Ausbildung

Umfrage unter Ausbildungsbetrieben im November 2020

Neue Online-Tests für Azubis, aber kein Hang, aufgrund der Corona-Krise alles in Frage zu stellen

Sönke Friedrich, Leiter Ausbildung, REMONDIS Maintenance & Services GmbH & Co. KG / XERVON GmbH / Buchen Umweltservice GmbH (Ruhrgebiet)

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Welche Ausbildungsberufe bieten Sie?
Wir haben derzeit 230 Azubis in 15 verschiedenen Berufen – das reicht vom Industriekaufmann über Industriemechaniker und Elektroniker bis hin zur Fachkraft für Rohr-, Kanal- und Industrieservice. Ausgebildet werden unsere Azubis im gesamten Bundesgebiet. Die Schwerpunkte liegen aber im Ruhrgebiet und im Rheinland. Wir sorgen bei unseren Kunden aus der chemischen und petrochemischen Industrie für Instandhaltung, Reinigung und Umweltservice. In diesem Jahr lag die Zahl der neu eingestellten Azubis bei 90 und damit vergleichbar zu den Vorjahren. Wir füllen unseren Fachkräfte-Bedarf seit je her auch aus den Reihen der Azubis – daran hat Corona nichts geändert!

Lief durch die Corona-Pandemie dennoch einiges anders als in sonstigen Ausbildungsjahrgängen?
Von der Anzahl der Bewerbungen zunächst einmal nicht, dafür sorgt sicher auch ein smartes Onlineportal, auf dem wir die Ausbildungsberufe zeit- und zielgruppengerecht darstellen, und das es den Bewerbern sehr leicht macht, mit uns in Kontakt zu kommen. Aber wir mussten unser Testverfahren auf den Kopf stellen: Ein auf die unterschiedlichen Berufsgruppen angepasster Onlinetest war hier das Mittel der Wahl, um eine große Anzahl von Bewerbern zu testen, ohne dass Präsenztermine nötig wurden. Die darauf folgenden Vorstellungsgespräche wurden dann unter Einhaltung der geltenden Hygienevorschriften persönlich durchgeführt. Insgesamt war der Aufwand für das Einstellungsverfahren in diesem Jahr jedoch höher.

Wie sprechen Sie den Nachwuchs an?
Für die eher exotischen Berufe wie die Fachkraft für Rohr-, Kanal- und Industrieservice oder Gerüstbauer war das Bewerberaufkommen in der Vergangenheit recht verhalten – konnte aber durch gezielte Präsenz auf Facebook und Instagram deutlich gesteigert werden. Auf die Resonanz dort wollen wir nicht mehr verzichten, wir können dort vor allem eins: Bei unseren potenziellen Bewerbern einen guten Eindruck hinterlassen. Auch die Anzahl der Bewerbungen, die wir durch Empfehlungen unserer eigenen Azubis bekommen, konnte in den letzten Jahren deutlich gesteigert werden. Eine gute und zukunftsorientierte Ausbildung spricht sich eben rum.

Von einem „Corona-Ausbildungsjahrgang“ sprechen Sie also nicht…
Nein. Gutes Beispiel ist unser Teamtraining, bei dem die neuen Azubis von BUCHEN Umweltservice eine Woche im Sauerland verbringen, inklusive Abseilen und vielen anderen besonderen Erlebnissen, die das Ziel verfolgen, aus vielen einzelnen Persönlichkeiten eine funktionierende Gruppe zu bilden. Hier haben wir sehr genau und sauber das Risiko gegen den Mehrwert für die Ausbildung abgewogen – und uns unter Einhaltung aller Hygienevorschriften für die Durchführung entschieden. Die Pandemie nehmen wir sehr ernst – allerdings darf dies meiner Meinung nach aber nicht dazu führen, dass wir alle Aktivitäten rund um die Ausbildung ersatzlos streichen. Wir jedenfalls wollen dem Nachwuchs ein gutes Angebot für seine berufliche Zukunft bieten und trotz Krise Spaß an der Arbeit in der RMS Gruppe vermitteln.

Link Ausbildungs-Webseite: www.ausbildung-rms.de

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Fachleute für nachhaltige Technologien gesucht

Thorsten Hasse, Dept.:Human Resources, Mitsubishi Power Europe GmbH (Duisburg)

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Welche Ausbildungsberufe bieten Sie?
Wir haben wie in den Vorjahren auch sechs Azubis in den drei Berufen Industriekaufleute, Kaufleute für Büromanagement und technische Produktdesigner angestellt. Eigentlich wollten wir noch zwei weitere Azubis im für uns neuen gewerblich-technischen Beruf Konstruktionsmechaniker Fachrichtung Schweißtechnik anstellen. Wir haben da aber leider keine adäquaten Bewerber gefunden. Das ist echt schade, denn wir bilden ausschließlich für den eigenen Bedarf aus und garantieren die Übernahme für mindestens 18 Monate, in der Hoffnung auch im Anschluss daran langfristig zusammenarbeiten zu können. Außerdem setzen wir alle Azubis während der Ausbildung schon in sehr spannenden, realen Projekten ein.

Welche realen Projekte sind das?
Der Ursprung der Gesellschaft liegt im Kesselbau im Kraftwerksbereich, über die Jahre sind wir zum Gesamtanlagenbauer aufgewachsen. Da alle Kohlekraftwerke in Deutschland 2038 abgeschaltet werden, werden voraussichtlich keine neuen Anlagen mehr gebaut. Wir setzen deshalb bei unseren Kunden nun eher auf Service, Umbau und Modernisierung sowie Reparatur und Instandhaltung, haben zugleich aber alte Geschäftsfelder neu belebt und auch neue Technologien für uns entdeckt: Zum einen nutzen wir unser Know-how, um im industriellen Bereich, z. B. in Stahlwerken oder in der Müllverbrennung, passende, dann eben entsprechend kleinere Anlagen nach Kundenwunsch zu konzipieren. Wir bringen gerade aber auch viele neue Technologien zur Marktreife, etwa Wärmepumpen, Energiespeicher, Feststoff-Brennstoff-Zellen oder Power-to-fuel, die vielen auch aus der Presse schon ein Begriff ist. Auch hier werden unsere Azubis eingesetzt, die sich ja häufig für Nachhaltigkeit, Innovation und Klimaschutz interessieren.

Sie bilden vorrangig kaufmännisch aus, bauen aber Großanlagen. Wie passt das zusammen?
Wir bauen sie nicht, wir konstruieren sie passgenau. Wir sind sozusagen ein großes Ingenieur- und Projektbüro, das derzeit über 600 Mitarbeiter beschäftigt. Unsere Industriekaufleute etwa durchlaufen unterschiedlichste Abteilungen – von Einkauf und Logistik über Personal und Buchhaltung bis hin zu Montage und Inbetriebsetzung und natürlich das Projektmanagement. Für unsere technischen Auszubildenden stehen dann die einzelnen technischen Fachabteilungen, die praktische Ausbildung in der Lehrwerkstatt und Einblicke in die Abwicklung von Projekten im Vordergrund. Das ist ihr ganz großer Vorteil, also dass die Azubis eben alle Abteilungen und deren Denkweisen und Anforderungen kennen und sich selbst ein persönliches Netzwerk aufgebaut haben. So haben wir ganz zielgerichtet unseren eigenen Nachwuchs herangezogen, der ab Übernahme fit im Projektemanagement ist.

Spüren Sie eine Veränderung im Ausbildungsgeschehen durch Corona?
Unser Ausbildungsjahrgang stand schon im Januar, also vor Corona, fest. Um wirklich an Top-Leute zu kommen, starten wir immer direkt nach den Sommerferien mit der Suche. Jetzt aber scheint die Pandemie deutlich durchzuschlagen: Für unsere Ausschreibungen zum Start im Jahr 2021 spüren wir eine ziemliche Zurückhaltung bei den Bewerbern; momentan sind die Bewerberzahlen halbiert! Und – das ist aber wohl unabhängig von Corona – sinkt die Qualität: Notendurchschnitte werden schlechter, das ist schon deutlich feststellbar. Bislang konnten wir aber unsere Ausbildungsplätze ohne Abstriche besetzen. Wir inserieren unsere Stellen klassisch in Online-Portalen, bei IHK und Arbeitsagentur bzw. im Ausbildungsmagazin der Stadt Duisburg; außerdem haben wir eine Patenschaft mit einer Schule geschlossen und führen dort z. B. Bewerbungstrainings durch. Und unsere Azubis haben mal in ihren früheren Schulen für uns getrommelt – das ist natürlich viel authentischer, weil da auf Augenhöhe gesprochen wird. Die Teilnahme an einer Ausbildungsmesse fiel Corona zum Opfer. Aber wir wollen unsere sechs, besser noch acht Plätze im kommenden Jahr unbedingt besetzen, weil wir so den Nachwuchs für Fachkräfte in unseren Zukunftsprojekten erhalten.

Haben sich Ausbildungsberufe verändert?
Mit unseren neuen Aufgaben ganz klar: Ja. Nehmen wir den Technischen Produktdesigner. Während er vor einigen Jahren hauptsächlich selbst konstruiert hat, braucht er zwar immer noch das technische Know-how, er beschäftigt sich aber nun mit der kompletten Abwicklung: Er findet geeignete Partner für die Konstruktion, überwacht externe Dienstleistungen und ist letztendlich Schnittstelle zwischen Kunden und Konstrukteur. Es ist also mehr das schon angesprochene Projektmanagement, das er können muss. Damit geht viel Verantwortung einher. Zweites Beispiel ist, dass wir leistungsstarken Azubis während ihrer Ausbildung anbieten, ein berufsbegleitendes Studium aufzunehmen – also zusätzlich zur Ausbildung durch das Unternehmen finanziert einen Bachelor-Abschluss zu erwerben. Eine weitere Änderung ist, dass wir zunehmend Bewerbungen von Studienabbrechern erhalten, die nach ein oder zwei Semestern merken, dass sie lieber eine Ausbildung machen. Damit haben wir insgesamt gute Erfahrungen gemacht.

Wie ist der Ausbildungsstart dann letztendlich gelaufen, Stichwort Home-Office?
Die Azubis waren spürbar verunsichert und haben vor Ausbildungsstart angerufen, ob alles wie besprochen läuft. Da einige Kollegen, die in den Fachbereichen Azubis betreuen, Corona-bedingt im Home-Office sind – einige Abteilungen arbeiten fast durchgehend zu Hause –, war es schon eine riesige Aufgabe, die neuen Beschäftigten adäquat einzuführen und in den ersten Wochen sinnvoll ins Tagesgeschäft einzubinden. Es hat alle große Anstrengungen gekostet. Ich denke, wir haben das gemeinsam aber ganz gut gemeistert.

Link Ausbildungs-Webseite: https://emea.power.mhi.com

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Ausbildungsangebot wird unabhängig von Corona für 2021 ausgebaut

Stefan Kröber (Leiter Produktion) und Stephan Skipka (Personalleiter), Steinhoff GmbH & Cie. OHG (Dinslaken)

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Welche Tradition hat Ausbildung in Ihrem mittelständischen Familienunternehmen?
Wir investieren bereits seit Jahrzehnten konsequent in die Ausbildung neuer Mitarbeiter, insbesondere im gewerblichen Bereich. Für 2021 wollen wir unsere Kapazitäten ausbauen und suchen neben Zerspanungsmechanikern und Industriekaufleuten auch Fachinformatiker im Bereich Systemintegration, Speditionskaufleute und Mechatroniker. Momentan beschäftigen wir bei rund 140 Mitarbeitern insgesamt 16 Azubis. Damit bilden wir über Bedarf aus; einige Azubis übernehmen wir stets.

Haben die Bewerberzahlen für 2021 Pandemie-bedingt nachgelassen?
Die Bewerberzahl liegt auf Vorjahrsniveau. Was wir wohl leider deutlich feststellen, ist, dass die Qualität der Bewerber, also in Bezug auf Noten und Sozialverhalten, abnimmt. Ein Beispiel: Wir führen seit Jahrzehnten Einstellungstests durch. Nicht nur die Ergebnisse werden immer schlechter. Inzwischen laden wir zehn Prozent mehr Bewerber zu dem Termin ein als wir Plätze haben. Denn wir wissen: Mindestens jeder zehnte kommt erst gar nicht zum Termin! Das ist nur ein Zeichen der Zeit, das bedauerlich ist.

Was erwartet Azubis in Ihrem Betrieb?
Wir stellen Kaltwalzen her für Walzwerke, in denen z. B. Autobleche oder Aluminiumfolie hergestellt werden. Das Besondere trotz des eher kleinen Betriebs ist, dass wir eine eigene Lehrwerkstatt haben. Die Azubis sind also nicht in der Werkshalle verstreut, sondern arbeiten mit großem Gemeinschaftsgefühl zusammen. Sie sind für eigene Projekte verantwortlich, etwa kürzlich für eine Werkzeugmaschine, die sie auseinander gebaut, gereinigt, angestrichen und neu montiert haben. Alle Schritte mussten selbst geplant und dafür z. B. auch der Arbeitsplatz optimal eingerichtet werden. In dieser Lehrwerkstatt bilden wir als Verbundpartner auch Azubis anderer Firmen aus, weil sie ihrerseits z. B. das Schleifen und Drehen nicht vermitteln können.

Man könnte meinen, eine solche Lehrwerkstatt sei eine Männerdomäne – ist sie bei Ihnen aber genau im Gegenteil nicht…
Wir haben ziemlich viele Zerspanungsmechanikerinnen. Wir setzen ganz bewusst darauf, denn die Frauen haben definitiv einen positiven Einfluss auf das Betriebsklima. In der Regel werden sie auch übernommen. Wir rekrutieren sie von weit her, gehen auf spezielle Messen für Frauen in MINT-Berufen. Darüber hinaus haben wir kürzlich auch einen Asylbewerber ausgebildet oder setzen in laufenden Ausbildungsjahren immer auch auf Quereinsteiger: Jugendliche, die in anderen Betrieben unglücklich sind, aber den Beruf zu Ende lernen wollen, kommen zu uns, schätzen die Atmosphäre in der Lehrwerkstatt sehr.

Apropos Ausbildungsmessen: Die sind ja fast gänzlich wegen Corona ausgefallen. Hat das Ihre Bewerbersuche beeinflusst?
Nicht nur die sind ausgefallen, sondern auch unsere regelmäßigen Betriebsrundgänge, die wir mit Schülern, Lehrern und Berufsschullehrern machen. Dabei konnten wir immer zeigen, was hinter unserer unscheinbaren Fassade passiert, was hinter ‚Steinhoff‘ steckt. Wir sind neue Wege gegangen, und haben genau diese Fassade mit einem Graffiti besprüht, um darauf aufmerksam zu machen, dass wir ausbilden. Das hat schon für Aufsehen gesorgt!

Und das Bewerberverfahren – ist das unbeeindruckt von der Pandemie gelaufen?
Als wir im Frühjahr unsere üblichen Bewerbungstests machen wollten, mussten wir den Termin mehrfach verschieben, haben dann aber unter allen notwendigen Auflagen einen Präsenztest durchgeführt. Bei den dann angestellten neuen Azubis entstand für den Ausbildungsstart am 1. September keinerlei Unsicherheit, denn wir stehen vorher intensiv in Kontakt mit ihnen. Denn z. B. muss die Berufskleidung schon vor Antritt der Stelle angeschafft werden. Wohl verzichten mussten wir auf die schöne Tradition, die Eltern der neuen Azubis in den Betrieb zum Kennenlernen einzuladen.

Link Ausbildungs-Webseite: www.steinhoff.eu

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Snapchat und Youtube gehörten schon vor Corona zum Repertoire

Julia Steiner, Leitung Strategie/Innovationsmanagement, und Maren Embert, Content Manager, Evers GmbH (Oberhausen)

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Spüren Sie Zurückhaltung bei den Bewerbern?
Interessanterweise haben wir in diesem Jahr eine wahre Flut von qualifizierten Bewerber*innen erhalten. Somit war es uns möglich, auch in der jetzigen wirtschaftlichen Situation, zwei neue Vertriebstalente einzustellen. Wir sind der Überzeugung, dass nur wer sich in der Krise richtig aufstellt, stark aus der Krise hervorgehen wird. Bei den Bewerbern um Ausbildungsplätze konnten wir hingegen einen deutlichen Rückgang verzeichnen. Wir freuen uns, dass wir trotzdem drei qualifizierte Nachwuchskräfte für die Ausbildung zum Kaufmann/Kauffrau für Groß- und Außenhandelsmanagement einstellen konnten.

Haben Sie 2020 Ihr Ausbildungsplatzangebot steigern können?
Regulär werden bei der Evers GmbH jährlich fünf Ausbildungsplätze angeboten. Damit beschäftigt das Unternehmen laufend bis zu zehn Auszubildende, was bereits einem Anteil von rund 12,5 Prozent an der gesamten Belegschaft entspricht. Das Ausbildungsplatzangebot möchten wir auch in den kommenden Jahren beibehalten, da wir der Überzeugung sind, dass sich gerade die Investition in die Ausbildung junger Nachwuchskräfte nachhaltig auszahlt.

Wollen Sie die unbesetzten Plätze noch in diesem Jahr besetzen?
Wir bedauern sehr, dass der Bewerbungsrücklauf aufgrund der Corona-Pandemie in diesem Jahr nachgelassen hat. Somit konnten wir erstmals nur drei der fünf angebotenen Ausbildungsplätze besetzten. Die Bewerbungsphase für das Jahr 2021 ist bereits wieder im vollen Gange. Wir freuen uns, die neuen jungen Talente wieder im September 2021 begrüßen zu dürfen.

Womit beschäftigt sich eigentlich die Evers GmbH?
Evers ist ein industrieller Lösungsanbieter in Oberhausen: Wir kombinieren Produkte und Dienstleistungen, um Kunden beim Heben von Lasten, Sichern von Personen und Ladungen sowie Fördern und Verpacken entlang des gesamten Logistikprozesses zu unterstützen.

Wie hat sich die Ausbildung verändert?
Seit Jahren wird die Ausbildung bei der Evers GmbH hinsichtlich Vernetzung, Digitalisierung und Projektmanagement stetig weiterentwickelt und entspricht damit schon länger der neuen Ausbildungsverordnung (August 2020). Auszubildende sind hier sowie bei Innovationsprojekten von Beginn an aktiv beteiligt. Bewerbungsgespräche, Schnuppertage sowie Trainings im Rahmen des Ausbildungsprogramms werden digital durchgeführt.

Welche pragmatischen oder neuen Lösungen haben Sie gefunden, z. B. was Ansprache, Marketing, Bewerbungsverfahren oder Matching angehen?
Interessent/innen können sich über eversgmbh.de/ausbildung2021 online bewerben und finden unter eversgmbh.de/ausbildung hilfreiche Tipps rund um das Anschreiben, das Bewerbungsgespräch, die Lohnabrechnung und die Arbeitswelt bei Evers. Individuelle Erfahrungsberichte ehemaliger Auszubildender spiegeln hier trotz fehlenden persönlichen Kontaktes ein sehr detailliertes Bild des Ausbildungsverlaufs wider. Im letzten Jahr haben wir die Zielgruppe potenzieller Auszubildender außerdem mithilfe von Snapchat Ads angesprochen. Das ist nur mit qualitativ hochwertigem Bild- und Videomaterial möglich. Aus diesem Grund wurde neben hochwertigen Fotos unserer Auszubildenden ein zweiminütiger Imagefilm produziert (https://youtu.be/L8qgnodzk8M), der ebenfalls die Grundlage für unsere Teilnahme am Projekt des Unternehmerverbandes, „Meine berufliche Zukunft in Oberhausen", sein wird. Über die Bewertungsplattform kununu (https://www.kununu.com/de/evers) können sich Interessenten Bewertungen von Bewerbern, Mitarbeitern sowie Auszubildenden durchlesen und sich einen ersten Eindruck von unserer Firmenkultur verschaffen. Da die Zielgruppe der Ausbildungsinteressenten vor allem über die Schule und die digitalen Kanäle zu erreichen ist, haben wir diese auch schon vor der Corona-Zeit forciert.

Ist es trotz Corona für Sie absolut notwendig, alle Ausbildungsplätze zu besetzen und so die künftigen Fachkräfte für 2023 und später zu finden?
Die derzeitige Pandemie ändert nichts an unserer langjährig gelebten Überzeugung, alle Ausbildungsplätze zu besetzen.

Link Ausbildungs-Webseite: eversgmbh.de/ausbildung

 

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Eigene Azubis begeistern auf Instagram und TikTok für die Ausbildung

Sandra Schlicht, Ausbildungsleiterin, Sparkasse Mülheim an der Ruhr

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Spüren Sie Corona-bedingt Zurückhaltung auf Seiten der Bewerber?
Im Frühjahr 2020 haben wir die Zurückhaltung gespürt. Seit September suchen wir aktiv für den Ausbildungsstart 2021. Hier liegen die Bewerberzahlen nicht hinter den Bewerberzahlen aus dem Vorjahr. Allerdings habe ich auch im September eine größere Akquise-Welle als geplant gefahren. Zum Ausbildungsstart in diesem Jahr haben wir unser Angebot mit 15 neuen Stellen konstant gehalten und auch komplett besetzt. Wir erachten es trotz Corona als absolut notwendig, alle Ausbildungsplätze zu besetzen und so die künftigen Fachkräfte für 2023 und später zu finden!

Welche pragmatischen oder neuen Lösungen haben Sie gefunden, z. B. wasAnsprache, Marketing, Bewerbungsverfahren oder Matching angehen?
Wir nutzen für unser Ausbildungsmarketing Instagram und TikTok. Beide Kanäle werden von unseren Auszubildenden geführt und sind unter „sparkasse.muelheim“ zu finden. Zur Ansprache waren wir auf digitalen Messen vertreten, z. B. bei der Parentum Messe online und bei der Abi Zukunft Messe online. Im eigentlichen Bewerberverfahren haben wir während der Kontaktbeschränkungen Gespräche ausschließlich per Skype geführt. Mit an Bord war der/die Bewerber/in, der Personalrat und ich als Ausbildungsleiterin. Statt Gruppenaufgaben wurden Verkaufsgespräche durchgeführt. Das hat prima funktioniert.

Link Ausbildungs-Webseite: www.sparkasse-muelheim-ruhr.de/de/home/ihre-sparkasse/karriere/ausbildung-bei-deiner-sparkasse.html

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Azubis erlebten einen Job-Start auf Distanz, bewiesen aber große Flexibilität

Britta Breuer, Leiterin Ausbildung, PVS holding GmbH (Mülheim an der Ruhr)

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Ausbildung in Corona-Zeiten – alles wie immer?
Im Grunde erst einmal: Ja. Unsere Anzahl an Auszubildenden pendelt generell zwischen zehn bis 14 Auszubildenden pro Jahr. Auch 2020 konnten wir dieses Ziel erreichen und zwölf Azubis einstellen. Dafür waren jedoch, im Gegensatz zu sonst, aufgrund von Corona zwei Auswahlrunden notwendig. Aber natürlich stellte der Start Corona-bedingt für alle Beteiligten eine Herausforderung dar. Bereits im Februar dieses Jahres waren die ersten Auswirkungen der Kontaktbeschränkungen spürbar, in diesem Monat fand hier in Mülheim ein letztes Mal das Job-Speed-Dating in der Stadthalle statt, damals bereits unter Auflagen. Danach wurden sämtliche Messen und Börsen abgesagt. Auch die späteren Bewerbungsgespräche erfolgten – anders als gewohnt – in Einzelterminen, ohne Händeschütteln, dafür mit Schutzmaske.

Welche Auswirkungen hatte die Corona-Pandemie generell auf die Ausbildung?
Wir pflegen für gewöhnlich ein sehr enges Verhältnis zu unseren Auszubildenden und setzen auf einen regelmäßigen Kontakt. Die Azubis, die sich aktuell in der Mittelstufe befinden, konnte wir aber beispielsweise ein halbes Jahr nicht sehen, da sie aufgrund der Hygienekonzepte das Gebäude nicht wechseln durften. Auch interner Unterricht und die Berufsschule waren vom Lockdown betroffen. Die neuen Auszubildenden dürfen sich dahingehend noch ein wenig orientieren – der erste Unterrichtsblock beginnt erst im Januar 2021. Ihr Schritt ins Berufsleben war dennoch ein außergewöhnlicher: In den vergangenen Jahren gab es immer ein erstes Kennlerntreffen mit den älteren Jahrgängen, sodass die Job-Starter direkt ihre Paten kennenlernen durften. Wir aßen gemeinsam Pizza und es gab ein Quiz. All das war dieses Jahr – wie so vieles – nicht möglich. Trotzdem sehen wir etwas Gutes in der Situation: In Sachen Flexibilität und im Meistern neuer Situationen konnten sich die jungen Menschen bereits früh beweisen. Das Ausbilder-Team der PVS findet hier bereits nach wenigen Wochen nur lobende Worte.

Spüren Sie aktuell Zurückhaltung bei den Bewerbern?
Die Anzahl der Bewerbungen ist im Vergleich zum Vorjahr rückläufig, aber nicht stark eingebrochen. Wir verzeichnen vermehrte Anfragen bezüglich eines Praktikumsplatzes, also Schulpraktika sowie Jahrespraktika. Außerdem erhalten wir vermehrt Anfragen nach Plätzen für Umschulungsmaßnahmen.

Welche pragmatischen oder neuen Lösungen haben Sie gefunden, z. B. was Ansprache, Marketing, Bewerbungsverfahren oder Matching angehen? 
Wir haben das Auswahlverfahren von Gruppengesprächen auf Einzelgespräche umgestellt. Zudem fanden Telefoninterviews und Videokonferenzen anstatt Präsenztermine statt. Darüber hinaus haben wir für die Rekrutierung Online-Ausbildungsmessen und Speed-Datings hinzugezogen.

Ist es trotz Corona für Sie absolut notwendig, alle Ausbildungsplätze zu besetzen und so die künftigen Fachkräfte für 2023 und später zu finden?
Wir konnten zum Glück alle offenen Ausbildungsplätze für 2020 mit geeigneten Bewerbern besetzen und beginnen jetzt schon mit der Suche für 2021. Wir sind sehr bemüht, das Bewerbungsverfahren für das kommende Jahr frühzeitig abzuschließen. Die PVS bildet bereits seit mehr als 40 Jahren sehr erfolgreich aus und übernimmt ihre Azubis auch gerne in ein anschließendes Arbeitsverhältnis. Da Ausbildung für uns einen hohen Stellenwert einnimmt, werden wir auch zukünftig dieser Tradition folgen und einen Teil des zu erwartenden Fachkräfteausfalls mit den eigenen Auszubildenden auffangen. Schon heute bildet der Anteil der ehemaligen Auszubildenden an der Gesamtbelegschaft knapp 40 Prozent.

Ausbildungs-Website: www.ihre-pvs.de/karriere/ausbildung/

 

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