„Die Warnsignale am Arbeitsmarkt werden lauter“

Unternehmerverband: Die konjunkturellen Rückschläge werden sich auf den Arbeitsmarkt auswirken.

Mit Beginn der Sommerpause ist die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland im Juli leicht auf 2,275 Millionen gestiegen. Das waren 59.000 Arbeitslose mehr als im Juni und 49.000 weniger als vor einem Jahr, wie die Bundesagentur für Arbeit am Mittwoch mitteilte. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich um 0,1 Prozentpunkte auf 5,0 Prozent. In Duisburg ist die Arbeitslosenquote um 0,1 Prozentpunkte auf nun 10,9 Prozent gestiegen. In Oberhausen beträgt das Plus 0,2 Prozentpunkte auf 10,0 Prozent.

„Die Warnsignale am Arbeitsmarkt werden lauter“, sagt Wolfgang Schmitz, Hauptgeschäftsführer des Unternehmerverbandes. „Die wichtigen Konjunkturindizes zeigen es schon seit einiger Zeit an: Die Industrie ist unter Druck und das strahlt mittlerweile auf die gesamte deutsche Wirtschaft aus.“ So sinkt das Konjunkturbarometer des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung im Juli weiter spürbar, auf nunmehr nur noch 90 Punkte – den tiefsten Stand seit gut sechseinhalb Jahren. Für das laufende dritte Quartal ist demnach ein Rückgang der hiesigen Wirtschaftsleistung um 0,1 Prozent zu erwarten. Derweil ist die Stimmung in der deutschen Wirtschaft laut ifo-Geschäftsklima-Index im Juli auf den niedrigsten Wert seit April 2013 gefallen. Die Gründe: eine schwächere Weltkonjunktur, Handelskonflikte und der nahende Brexit.

„Unsere eigene aktuelle Konjunkturumfrage unter den Unternehmen an Rhein und Ruhr spiegelt diese Entwicklungen“, sagt Schmitz. „Der langjährige Aufschwung neigt sich dem Ende zu. Die Ertrags- und Umsatzprognose ist negativ. Und während gesamtwirtschaftlich der Beschäftigungs- und Ausbildungssaldo noch im Plus ist, verzeichnet die Metall- und Elektroindustrie hier bereits ein Minus. In vielen Unternehmen hat der Stellenabbau begonnen.“

Entsprechend groß ist die Sorge bei den Beschäftigten in der Industrie um ihren Arbeitsplatz. Laut der „EY Jobstudie 2019“ schätzen beispielsweise 48 Prozent der Beschäftigten im Maschinenbau ihren Arbeitsplatz nicht mehr als sicher ein.

Schmitz: „Wir sprechen noch nicht von einer Krise. Aber wir sehen eine deutliche und anhaltende Investitionsschwäche, die von unklaren wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen verstärkt wird. Die Politik könnte hier gegensteuern, etwa beim Ausbau der digitalen Infrastruktur oder der Schaffung flexibler arbeitsmarktpolitische Instrumente. Die Hebel auf nationaler Ebene sind da – es fehlen allerdings der Wille oder die Kraft, sie auch zu betätigen.“

 

Wolfgang Schmitz, Hauptgeschäftsführer des Unternehmerverbandes (Foto: Unternehmerverband)

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