Werkstatt für Menschen mit Behinderung

Berufliche Teilhabe ermöglichen

Duisburger Werkstatt für Menschen mit Behinderung gemeinnützige GmbH beschäftigt 1.300 Mitarbeiter / Produktion, Dienstleistung und Gastronomie

Nicht überfordernd, aber doch geschäftig geht es in der Produktion am Kalkweg zu – auch hier nehmen einen die Mitarbeiter regelrecht an die Hand, um mit viel Eifer ihre Arbeitsplätze zu zeigen. An Gruppentischen fertigen die Mitarbeiter zurzeit Teleskop-Dübel in großen Stückzahlen; mit ihnen wird beim Hausbau die Außenisolierung fixiert. Stefan etwa zeigt stolz zwei Vorrichtungen, mit der er Komponenten zusammenfügt oder die Packungseinheit „100 Stück“ abzählt. „Unsere Mitarbeiter wechseln sich an den Stationen ab; diese reichen von der Konfektionierung über das Verschweißen und Etikettieren bis hin zum Kontrollieren und dem versandfertigen Verpacken“, berichtet Lütke Vestert.

Handarbeit ist auch das Stichwort für die weiteren Referenzen der wfbm; zum Beispiel bereiten die Mitarbeiter Gaszähler auf, das heißt mechanisch kontrollieren, Display abkleben und lackieren. Oder sie bestücken Verkaufsdisplays mit Tiernahrungsprodukten, verkabeln Schaltelemente miteinander oder sägen, fräsen, bohren und polieren Unterlegplatten für Serienprodukte. Genau solche nicht-maschinellen Arbeiten versucht Schmanke, der seit Juli dieses Jahres Geschäftsführer der gGmbH ist, an den Kunden zu bringen. Aus seiner früheren Tätigkeit – zuvor war der 50-Jährige, der von Haus aus Diplom-Sozialpädagoge ist und einen Master im Social Management hat, 24 Jahre lang linksrheinisch in vergleichbarer Position tätig – nennt er als guten Geschäftsbereich auch die Bearbeitung von Rückläufern. „Non-Food-Produkte von Discountern, die in hiesigen Filialen eingesammelt werden, müssen geprüft, neu verpackt und etikettiert werden, um z. B. in anderen Ländern erneut in den Verkauf zu kommen.“ Gleiches gelte für Textilien, die bei Online-Versandhäusern zurückkommen. „Es wäre besonders nachhaltig, wenn die nicht weggeschmissen würden, sondern in den Verkauf zurückgehen. Weil das gleichzeitig eine machbare Beschäftigung für einen Menschen mit Behinderung ist, ist das doppelt sinnvoll“, findet Schmanke.

Zusätzliche Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderung sind auch in anderen Bereichen denkbar: In Altenheimen könnten beispielsweise Menschen mit Behinderung die Altenpfleger entlasten, etwa indem sie sich um die Wäsche kümmern, Essen anreichen oder Gespräche führen. Die wfbm wird ihre beruflichen Qualifizierungsangebote weiter ausbauen, um in ganz unterschiedlichen Bereichen auf den Arbeitsalltag und den Beruf vorzubereiten. Dabei werden Grundregeln des Arbeitslebens vermittelt, aber auch Notwendiges wie Arbeitsschutz und -kleidung oder Hygienestandards in einem Gastronomiebetrieb. „Alle unsere Mitarbeiter sollen zudem ihre Stärken und Neigungen herausarbeiten“, erzählt Jutta Lütke Vestert.

Während der Großteil der Mitarbeiter an den vier Werkstatt-Standorten arbeitet, gibt es einige Projekte, die besondere Aushängeschilder sind. Unter dem eigenen Modelabel „esthétique“ wird Kleidung entworfen, genäht, vermarktet vertrieben und verkauft. „25 Geschäfte von Berlin bis München führen unser Label; in unserem Lookbook modeln unsere Mitarbeiter selbst“, berichtet Lütke Vestert. Verkauft wird die Mode auch im AV concept store am Kuhlenwall, in dem auch andere selbstproduzierte Waren wie Wohnaccessoires aus der hauseigenen Töpferei angeboten werden. Angegliedert ist hier auch eine öffentliche Gastronomie, die den Sparkassenmitarbeitern als Kantine dient. Als „Prestigeprojekte“ zählt Schmanke zudem die Fahrradwerkstatt am Kalkweg 24 und das Restaurant „Ziegenpeter“ im Rheinpark auf wie auch die „kochwerkstatt“ an der Albert-Hahn-Straße im Duisburger Süden. Hier ist geglückt, was Alexander Schmanke sich gesamtgesellschaftlich wünscht: „Die Systeme müssen durchlässiger werden, damit noch mehr Menschen mit Behinderung die Möglichkeit haben ihre Arbeitskraft auf dem ersten Arbeitsmarkt einzubringen.“

Jennifer Middelkamp

Infos
Duisburger Werkstatt für Menschen mit Behinderung gemeinnützige GmbH
Kalkweg 10e
47055 Duisburg
0203 348597-0
www.wfbm-duisburg.de

 

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