„Endlich Rahmenbedingungen für positive Entwicklung setzen"

Unternehmerverband kommentiert aktuelle Arbeitsmarktzahlen und sieht trotz positivem Trend Wermutstropfen

Als „erfreulich, aber keineswegs Anlass, den Fuß vom Gas zu nehmen“, kommentiert Wolfgang Schmitz, Hauptgeschäftsführer des Unternehmerverbands und alternierender Vorsitzender des Verwaltungsausschusses der Agentur für Arbeit Duisburg, die aktuelle Entwicklung am Arbeitsmarkt. Laut Bundesagentur für Arbeit hat sich die Situation in Nordrhein-Westfalen weiter verbessert. Die Zahl der Arbeitslosen sank im April auf 627.330, das entspricht einer Arbeitslosenquote von 6,5 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahresmonat war das ein Minus von 5,5 Prozent, also rund 36.700 Arbeitslose weniger. Auch im Einzugsgebiet des Unternehmerverbandes spiegelt sich dieser Trend wider: In Duisburg lag die Arbeitslosenquote zuletzt bei 10,9 Prozent, vor einem Jahr waren es noch 11,8 Prozent. Auch in Mülheim sank die Arbeitslosenquote im Vergleich zum Vorjahresmonat um 0,4 Prozentpunkte auf 7,2 Prozent und in Oberhausen um 0,6 Prozentpunkte auf 8,7 Prozent.

Trotz des positiven Trends sieht Schmitz zwei Wermutstropfen: „Unter anderem die Unsicherheiten am Weltmarkt und der Brexit lassen die Ökonomen pessimistisch in die Zukunft schauen.“ Und: „Nordrhein-Westfalen ist das westdeutsche Flächenland mit den schlechtesten Werten. Und das nicht erst seit gestern. Jetzt müssen endlich die Rahmenbedingungen so gesetzt werden, dass das Land und insbesondere die Kommunen im Ruhrgebiet die Chance bekommen, sich langfristig positiv zu entwickeln“, so Schmitz. Neben einer bundespolitischen Lösung für die Altschulden der großen Ruhrstädte mahnt er eine stärkere Orientierung der Kommunen auf die Bedürfnisse der Unternehmen an: „Die Wirtschaft schafft Arbeitsplätze und sorgt für zusätzliche Einnahmen in den Stadtsäckeln. Es sollte purer Eigennutz der Kommunen sein, alle zur Verfügung stehenden Hebel zu nutzen, um sich hier maximalen Spielraum zu schaffen.“

Zudem mache die aktuelle Entwicklung abermals deutlich, dass umfangreiche Maßnahmen zur Fachkräftesicherung nötig seien. Der gesetzliche Rahmen für flexible Arbeitszeiten müsse ausgeschöpft und von der geplanten Einschränkung der sachgrundlosen Befristung wieder Abstand genommen werden. „Das ist nicht nur für Unternehmen von Vorteil: Diese arbeitsmarktpolitischen Instrumente erleichtern Arbeitslosen den Einstieg in Arbeit und bieten vor allem Geringqualifizierten und Langzeitarbeitslosen neue Beschäftigungsperspektiven.“ Darüber hinaus seien mit inländischen Fachkräften nicht alle offenen Arbeitsplätze in Deutschland zu besetzen: „Es ist jetzt besonders wichtig, dass das Fachkräfteeinwanderungsgesetz noch vor der Sommerpause verabschiedet werden kann“, appelliert Schmitz an die Politik. „Zuwanderung allein ist zwar kein Allheilmittel, aber ohne qualifizierte Zuwanderung wird es nicht gehen. Uns fehlen in Deutschland schlicht die jungen Leute.“

Gerade die Metall- und Elektroindustrie in Nordrhein-Westfalen sei auf qualifizierte Arbeitskräfte angewiesen. Mehr als 650.000 Arbeitskräfte sind in diesem für NRW wichtigsten Industriezweig in Lohn und Brot. „Damit dies so bleibt, braucht das Land einen funktionsfähigen und dynamischen Arbeitsmarkt“, fordert Schmitz.

Wolfgang Schmitz, Hauptgeschäftsführer des Unternehmerverbandes (Foto: Unternehmerverband)

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