Inklusion inmitten von Rollos, Jalousien und Vorhangstangen

Unternehmerverband lud zur Betriebserkundung der Teba GmbH & Co. KG ein

1.400 Kunden beraten, 2.500 Produkte herstellen, 1.000 Pakete versenden – und das am Tag! Diese Leistung vollbringt die Duisburger Teba GmbH & Co. KG mit ihren 470 Mitarbeitern. Diese und viele weitere beeindruckende Fakten erfuhren nun Geschäftsführer aus Mitgliedsfirmen des Unternehmerverbandes aus erster Hand: Der Teba-Geschäftsführer Frank Tovornik und die Personalleiterin Gabriele Pehlke gaben bei einem Betriebsrundgang Einblick in das Unternehmen, in dem textile Stoffe zu technischer Konfektionsware verarbeitet werden. Vor 75 Jahren unter dem Namen „TEchnische BedarfsArtikel“ gegründet wurden zunächst maßgefertigte Rollos gefertigt. Heute zählt das Unternehmen mit seinen sechs Werkshallen an der Eisenbahnstraße zu den größten deutschen Anbietern für Sonnenschutz und Dekotechnik. Mit viel Handarbeit werden Faltstores, (Raff)Rollos, Jalousien, Lamellenvorhänge, Flächenvorhänge, Vorhangstangen und Gardinenschienen produziert.

Diese Handarbeit erledigen auch 15 Menschen mit Behinderung – eine Besonderheit, die der Unternehmerverband, der in seiner Verbandsgruppe Firmen von der Metallindustrie bis hin zu sozialen Dienstleistern vereint, fördert: „Unter dem Leitgedanken der Inklusion können wir die Brücke zwischen Industriearbeitsplätzen und Arbeitsplätzen für Menschen mit Behinderung schlagen“, erläutert Elisabeth Schulte, Geschäftsführerin des Unternehmerverbandes Soziale Dienste und Bildung. „Mit solch konkreten Beispielen wollen wir andere Unternehmen motivieren, mithilfe von professionellen Anbietern wie etwa der Lebenshilfe Menschen mit Handicaps individuell zu beschäftigen. Das Beispiel Teba zeigt, dass es für alle eine win-win-Situation ist, wenn unter professioneller Begleitung und passgenauer Auswahl solche Konzepte gefahren werden“, so Schulte.

Bei Teba werden die Menschen mit Behinderung von der Caritas Wohn-Werkstätten Niederrhein GmbH, kurz: CWWN, angestellt und betreut. „Zunächst hatten unsere Mitarbeiter Berührungsängste, fürchteten auch darum, dass ihre Arbeitsplätze ersetzt werden“, gab Tovornik vor den Unternehmerkollegen unumwunden zu. Das habe sich aber im Nu geändert, schnell sei ein eingespieltes Team entstanden. „Die geistig Behinderten oder psychisch Kranken arbeiten zum einen auf einer eigenen Betriebsfläche an Säge, Fräse und Stanze, außerdem konfektionieren sie Zubehörtüten. Zum anderen sind sie aber auch im normalen Betrieb integriert, etwa wenn sie als Dienstleistung mit dem Gabelstapler Waren einlagern, mit der Putzmaschine die Werkshallen reinigen oder Retouren verarbeiten“, so der Teba-Chef. Diese vielfältigen Aufgaben seien mit der Zeit gewachsen, immerhin läuft die Zusammenarbeit mit der CWWN bereits seit 25 Jahren. Großer Vorteil dieser Kooperation ist, dass die CWWN in diesen Außenarbeitsgruppen kontinuierlich Betreuer bereitstellt. So ist für Mitarbeiter und Arbeitgeber immer jemand vor Ort, wenn wegen der Handicaps etwas nicht klappt bzw. es zu Missverständnissen oder Unsicherheiten gegenüber den Behinderten kommt.

„Betriebsintegrierte Arbeitsplätze“ – das ist das Stichwort, um Menschen mit Behinderung die Chance zu geben, im normalen Arbeitsleben Fuß zu fassen. Dieses Ziel verfolgt auch das bundesweite Projekt „1.000 Außenarbeitsplätze für Menschen mit Behinderung“, das Dr. Johann Meyer, Geschäftsführer der Lebenshilfe Werkstätten Oberhausen gGmbH, unterstützt und beim Unternehmertreffen vorstellte. „Wir fertigen für Industrieunternehmen, erbringen Dienstleistungen für private und gewerbliche Kunden und sind immer auf der Suche nach Praktikumsplätzen für unsere Mitarbeiter, die sich als besonders geeignet und zuverlässig erwiesen haben.“ Unter den Teilnehmern stieß das Angebot, bei dem die Menschen mit Handicap formal Beschäftigte der Werkstatt bleiben und über die Lebenshilfe begleitet, entlohnt und versichert werden, auf großes Interesse.

Organisiert hatte das regionale Unternehmertreffen der Unternehmerverband, der an Rhein und Ruhr Firmen verschiedenster Branchen vertritt. Die Mitglieder kommen regelmäßig zu diesen Unternehmertreffen zusammen, um zu netzwerken und Erfahrungen auszutauschen. Zudem profitieren die Mitglieder von der Beratung in Arbeitsrecht, Tarifpolitik und Arbeitsgestaltung. Weitere Infos unter www.unternehmerverband.org oder bei Elisabeth Schulte, Tel. 0203 99367-125.

Geschäftsführer Frank Tovornik (2.v.l.) empfing die Unternehmer im Showroom der Teba GmbH, die textile Stoffe zu technischer Konfektionsware verarbeitet. (Foto: Unternehmerverband)

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