Konsenskultur anstatt Rechtsanspruch

Unternehmerverband berät zu arbeitsrechtlichen Fragen rund ums „Home Office“ / Flexible Arbeitszeitmodelle in den Blick nehmen / Rechtsanspruch auf Heimarbeit wäre Überregulierung

40 Prozent der Arbeitnehmer in Deutschland könnten aufgrund ihres Jobprofils zumindest teilweise ihre Arbeitszeit zu Hause verbringen; faktisch machen dies aber nur zwölf Prozent; Tendenz steigend. Das ist das Ergebnis einer Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung. „Der Trend ist eindeutig, dass viele Beschäftigte den Wunsch haben, ihre Arbeitszeit flexibler und selbstbestimmter zu gestalten“, stellt Rechtsanwalt Martin Jonetzko fest. Er ist stellvertretender Hauptgeschäftsführer des Unternehmerverbandes, der Arbeitgeber zu Fragen des Arbeitsrechts wie auch des Tarifs berät. Trotz dieses Trends ist aber der Vorstoß der SPD, ein Recht auf mobile Arbeit gesetzlich zu verankern, genau der falsche Weg. „Ein Rechtsanspruch würde zu weiterer Überregulierung, Bürokratisierung und Gängelung der Arbeitgeber führen“, kritisiert Jonetzko.

Am Laptop auf der Couch arbeiten, zwischendurch die Spülmaschine ausräumen und abends nach dem Zubettbringen der Kinder nochmals ein paar E-Mails bearbeiten – so darf man sich das „Home-Office“ nicht vorstellen. „Zu beachten sind eine Menge Regelungen, Vorschriften und Bestimmungen, etwa die des Arbeitszeitgesetzes, des jeweiligen Tarifvertrages, des Arbeitsschutzes oder des Datenschutzes“, erläutert Martin Jonetzko. Als Stichworte nennt Jonetzko beispielhaft Pausenzeiten, Privatsphäre oder ergonomischer Arbeitsplatz – diese Themen müssten auch für das Büro zuhause beachtet werden.

„Wir möchten in den Unternehmen dafür werben, die Chancen flexibler Arbeitszeitmodelle, die durch die derzeitige rasante Digitalisierung überhaupt erst möglich werden, in den Blick zu nehmen.“ Denn laut Jonetzko fehlten den Unternehmen demografiebedingt nicht nur Nachwuchskräfte, sondern in bestimmten Branchen generell Fachkräfte. „Eine zeitgemäße Personalpolitik muss sich deshalb verstärkt an den Wünschen der Arbeitnehmer orientieren.“ Studien belegen, dass beim Arbeiten zu Hause nicht nur die Produktivität steigt, sondern auch die Mitarbeiterzufriedenheit. „Es liegt auf der Hand, dass derjenige, der seine Arbeitszeit und den -ort flexibel und selbstbestimmt gestalten kann, Familie und Beruf besser vereinbaren kann“, so Jonetzko. „Demgegenüber legen immer noch viele Arbeitgeber hohen Wert auf eine Präsenzkultur. Dabei könnte in vielen Berufen die Leistung eines Mitarbeiters nicht nach seiner Anwesenheit, sondern nach seinem Output gemessen werden“, findet Jonetzko.

Die Unternehmerverbandsgruppe mit ihren sechs Einzelverbänden und ihren rund 700 Mitgliedsunternehmen gehört zu den größten Arbeitgeberverbänden Nordrhein-Westfalens. Sie berät und vertritt ihre Mitglieder im Arbeits- und Sozialrecht sowie bei Tariffragen. Mit Sitz in Duisburg reicht ihr angestammtes Verbreitungsgebiet vom westlichen Ruhrgebiet (Duisburg, Mülheim, Oberhausen) über den Kreis Wesel bis an die niederländische Grenze (Kreis Kleve) und ins Münsterland (Kreis Borken).

Martin Jonetzko, stellvertretender Hauptgeschäftsführer des Unternehmerverbandes (Foto: Unternehmerverband)

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