen trotz Krise ist alles andere als selbstverständlich.“

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