Mit der exakten Dickenmessung zum Erfolg

Sieger des Wettbewerbs „Schüler macht MI(N)T!“ stehen fest / Bocholter Mariengymnasium gewinnt ersten Platz

Durch Stromstärke die Dicke von Metallen bestimmen und durch Bohrung die Temperatur eines unzugänglichen Fließes messen  – das sind die Ideen, die beim Wettbewerb „Schüler macht MI(N)T“ Platz 1 und 2 gewonnen haben. Das Mariengymnasium in Bocholt wurde zum vierten Mal seit Bestehen des Technik-Wettbewerbs erster Sieger. Zweiter wurde das Bocholter St. Georg Gymnasium. Den europäischen Gedanken des Wettbewerbs zeigt auch die Teilnahme einer belgischen Schule aus Wetteren. Das „königliche Atheneum“, so heißt die Schule, gewann mit seiner Idee einer automatischen Messung von Toleranzen den dritten Platz des Wettbewerbes.

Den Publikumspreis, also „Sieger der Herzen“, bekam das Bocholter St. Josef Gymnasium. Ihre Versuche waren besonders aufwendig, schließlich beschäftigten sie sich mit der Frage, wie sich unterschiedlichen Höhen auf Gewichtsmessungen auswirken. Dazu nahmen sie Messungen  nicht nur in ihrer Schule, sondern auch auf einem Wasserturm und in einem Bergbaumuseum vor. Ihr Fazit: Schon kleine Höhenunterschiede bringen große Abweichungen. Bei ihrer gemeinsamen Arbeit haben die vier Schüler aus Bocholt auch als Gruppe gute Erfahrungen in einem „spannenden“ Halbjahr gemacht. Das Publikum wusste die tolle Teamarbeit zu würdigen.

Ausgelobt haben den Wettbewerb, der nach rund einem halben Jahr jetzt mit der Präsentation der Schülerideen und der Preisverleihung in der Spinnerei des Textilwerks Bocholt endete, die vier mittelständischen Unternehmen: Lenord, Bauer & Co. GmbH (Oberhausen), Clyde Bergemann GmbH (Wesel), Grunewald GmbH & Co. KG (Bocholt) und PROBAT-Werke von Gimborn Maschinenfabrik GmbH (Emmerich). Gemeinsam mit dem Unternehmerverband wollen sie damit Nachwuchs für Ausbildung und Studium in Berufen ihrer Branche begeistern. 9 Schüler-Teams, die aus Wesel, Bocholt, Wetteren (Belgien) und Oberhausen kommen, haben in den vergangenen Monaten an Ideen und Erfindungen getüftelt. Das Thema des diesjährigen Wettbewerbs war die „Fertigung von mechanischen und elektrischen Bauteilen mit hoher Präzision - Toleranzen messen“.

Die 10 Schüler des Gewinnerteams vom Mariengymnasium in Bocholt beschäftigten sich in ihrer Aufgabenstellung mit der Dickenmessung von Metallen. Was sich einfach anhört, ist in der Praxis oft kompliziert und teuer. Denn zu prüfende Metalle liegen nicht immer da, wo man sie zum Messen haben will. Rohre oder Walzbleche sind verkleidet oder von Lackschichten umhüllt. Wie misst man also die Dicke, ohne größten Aufwand zu betreiben. Mit Strom lautet die Antwort der Bocholter Schüler. Das Gerät zur Stromstärkemessung war schnell gebaut. Mit Hilfe von Frequenzmessungen gelang es den Schülern dann, vielversprechende Ergebnisse in ihrem Sinne zu erreichen. Für den Laien heißt das: Strom wird von einem zum anderen Ende eines Metallstück geleitet. Die Höhe der gemessenen Frequenz gibt Auskunft über die Dicke des Metalls. Begeistert zeigte sich die Jury von dem einfachen, aber sehr wirkungsvollen Lösungskonzept der jungen Tüftler. Schließlich suchen die Unternehmen genau solche günstigen und einfach zu handhabende Lösungen.

Dem Prinzip nach ähnlich effektiv war auch die Lösung der zweitplatzierten Schüler des St. Georg-Gymnasiums für ihr Problem. Sie hatten zum Ziel, die Temperatur in einem unzugänglichen Fließ zu messen. Das zu prüfende Material befand sich in einer mechanischen Presse. In der Praxis erweist sich die Temperaturmessung immer wieder als Problem. Schnell geht dafür wertvolle Arbeitszeit verloren. Doch die Temperaturdaten sind wichtig, um weitere Arbeitsschritte am Fließ vornehmen zu können. Die Schüler haben gleich mehrere Varianten getestet, um zu den gewünschten Ergebnissen zu kommen. Die von ihnen zunächst präferierte magnetische Induktion führte nicht zum Ziel. Dieses erreichten sie letztlich über einer Bohrung und ein Berührungsmessgerät. Auch die Bohrungslösung vereint Effektivität und Kostenbewusstsein – und vor allem ist es praxistauglich, was sich die Schüler ausgedacht haben.

Die Jury lobte die durchweg kreativen und innovativen Projekte, die hervorragend präsentiert und umgesetzt wurden. Die Entscheidung am Ende war knapp, es gab Punkte für die Projektidee, die Präsentation, den praktischen Nutzen und das Ergebnis. Die Jury, allesamt namhafte Technikexperten, setzte sich zusammen aus Dr.-Ing. Wolfgang Brockerhoff von der Universität Duisburg-Essen, Prof. Dr.-Ing. Peter Kisters von der Hochschule Rhein-Waal und Prof. Dr. sc. nat. Tobias Seidl von der Westfälischen Hochschule, Campus Bocholt.

Elisabeth Schulte, Mitglied der Geschäftsführung beim Unternehmerverband, freut sich über die tollen Forschungsergebnisse. Sie wirbt stellvertretend für alle vier auslobenden Unternehmen für die Chancen der technischen Berufe, die sich in einer Ausbildung oder über ein (duales) Studium erlernen lassen: „Man hat allen Schülern angesehen, dass es Spaß macht, sich mit Technik und Physik zu beschäftigen. Der Funke sollte auch auf andere junge Leute überspringen!“ Gemeinsam mit den Unternehmen wolle man durch „Schüler macht MI(N)T!“ jungen Leuten praxisnahe Einblicke in die Technik ermöglichen. Der Wettbewerb wecke nunmehr im 9. Jahr echte Begeisterung bei den Teilnehmern. „Leider nehmen viel zu wenig Schulen teil. Damit werden Chancen für die Schüler vergeben. Ganz praktisch und doch auf hohem Niveau können bei diesem Wettbewerb viele Kompetenzen erlernt werden. Vor allem können auch konkrete und ortsnahe Firmenkontakte geknüpft werden“, so Schulte abschließend.

Strahlende Sieger: Die Schüler des Bocholter Mariengymnasiums haben den ersten Platz gewonnen. (Fotos: © Jörg Detering / Grunewald)

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