Die Apples und Googles der eigenen Branche finden

Mathias Haas beim Business Break bei der medl GmbH / „Lady Gaga der Trendforscher“

Sich Zeit zum Denken nehmen – diesen Appell richtete der Trendbeobachter Mathias Haas beim Impulsreferat über die Megatrends an seine Zuhörer in Mülheim. Spielt aber Zeit nicht die entscheidende Rolle – siehe Google, Airbnb oder Tesla –, um bei einem Trend der Erste zu sein und damit Geld zu verdienen? „Kein Trend kommt über Nacht. Aber er kommt, das ist sicher!“ Mathias Haas fesselte beim ersten Business Break von Unternehmerverband und Mülheim & Business GmbH Wirtschaftsförderung die rund 80 Mülheimer Unternehmer und Führungskräfte; Gastgeber dieses ersten Unternehmerfrühstücks des Jahres ist traditionell der Mülheimer Energieversorger, die medl GmbH.

Trends erzeugen nach Ansicht von Haas, von den Medien liebevoll die „Lady Gaga der Trendforscher“ genannt, anfangs eine hohe Euphorie, die viel Aufmerksamkeit und Kapital beschert. „Nach einem Abschwellen der Euphorie kommt der Punkt, wo die Apples und Googles dieser Welt einsteigen und mit erneut wachsender Euphorie das Geld verdienen.“ Deshalb, so Haas, ist es so wichtig, die Innovatoren seiner eigenen Branche zu kennen und es ihnen nachzumachen. Als Beispiel nannte der Stuttgarter den 3D-Drucker, der schon in den 1980er-Jahren erfunden wurde. Erst heute, in seiner zweiten Hochphase, wird er tatsächlich effizient eingesetzt. Deshalb könne man Trends, die sich hiesige Unternehmen zunutze machen können, gut vorhersehen; Haas nannte beispielhaft die Kamera am Revers, die automatisch 3.000 Bilder am Tag macht, den Chip unter der Haut, der als Bahnticket gilt, oder die selbstfahrende Drohne, die nicht nur Briefe und Pizza, sondern auch Menschen transportiert.

„Ganzheitlich nachhaltig“ und „Roboter sind die besseren“ lauten Haas‘ zwei Megatrends. Natürlich gehöre eMobilität dazu, aber sie allein sichere nicht die Zukunft der deutschen Automobilbauer: „Carsharing und Fahrdienste wie Uber, solarbetriebe und selbstfahrende Autos, der Megamarkt China, der sich ‚diktatorisch gewollt‘ selbst versorgt – wir müssen uns jetzt Zeit zum Denken nehmen“, appellierte Haas wiederholt an seine Zuhörer.


Wir dürfen erleben, dass Roboter und künstliche Intelligenz Einzug in unser Leben halten: Sie saugen automatisch die Wohnung oder mähen den Rasen. „Es gibt Roboter, die bei großen Bauprojekten automatisch Löcher in die Decke bohren – viel schneller als der Handwerker, der sich dabei noch den Rücken kaputt macht“, gab der Trendbeobachter zu bedenken. Auch gäbe es das erste, alleine von einem Computer geschriebene Kochbuch, eine Plattform, die in Sekunden die Nebenkostenrechnung prüft und optimiert, oder die Software, die nur anhand von Facebook-Bildern einen Bewerber profiliert. Haas resümierte: „Diese Megatrends lösen Sie für Ihr Unternehmen nicht nebenher – und auch nicht nur freitags bis 18 Uhr. Derzeit leben wir in Deutschland in einem Topzustand, aber von der Substanz. Um top zu bleiben, müssen wir die komplexen Themen lösen, die einfachen können andere.“

Das erste Business Break des Jahres findet traditionell bei der medl GmbH statt. Geschäftsführer Dr. Hans-Jürgen Weck hatte mit seinem Team wieder einen Referenten gefunden, der nicht nur Spannendes zu berichten hatte, sondern auch den Bogen zu den Themen der Vorjahre – Energie-Autarkie, Ressourcen-Effizienz und Nachhaltigkeit – zog. „Es ist besser, selbst etwas zu verändern statt verändert zu werden“, lautete Wecks Credo.

Der Trendbeobachter Mathias Haas (3.v.l.) eingerahmt von den Organisatoren des Business Breaks (von links): Hanns-Peter Windfeder (Unternehmerverband), Jürgen Schnitzmeier (Mülheim & Business), Kerstin Einert-Pieper (Unternehmerverband), Dr. Hans-Jürgen Weck (medl), Oberbürgermeister Ulrich Scholten und Dr. Hendrik Dönnebrink (medl). (Foto: Unternehmerverband)

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