Fachkräftemangel fürs Ruhrgebiet besondere Herausforderung

Unternehmerverband sieht angesichts aktueller Zahlen Handlungsbedarf in Politik und Wirtschaft

Die heimische Wirtschaft ist von den aktuellen Prognosen zur Arbeitskräfteentwicklung alarmiert. Der Unternehmerverband sieht das Ruhrgebiet besonders stark vom drohenden Fachkräftemangel betroffen. „Zwei Probleme verschärfen die Situation im Revier: zum einen schreitet die Alterung der Gesellschaft bei uns schneller voran als anderswo. Zum anderen verlassen hochqualifizierte Fachkräfte immer noch zu oft die Region“, erklärt der Hauptgeschäftsführer des hiesigen Unternehmerverbandes, Wolfgang Schmitz.

Nach einer Vorhersage des Prognos-Instituts nimmt die Zahl der Arbeitskräfte bis zum Jahr 2040 deutschlandweit um 10 Prozent bzw. 3,3 Millionen ab. Grund dafür sei vor allem die demografische Entwicklung. Bereits heute haben aber viele Betriebe Probleme, Stellen zu besetzen. Mit 1,1 Millionen offenen Stellen wurde im zweiten Quartal 2017 nach Angaben des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) ein neuer Höchststand erreicht.

„Der Fachkräftebedarf wird für die Unternehmen zu einer immer größeren Herausforderung. Wir müssen darauf neue Antworten geben, damit unter einem Mangel an Arbeitskräften nicht die Innovationsfähigkeit der hiesigen Wirtschaft leidet“, erläutert Schmitz. Politik und Wirtschaft seien hier gleichermaßen gefordert. Die Unternehmen müssten sich als attraktive Arbeitgeber positionieren, damit sie im Wettbewerb um die besten Köpfe bestehen. „Früher haben sich Fachkräfte bei den Unternehmen beworben. Heute bewerben sich Unternehmen schon bei vielen Fachkräften“, so Schmitz. Betriebe könnten zum Beispiel mit Arbeitszeitflexibilität und familienfreundlichen Angeboten punkten.

Aber auch die Politik müsse ihre Hausaufgaben machen, damit Fachkräfte ins Ruhrgebiet kommen. „Wir brauchen zum Beispiel gute, flexible und bezahlbare Betreuungsangebote für Kinder, damit die Vereinbarkeit von Familie und Beruf besser möglich ist als bisher“, fordert Schmitz. Zwar gebe es in Städten wie Duisburg, Oberhausen und Mülheim an der Ruhr Fortschritte, doch seien die Kosten für die Kinderbetreuung hier immer noch deutlich zu hoch. „Die hohen Kita-Gebühren, die je nach Stadt in der Spitzengruppe zwischen 400 und 600 Euro im Monat betragen können, sind ein gravierender Nachteil im Wettbewerb um die besten Fachkräfte und damit auch ein Standortnachteil für die Unternehmen“, so Schmitz. Wenn die Städte des Ruhrgebiets aus eigener Kraft nicht in der Lage sind, eine gute und preiswerte Kinderbetreuung zu gewährleisten, müsse das Land NRW für gleiche Chancen bei den Kommunen sorgen.

Hauptgeschäftsführer Wolfgang Schmitz (Foto: Unternehmerverband)

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